Neustadt
Fortschritte auf der Großbaustelle Amalienstraße: Was sich für Anwohner ändert
Es ist schwülwarm an diesem Morgen. In der Amalienstraße stören sich die vielen Bauarbeiter jedoch nicht daran. Sie sind froh, dass sie arbeiten können und wollen mit dem Asphaltieren bis zum Nachmittag, wenn Gewitter angesagt sind, weitgehend fertig sein. Seit über einem Jahr ist die Amalienstraße nun eine Großbaustelle. Dass die Strecke, die als B39 einen Großteil des Verkehrs aus dem Lambrechter Tal Richtung Neustadt und weiter zur Autobahn A65 führt, seither komplett gesperrt ist, spürt man an vielen Ecken der Stadt. Der Umleitungsverkehr führt zu Staus. Daher ist das aktuelle Zwischenergebnis so wichtig: Im Bereich zwischen Hetzelanlage und kurz vor der Einmündung zur Arndtstraße wird asphaltiert. Da die Baufirma schon fleißig war, ist die Straße dort nun wieder als solche zu erkennen und gleicht nicht mehr einer Sand- und Geröllpiste.
Patrick Engelskircher, Projektleiter aus der Tiefbauabteilung, und Martin Utech, Abteilungsleiter Tiefbau, haben auf der Baustelle gerade weitere Details besprochen und stehen nun zufrieden auf dem Bürgersteig. Beim Gesamtprojekt sei etwa die Hälfte der Zeit um, „und etwa die Hälfte haben wir auch geschafft“, sagt Engelskircher. Rund 3,5 Millionen Euro werden in die Sanierung des gesamten Straßenabschnitts investiert. Außer dem neuen Straßenbelag werden auch sämtliche Ver- und Entsorgungsleitungen erneuert, und an der Gipserstraße wurde zudem ein neues Regenüberlaufbecken eingebaut. Um alles koordinieren zu können, wurden sechs Bauabschnitte eingerichtet.
Überlastete Umleitungsstrecken
Die Vielzahl an Aufgaben und Beteiligten erklärt auch die lange Dauer des Projekts. Bis Frühjahr 2027 soll alles fertig sein. Bisher nutzten die Verantwortlichen gerne die Formulierung „bis zum Beginn der Landesgartenschau“. Dass diese inzwischen auf 2028 verschoben worden ist, ändert aber nichts am Zeitplan der Tiefbauabteilung: „Wir wollen bis Frühjahr 2027 fertig sein“, bekräftigt Engelskircher. Zum einen mit Blick auf die Anwohner, die wegen der Baustelle ja einige Einschränkungen haben. „Aber von hier gab es noch überhaupt keine Beschwerden“, betont Engelskircher. Zum anderen sei der pünktliche Projektabschluss aber mit Blick auf die Verkehrslage in der Stadt wichtig, denn die Umleitungsstrecken wie die Saarlandstraße oder die Maximilianstraße (B38) seien „stark belastet“.
Daher ist Engelskircher froh, dass die Baufirma so engagiert arbeitet. Das Aufbringen des Asphalts auf dem ersten Teilstück sei ein wichtiges Signal nach außen, dass es vorangeht. Zumal dies mit einer wichtigen Veränderung für die Anwohner einhergehe. Ab Montagabend könnten diese („aber auch wirklich nur die Anwohner“, so Engelskircher) den kleinen Abschnitt wieder befahren. Die Randbereiche seien zwar noch nicht nutzbar, weshalb niemand in der Straße parken dürfe. „Aber die Anwohner können reinfahren, um Einkäufe auszuladen. Das ist für sie eine deutliche Verbesserung“, sagt Engelskircher. Er dankt dabei auch der Baufirma, die zuletzt bis spätabends gearbeitet und auch die Brückentage rund um Feiertage genutzt habe, um auf der Baustelle Fortschritte zu machen.
Planung für Parkplatz
Utech betont, dass die Beschilderung mit dem Verbot, die Amalienstraße zu befahren, unverändert bestehen bleibt. Damit wolle man verhindern, dass eine zu starke Nutzung gleich wieder zu Schäden führt. Außerdem müsse auch im neu asphaltierten Bereich mit Baustellenverkehr durch schweres Gerät gerechnet werden, da noch an den Parkbereichen am Straßenrand gearbeitet werde und die Baustelleneinrichtungsfläche weiterhin an der Hetzelanlage bleibe. „Ansonsten haben wir vor Ort keinen ausreichenden Platz“, erklärt Engelskircher.
Er ergänzt, dass außerdem im weiteren Verlauf der Straße Richtung Talstraße unverändert an den Ver- und Entsorgungsleitungen gearbeitet werde, ehe auch dort die Asphaltarbeiten beginnen könne. Parallel dazu würden die Arbeiten für die Erneuerung des Parkplatzes Steingleis mit der Bahn abgestimmt. Die Stadt sei hier auf geplante Sperrpausen der Bahn angewiesen, da am Parkplatz ein Oberleitungsmast stehe, der eine Spannung von 15.000 Volt besitze. Dort dürfe die Stadt nicht einfach so in Eigenregie tätig werden.