Neustadt Gimmeldingen: Neuer Dorf- und Spielplatz kann genutzt werden

Gleich beliebt: das neue Wasserspiel.
Gleich beliebt: das neue Wasserspiel.

Gimmeldingen hat einen neuen Vorzeigeplatz im Ortszentrum. Nach jahrelangem Vorlauf und mehrmonatigen Bauarbeiten kann der Spiel- und Dorfplatz nun von allen genutzt werden. Das Gelände weist zudem eine ökologische Besonderheit auf.

Alles richtig gemacht. Dieses Fazit können die Verantwortlichen schon nach dem kleinen Festakt zur Einweihung des neuen Spiel- und Dorfplatzes in Gimmeldingen ziehen. Das Wetter war prächtig, sodass die neuen Spielgeräte, die frisch angelegten Wege und Beete förmlich glänzten. Aber das Gelände neben der Meerspinnhalle sieht nicht nur gut aus, es trifft offensichtlich auch den Geschmack. Denn noch während die Offiziellen in ihren Redebeiträgen die Projektbeteiligten lobten und dem Platz eine gute Zukunft wünschten, eroberten die Kinder die Schaukel, eine Wippe, und ein Junge wagte sich sogar direkt vor dem Rednerpult ans Wasserspiel und beförderte mit sportlichen Bewegungen ein paar kleine Fontänen gen Himmel.

Es passte also alles. Und das passte zur Stimmung der rund 40 Gäste bei der Feierstunde zur Freigabe. Der Platz war zuletzt in den 80er-Jahren neu angelegt worden. Die jetzt erfolgte Umgestaltung wurde von den politisch Aktiven in Gimmeldingen schon seit Jahren gefordert. Oberbürgermeister Marc Weigel erinnerte in seiner Ansprache daran, dass er beim Amtsantritt 2019 von den Gimmeldingern gehört habe, dass sie schon seit 2012 einen neuen Dorf- und Spielplatz fordern. Beim Blick in die Unterlagen habe er dann aber festgestellt, dass dazu nie Mittel im Haushalt eingestellt worden waren und es auch keine offiziellen Pläne gab. Daher habe man das Vorhaben dann mit Nachdruck verfolgt, sich entschieden, „es richtig und etwas größer anzupacken“, und 2021 einen Förderantrag gestellt. Diese Landeszuwendung in Höhe von 290.000 Euro sei entscheidend gewesen, den Platz jetzt tatsächlich so gestalten zu können, wie er nun ist. Die Baukosten bezifferte die Stadt auf 535.000 Euro.

Treffpunkt für alle

Der Platz sorge für „mehr Lebensqualität“ in Gimmeldingen, betonte Weigel. Denn er sei nicht nur Spielplatz, sondern biete Jung und Alt die Möglichkeit, sich im Ortszentrum zu treffen. Ebenfalls unter den Zuhörern war die Leiterin der nur ein paar Meter entfernten Kita, wo gerade ein größerer Umbau (Brandschutz und Erweiterung um eine Gruppe) läuft. Dass am Rand dieses Gebäudes nun eine große Mauer errichtet wurde, sorgt im Ort für Diskussionen. Weigel sagte, dass diese Mauer als Stütze für eine zweite Treppe nötig sei, um die Brandschutzauflagen zu erfüllen. Man werde sich für die Mauer aber sicher noch „etwas Kreatives einfallen“ lassen, so Weigel. Insgesamt „schaffen wir hier ein ganz tolles Umfeld im Weindorf“. An die Adresse der anderen Ortsteile gerichtet, meinte Weigel: „Wir werden auch dort nachholen.“

Gesprächsthema im Ort: die neue Mauer an der Kita.
Gesprächsthema im Ort: die neue Mauer an der Kita.

Gimmeldingens neuer Ortsvorsteher Jens Wacker freute sich über den „wunderschön gewordenen Platz“. Mit der Übergabe bekomme Gimmeldingen auch eine Aufgabe: „Wir alle, also Alt und Jung, müssen ihn nutzen und sauber halten. Aber da bin ich sehr optimistisch.“ Auch Pascal Kirschvink vom beauftragten Architekturbüro sprach von einem Projekt, das „eine Wertschöpfung darstellt“.

Erste Baumrigole

Weigel wies noch auf eine Besonderheit des Platzes hin. Zum ersten Mal wurde in Neustadt eine Baumrigole eingebaut. Dabei handelt es sich um eine große Pflanzgrube, die das Regenwasser gut aufnehmen und dosiert an Bäume weitergeben kann. Auch das Oberflächenwasser der angrenzenden Fahrbahn sowie der Wege wird gefiltert und der Rigole zugeführt. Man verfolge damit das Prinzip der Schwammstadt, so Weigel. Das System helfe, dass Bäume gegen Hitze gewappnet sind, da sie auf das unterirdisch gespeicherte Wasser zurückgreifen können.

Die komplette Anlage wurde neu bepflanzt, auch ein barrierefreier Zugang sowie Sitzgelegenheiten wurden geschaffen. Das Areal verfügt über ein Wasserspiel, ein Kletterhaus, eine Schaukel, ein Kletterkonstrukt sowie Schwingpferde. Die politischen Weichen für den Umbau der unattraktiv gewordenen Anlage waren im Mai und Juni 2023 gestellt worden – schon damals mit großer Zustimmung und großem Lob für die Pläne.

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