Esthal RHEINPFALZ Plus Artikel Für jedes Alter: Was der neue Mehrgenerationenweg zu bieten hat

Alternative zum Fitness-Studio: Dominik Scherrer (links), Jan Schneider (Mitte) und Yannick Eisenhauer (rechts) am Quäl-Dich-Plä
Alternative zum Fitness-Studio: Dominik Scherrer (links), Jan Schneider (Mitte) und Yannick Eisenhauer (rechts) am Quäl-Dich-Plätzel am Mehrgenerationenweg.

Ein etwa eineinhalb Kilometer langer Rundweg am Aschberg nordöstlich von Esthal ist nun auch ein Mehrgenerationenweg, ein Nachhaltigkeitsweg und ein Wichtelpfad.

Bei der Einweihung und einem Fest wurden die Stationen entlang der Strecke ausprobiert. Gut Ding will Weile haben, der Spruch passt auch auf den Mehrgenerationenweg. Pia Neumann, Tourismus-Fachkraft der Verbandsgemeinde Lambrecht und Ideengeberin für die neuen Attraktionen, hatte ursprünglich angeregt, aus dem Weg einen Inklusionsweg zu gestalten. Der Rundweg ist fast eben, doch an einer Stelle können Rollstuhlfahrer nicht ohne Unterstützung unterwegs sein. Deshalb war eine finanzielle Förderung für einen Inklusionsweg nicht möglich.

Neumann habe dann vorgeschlagen, stattdessen einen Mehrgenerationenweg anzulegen, erinnerte Bürgermeister Gernot Kuhn (CDU) bei der Einweihung. Es sollte ein Weg entstehen, „der Generationen verbindet und unsere Natur für alle erlebbar macht.“ Am 6. April 2022 haben die Mitglieder des Gemeinderats beschlossen, dass das Projekt angegangen werden soll. Geplant wurde, dass an Stationen entlang des Wegs Bewegungsübungen unterschiedlicher Schwierigkeitsgrade absolviert werden können.

Wie Kuhn weiter berichtete, wurde ein Antrag für einen Zuschuss aus dem Programm „Land in Bewegung“ des rheinland-pfälzischen Ministeriums für Inneres und Sport gestellt. Von den Kosten von etwa 30.000 Euro wurde nach Angaben von Kuhn die Hälfte durch das Landesprogramm abgedeckt. Die Stiftung des Kreises Bad Dürkheim beteilige sich mit 2000 Euro, durch Eigenleistung seien etwa 8000 Euro eingespart worden, die Gemeinde zahle etwa 3000 Euro.

Stiftungsvertreter richten Rundweg her

Entstanden sei ein „Anziehungspunkt für jung und alt“, lobte Landrat Hans-Ulrich Ihlenfeld (CDU). Das Projekt passe zum Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen. Ihlenfeld lobte das ehrenamtliche Engagement und dankte Ideengeberin Pia Neumann.

Der Wald am Aschberg gehört der Stiftung Sattelmühle. Deren Vertreter haben sich bereit erklärt, den Rundweg herzurichten. Dabei haben sie den Mehrgenerationenweg zusätzlich zu einem Nachhaltigkeitsweg gemacht. Wie Tanja Thilmann, Mitglied des Vorstands der Sattelmühle-Stiftung, und Stiftungsrat Kurt Kaiser berichteten, wurden an vier Standorten entlang des Rundwegs Schilder aufgestellt, auf denen über vier der 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen informiert wird. Weitere Informationen können über QR-Codes abgerufen werden. 11.850 Euro habe die Stiftung investiert.

Inzwischen 50 Wichtel und Wichteltürchen

Wie Kuhn berichtete, hatten die Erzieherinnen der Kindertagesstätte während der Corona-Pandemie vom Bürgerhaus bis zum Rundweg einen Wichtelpfad für Familien mit kleinen Kindern angelegt. Der sei nun mit einem Zuschuss von 2000 Euro aus dem Programm Leader Region Pfälzerwald plus verbessert und in den Mehrgenerationenweg integriert worden. Außerdem haben Esthaler entlang des Wegs zahlreiche selbst gebastelte Wichtel und Wichteltürchen aufgestellt.

Bei dem Einweihungsfest kamen weitere dazu. Pia Neumann schätzt, dass es inzwischen 50 sind. Bei mehreren Führungen und im Alleingang konnte der Mehrgenerationenweg bei der Einweihung erkundet werden. Dass er wirklich für alle Generationen geeignet ist, bewies die 88-jährige Esthalerin Liesel Bleh, die mit dem Rollator den Weg gelaufen ist. „Es ist kein Problem, den Weg zu laufen, er hat keine Löcher und es ist nicht anstrengend“, erzählte sie. Als sie noch besser zu Fuß gewesen sei, sei sie etwa drei Mal pro Woche auf dem Rundweg spazieren gegangen. Seit etwa vier Jahren sei sie nicht mehr hier gewesen. „Es war schön, mal wieder den Weg zu gehen“, freute sich Liesel Bleh.

Sport und Musik in der Natur

„Gymnastik und ein paar Übungen“ absolvierten eine Gruppe Esthaler Frauen unter Anleitung von Gabi Eisenhauer auf dem Rundweg. Es seien „spannende“ Geräte, die am Weg stehen, so das Urteil von Sonja Wolf und Steffi Cordes. Auf Schildern an den Geräten gebe es tolle Anleitungen, Cordes würde sich aber noch mehr Vorschläge wünschen. Wenn entsprechende Vorschläge von Sportlern kommen, sollen die aufgenommen werden und digital abrufbar sein, versicherte Neumann. Wolf und Cordes sind sich einig, dass der Mehrgenerationenweg attraktiv ist, „vor allem für Auswärtige“.

Am „Quäl-Dich-Plätzel“ machten die Esthaler Jan Schneider, Yannick Eisenhauer und Dominik Scherrer Klimmzüge und andere Übungen, die Sportlichkeit erfordern. „Das ist echt eine gute Alternative zu einem Fitnessstudio und man ist im Wald“, lobte Schneider.

An einem Xylophon aus Holz, das die Esthaler Alfred Kuhn und Gabriele Kaiser gebaut haben, erprobten Leon Ziegler und Johanna Kuhn ihr Können. Der Weg sei „richtig gut“, sind sich die Zwölfjährigen einig. Auf dem Wichtelpfad könnten Kinder etwas über Ökologie und Umwelt lernen, sagte Johanna Kuhn. „Es ist schön für Kinder hier zu spielen, und für Jugendliche und Erwachsene ist der Mehrgenerationenweg interessant“, merkte Leon Ziegler an.

Der Mehrgenerationenweg sei das Ergebnis von Planung, Leidenschaft und Gemeinschaftssinn, sagte Bürgermeister Kuhn. Er dankte allen, die sich engagiert haben. Kuhn und Neumann kündigten an, dass der Weg um weitere Attraktionen ergänzt werden solle.

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