Neustadt Ein Leben im Krieg

Kurz vor seinem Ableben hatte General Falk der Gemeinde Meckenheim 1000 Gulden vermacht, damit ein Denkmal für seine früh versto
Kurz vor seinem Ableben hatte General Falk der Gemeinde Meckenheim 1000 Gulden vermacht, damit ein Denkmal für seine früh verstorbene Mutter aufgestellt wird.

«Meckenheim». Während das Dorf Meckenheim und die Vorderpfalz immer noch unter den Kriegswirren des Spanischen Erbfolgekrieges zu leiden hatten, verschlimmerte noch das Wetter die Not der Einwohner. Innerhalb von sechs Jahren war laut Chronik „der Wein viermal erfroren“. Hungerjahre folgten. In dieser Zeit, 1730, wurde in Meckenheim Philipp Kasimir Falk geboren, der in späteren Jahren als bekannter französischer General von sich reden machte.

Wen wunderte es, dass der 15-jährige Philipp Kasimir Falk – zumal seine Ur- und Großväter wie sein Vater Offiziere waren – während des folgenden Österreichischen Erbfolgekrieges (1741-1748) in die französische Armee eintrat. Trotz hoher Kriegsschulden, die an Frankreich zu entrichten waren, galt die Sympathie des jungen Mannes den Franzosen, die mit Spanien und Bayern gegen Maria Theresia, Kaiserin von Österreich, standen. Wenige Jahre später nahm Falk als junger Leutnant am Siebenjährigen Krieg – Friedrich II. von Preußen und Maria Theresia stritten sich um den Besitz Schlesiens – teil. Frankreich nunmehr auf der Seite Österreichs, griff in die Kämpfe ein. Falk zeichnete sich in verschiedenen Schlachten aus, darunter auch in Korsika. 1765 besaß er als Hauptmann ein Haus mit Äckern in Meckenheim, bis er 1782 als Brigadegeneral seinen Abschied vom Militär nahm. Während der Revolutionskriege trat der General wieder in die Armee ein. Die Jakobiner, welche die neue Freiheit auch den Deutschen an den Rhein bringen wollten, misstrauten ihm und setzten ihn ab. Sein Name, mehr noch sein Ruf, bürgten jedoch für ihn. Er wurde wieder in das Heer eingestellt. Im Laufe der Kämpfe warfen die kaiserlichen Truppen die Franzosen mehrmals zurück, sodass die Vorderpfalz siebenmal den Herrn wechselte. Ständige Durchmärsche, Einquartierungen und Feldlager, Raub und Plünderungen, Misshandlungen wie Gewalttaten, schärfster politischer und religiöser Druck, Verwüstung der Felder und Weinberge waren nach der Meckenheimer Chronik jahrelang Schrecken dieser Kriege. So mussten zum Beispiel am 9., 10. und 12. Februar 1794, also innerhalb von vier Tagen, Meckenheim 2039 Gulden in bar, 300 Hemden und zehn Paar Schuhe liefern. Im gleichen Jahr mussten nochmals 7600 Gulden und zwei Jahre später abermals 6000 Gulden aufgebracht werden. In diesen Tagen fiel durch ein Mitglied des französischen Konvents das bekannte Wort: „Dieses Volk ist nicht zugrunde zu richten.“ Gleichzeitig nahm General Falk endgültig seinen Abschied von der Armee. Die Kriegsschäden in seiner Heimat wie die Not und Pein sollen den General geschmerzt haben. Auch habe er nie den Mut gefunden, die Stätte seiner Jugendzeit noch einmal aufzusuchen. Noch kurz vor seinem Abschied aus der Armee habe er in Landau mit dem Gedanken gerungen, doch nach Meckenheim aufzubrechen. Es kam nicht dazu. Philipp Kasimir Falk ließ sich in Straßburg anschließend nieder, wo er im hohen Alter von 92 Jahren verstarb. Kurz vor seinem Ableben hatte er der zwischenzeitlich reformierten Gemeinde Meckenheim 1000 Gulden vermacht für ein Denkmal für seine Mutter. Diese war bereits im Alter von 30 Jahren verstorben, als Philipp Kasimir erst acht Jahre gewesen war. An der Außenwand der evangelischen Kirche ließ die Gemeinde ein Denkmal errichten, das heute noch erhalten ist. Es trägt die Inschrift: „Der dahier geborenen und im 30. Jahre ihres Lebens verstorbenen Margareta Wernz, verehelichte Falk, aus kindlicher Liebe von ihrem dankbaren Sohn Philipp Casimir Falk, Französischer General, welcher am 12. Dezember 1822 zu Straßburg im 92. Jahr seines Lebens starb, nachdem er kurz vorher in seinem Testament die Errichtung dieses Denkmal angeordnet hat. Mögen beide, Mutter und Sohn, nach langer Trennung froh sich wiedersehen in der Besseren Welt.“

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