Neustadt Gewohntes erhalten und Neues versuchen

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Hassloch. Die Haßlocher Veranstaltungsreihe „Kultur im Viereck“ startet Ende Oktober mit dem Duo Ralf Illenberger & Peter Autschbach in die dritte Saison. Nach anfänglichen Schwierigkeiten habe sich die Reihe im Haßlocher Bürgerhaus „Kulturviereck“ in der Spielzeit 2014/15 etabliert, berichtet Rainer Aderjan, neben Rainer Klundt Organisator der insgesamt fünf Events. In der neuen Saison setzen die beiden deshalb auf eine Mischung aus Bewährtem und Neuem.

„Nach dem Motto ,Never change a winning team’ haben wir erneut Marcel Adam und ,Schöne Mannheims’ gebucht. Daneben gehen wir mit den Gitarristen Ralph Illenberger und Peter Autschbach, dem jazzigen Helmut Eisel & ,Sebastian Voltz Trio’ sowie dem Kabarettisten Detlev Schönauer neue Wege, und hoffen auch damit den Geschmack unseres Publikums zu treffen“, sagt Aderjan. Die Haßlocher Reihe ist jeweils auf das ganze Winterhalbjahr ausgerichtet – die Termine erstrecken sich diesmal von Oktober bis April. Zum Start am 30. Oktober gibt es ein weltmusikalischen Konzert von Ralf Illenberger und Peter Autschbach, wobei „World Music“ in diesem Fall den Nagel wirklich auf den Kopf trifft. Während Autschbach nämlich im nordrhein-westfälischen Siegen wohnt, lebt der ursprünglich aus Stuttgart stammende Gitarrist, Komponist und Produzent Illenberger schon lange im US-Bundesstaat Arizona. Trotzdem treten die beiden Ausnahmegitarristen, wann immer es möglich ist, miteinander auf und gehen zusammen ins Studio. Als Solist ist es Illenberger als einem von wenigen deutschen Musikern gelungen, sich mit seiner außergewöhnlichen Instrumentalmusik in den Vereinigten Staaten durchzusetzen, dort sogar in die Charts zu gelangen, und für einen Grammy nominiert zu werden. Autschbach hat sich zunächst als Gitarrist der Rockoper „The Who’s Tommy“, des Musicals „We Will Rock You“ und mit Jobs für „The Moody Blues“ und Gloria Gaynor einen international guten Ruf erspielt, bevor er mit seiner eigenen Band „Terminal A“ erfolgreich wurde. Zusammen mit Ralf Illenberger hält er die Songs des legendären Kolbe/Illenberger-Duos am Leben und komponiert mit ihm auch eigene Stücke. Inzwischen haben die Zwei sogar schon zwei CDs zusammen eingespielt. Mit Helmut Eisel und dem „Sebastian Voltz Trio“ wagen Aderjan und Klundt am 22. Januar ein Experiment. Zum ersten Mal präsentieren sie in Haßloch ein Jazzensemble und sind schon sehr gespannt auf die Reaktionen. Der Klarinettist Helmut Eisel, Keyboarder Sebastian Voltz, E-Bassist Mario Bartone und Schlagzeuger Dirk Leibenguth nehmen sich dabei in ihrer Show „Talking Sinatra“ die Songs von Superstar Frankie Boy vor, interpretieren sie allerdings auf völlig neue, individuelle Art und Weise. Eisel ist Klezmer-Musiker durch und durch, wobei ihn besonders das Aufeinandertreffen von Jazz und Klezmer in den USA der 30er Jahre fasziniert. Daneben hat er ein Faible für die Songs von Frank Sinatra. Was lag für ihn also näher als seine beiden Vorlieben zu verschmelzen und ein eigenes Programm daraus zu entwickeln? Mit Sebastian Voltz und seinem Trio fand er dafür die kongenialen Mitstreiter. Das Programm umfasst unter anderem Welthits wie „Strangers In The Night“, „The Lady Is A Tramp“, „My Way“ oder „New York, New York“. Die Kabarett/Comedy-Fans werden dieses Jahr bei „Kultur im Viereck“ erstmals von Detlev Schönauer bedient. Der geborene Mainzer muss eigentlich nicht mehr vorgestellt werden. Der Mehrzahl der Deutschen ist er vom Fernsehen her als Wirt von Jacques´ Bistro bekannt. In Haßloch stellt er „zwischen den Jahren“, am 27. Dezember, sein Programm „Oma ist jetzt bei Facebook“ vor. Der 61-Jährige vertritt darin die Auffassung, dass Älterwerden heutzutage eigentlich ganz cool sein kann, vorausgesetzt man versteht es, den aktuellen Zeitgeist in sein Lebensbild aufzunehmen und dabei nicht den Humor zu verlieren. Anpassung ist gefragt, und wenn Oma ein Selfie im Gesichtsbuch postet, auf dem zu sehen ist, wie ihr ein Einlauf verpasst wird, gibt es ordentlich was zu lachen. Der Liedermacher Marcel Adam am 18. März und das Quartett „Schöne Mannheims“ am 29. April komplettieren die Besetzungsliste der 2015/2016er-Viereck-Kultur. Anna Krämer, Smaida Platais, Susanne Back, Steffi Titus, zusammen die „Schöne Mannheims“, haben in den letzten Monaten einen derart kometenhaften Aufstieg hingelegt, dass Aderjan und Klundt sich wie schon in der vergangen Saison wieder gezwungen sahen, einen größeren Veranstaltungsort für ihren Auftritt zu suchen, denn das „Kulturviereck“ in der Gillergasse fasst gerade einmal 200 Besucher. Ausweichort ist diesmal die Stadthalle in Deidesheim, in der rund 600 Gäste untergebracht werden können. Der Frauenvierer gibt sich dort erneut „Ungebremst“ und lädt ein zu musikalisch-komödiantischer Unterhaltung. Der lothringische Liedermacher Marcel Adam schließlich tritt mit seinem neuen Projekt „Akkordeon Akkordeon“ wieder wie gewohnt in Haßloch auf. Er singt und spielt seine bekanntesten Lieder in betont französischer Manier, wobei er sich von hochkarätigen Akkordeonspielern begleiten lässt. Noch Fragen? Alle Veranstaltungen beginnen um 20 Uhr und finden bis auf „Schöne Mannheims“, die in der Deidesheimer Stadthalle auftreten, im Haßlocher „Kulturviereck“ in der Gillergasse 14 statt. Karten bei der Buchhandlung Friedrich in Haßloch, Tabak Weiss in Neustadt, dem Rheinpfalz- Ticket-Service 0631/37016618 oder unter www.reservix.de. (hk)

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