Neustadt RHEINPFALZ Plus Artikel Ehemaliger Landtagsabgeordneter: Wie es für Claus Schick nun weitergeht

Bleibt im Stadtrat und Ortsbeirat weiter politisch aktiv: Claus Schick.
Bleibt im Stadtrat und Ortsbeirat weiter politisch aktiv: Claus Schick.

Der Lachen-Speyerdorfer Claus Schick wird dem neuen Landtag nicht mehr angehören. Wie der 57 Jahre alte SPD-Mann das Wahlergebnis verarbeitet und welche Pläne er nun hat.

Claus Schick ist schon traurig. Aus seiner Gemütslage macht er keinen Hehl. Am 1. September 2022 war der Lachen-Speyerdorfer etwas überraschend als B-Kandidat für Giorgina Kazungu-Haß in den Landtag nachgerückt. Doch am Montag endet für den SPD-Mann mit der konstituierenden Sitzung des am 22. März gewählten neuen Landtags schon wieder das Abenteuer Mainz. „Das ist wirklich schade. Ich habe mir jetzt ein Fundament an Expertise auf Landesebene aufgebaut. Das hätte ich gerne für den Wahlkreis und für die Bürger hier in den nächsten fünf Jahren genutzt. Daher spüre ich eine gewisse Enttäuschung“, sagt Claus Schick offen.

Seinem Team sei er unverändert dankbar: „Wir haben im Wahlkampf alles gegeben und uns da nichts vorzuwerfen.“ Am Ende seien drei Faktoren eine besondere Herausforderung gewesen: die Wahlkreisreform, mit der nun die eher schwarz geprägte Verbandsgemeinde Deidesheim anstelle der Verbandsgemeinde Lambrecht zum Wahlkreis mit Neustadt und Haßloch zählt, das insgesamt schwache SPD-Abschneiden auf Landesebene inklusive des sehr schwierigen Bundestrends und schließlich sein Listenplatz (Schick rangierte auf Platz 35). „All das hat es am Ende eben sehr schwierig gemacht“, sagt Schick. Mit seinem persönlichen Ergebnis (26,2 Prozent auf Wahlkreisebene und 27 Prozent in seiner Heimatstadt Neustadt) sei er sehr wohl zufrieden, „aber das nützt mir ja nichts“. Denn im Wahlkreis hatte CDU-Bewerber Dirk Herber mit 31,2 Prozent die Nase vorn, und das Hoffen auf den Landtagseinzug via Landesliste war von vornherein aussichtslos.

Viele neue Kontakte

Aber er akzeptiere das natürlich, habe Herber auch bei einer Begegnung in Mainz gratuliert. „Wie bei meinem Landtagseinzug 2022 ist das jetzt wieder ein Einschnitt. Jetzt geht es eben raus, zurück ins allgemeine Leben“, so Schick. Wie es für ihn nun beruflich weitergehe, habe er noch nicht entschieden: „Ich muss erst einmal alles neu sortieren.“ Aktuell freue er sich über mehr Freizeit, dass er Dinge erledigen könne, die rund ums Haus zuletzt liegengeblieben sind, und über mehr Zeit für die Familie sowie insbesondere die zwei Enkelkinder. Politisch sei für ihn klar, „dass ich jetzt nicht alles hinwerfe“. Soll heißen: Seine Mandate im Ortsbeirat Lachen-Speyerdorf und im Stadtrat Neustadt wird Schick behalten. Bei der SPD in der Stadt habe sich vieles gut entwickelt. Hier wolle er mithelfen und weiter mitgestalten. Das gelte auch für seine neu gewonnenen Kontakte in den Wahlkreis und insbesondere zur Haßlocher SPD. Es sei auch auf kommunaler Ebene wichtig, sich zu vernetzen und über die Ortsgrenzen zu denken. Sein in Mainz aufgebautes Adressbuch bleibe ebenso erhalten. Tauchten lokale Fragen auf, sei er froh, künftig auf dieser Ebene nachfragen und sich für ein Projekt vor Ort einsetzen zu können.

Sein Büro in Mainz hat Claus Schick schon aufgelöst. Das sei emotional nicht ganz einfach gewesen. Und nicht vergleichbar, als er sich 2024 nach 15 Jahren als Ortsvorsteher verabschiedet hat. „Es ist ein Unterschied, ob man von sich aus geht oder gewissermaßen gegangen wird.“ Für ihn bleibe auf jeden Fall als Erfahrung, dass ich „die Welt der hauptamtlichen Politik kennengelernt habe“. Er halte es für extrem wichtig, dass die kommunalpolitische Sicht auf die Themen immer wieder in der Landespolitik zur Sprache gebracht wird. Was ihn sehr umtreibe, sei das Erstarken der AfD – auch im Wahlkreis. Er frage sich, „was wir falsch gemacht haben könnten, dass die Leute reihenweise zur AfD gehen“. Hier wolle er sich bemühen und Wähler möglichst wieder zurückgewinnen.

Seiner Familie sei er auf jeden Fall sehr dankbar, dass sie alles mitgetragen und ihn immer unterstützt habe. „Als Politiker ist man immer greifbar. Der Bürger kann auch erwarten, dass man jederzeit ansprechbar ist.“ Der Termindruck werde nun geringer, aber auch auf kommunalpolitischer Ebene gebe es noch vieles. „Ganz leer ist mein Terminkalender auch künftig nicht.“

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