Handball Dritte Liga: TSG Haßloch in der Pfalzhalle gegen SGSH Dragons aus Halver
Diesmal sollen in der Pfalzhalle gegen die bisher sieglosen SGSH Dragons (Samstag, 19.30 Uhr) aus dem sauerländischen Halver die nächsten Punkte folgen. Das Terrain kennt er noch von diversen Lehrgangsmaßnahmen des Pfälzischen Handballverbandes, aber dort hat er schon lange nicht mehr gespielt: Dennoch glaubt Jakob Chrust, dass der Wechsel der Sportstätte der TSG einen Schub gibt, um die nächsten Zähler im Kampf um den Ligaverbleib zu sichern.
Wochen der Wahrheit
„Man hat es im vergangenen Jahr gesehen, was es gegen die Bergischen Panther ausgemacht hat“, sagt Chrust. „Es ist ohnehin ein Heimspiel, da sind wir in der Pflicht, allein auch wegen der Niederlage vergangene Woche bei den Bergischen Panthern.“ Es beginnen nun die Wochen der Wahrheit, ergänzt Interimstrainer Kevin Seelos.
Die Niederlage mit dem 0:9-Tore-Lauf hat die Mannschaft weggesteckt. „Wir müssen uns in der Abwehr stabilisieren, dazu viel aggressiver agieren, den Rückzug schneller organisieren, gegenseitig helfen, im Abschluss effektiver werden“, sagt Chrust, um nicht noch einmal solch eine Talsohle zu durchschreiten.
Bessere Personalsituation
Der Druck wird von Spieltag zu Spieltag und mit jeder Niederlage größer. „Die Stimmung ist top, auch wenn uns die Ergebnisse fehlen, aber ich bin überzeugt, dass wir noch punkten werden“, betont Chrust. Dabei ist er auch vor der kommenden Partie optimistisch. Denn die Personalsituation habe sich in diesen Tagen verbessert.
Der 20-Jährige, der erst im Sommer ins Großdorf gewechselt ist, sprüht vor Tatendrang. „Ich fühle mich in Haßloch sehr wohl. Es war der richtige Zeitpunkt für den nächsten sportlichen Schritt. Ich komme in der Dritten Liga immer besser rein.“ Dabei macht er kein Geheimnis daraus, dass Handball für ihn in der Dritten Liga „eine andere Hausnummer ist“.
Deshalb setzt er neben dem dreimal wöchentlich stattfindenden Mannschaftstraining noch auf individuelle Übungseinheiten. „Ich gehe weiterhin zusätzlich ins Fitnessstudio, um mehr Dynamik zu bekommen, aber auch, um meine Körperlichkeit zu verbessern.“
Aus einer Sportlerfamilie
Ohnehin steht der Sport bei ihm in der Freizeit ganz oben. Im Sommer ist er auch im Beachvolleyball im Sand unterwegs. „Ins Fitnessstudio gehe ich schon länger und ist auch ein guter Ausgleich für mich“, erzählt Chrust, der seine Anfänge im Handball beim TV 03 Wörth gemacht hatte, ehe er im zweiten Jahr der C-Jugend nach Schifferstadt gewechselt war. Zu jenem Verein, wo sein Vater Carsten einst die Frauen in der Oberliga trainiert hatte. Auch seine Mutter spielte Handball, so dass der Weg ihm vorgezeichnet war. Jetzt will der Student für das Lehramt an Gymnasien, der in Hagenbach wohnt, in Landau in einigen Tagen sein drittes Semester in den Fächern Sport und Geografie in Angriff nehmen. Und er will sich so schnell wie möglich in der dritthöchsten deutschen Spielklasse etablieren. Derzeit teilt sich Chrust, der in den Semesterferien als Werkstudent für Mercedes Benz in Wörth sich etwas Taschengeld verdient hatte, die Spielmacher-Position noch mit Yannick Treiber. Mittelfristig möchte er als Spielgestalter selbst mehr Verantwortung übernehmen.
Das hat er auch erfolgreich in den beiden Jahren in der A-Jugend-Bundesliga im HLZ Friesenheim-Hochdorf getan: Dort erhielt er ebenfalls das Angebot, in der Dritten Liga spielen zu dürfen, was er zunächst wegen seines anstehenden Studiums abgelehnt hatte. Er wat zunächst für eine Spielzeit zur HSG Dudenhofen-Schifferstadt gewechselt. „Mir war es wichtig, zunächst im Studium Fuß zu fassen“, erzählt Chrust.
Eine besondere Aufgabe
Jetzt bei den „Bären“ ist er nicht nur aktiver Spieler, sondern hat auch eine besondere Aufgabe: Er ist Bierwart der Mannschaft und hat somit die Organisation der Kaltgetränke nach den schweißtreibenden Partien zu übernehmen. „Als einer der jüngsten Spieler hatte ich nicht mehr die große Auswahl bei den vielen Ämtern, die zu vergeben waren“, sagt er augenzwinkernd – der älteste Spieler darf sich zuerst ein Amt auswählen, der jüngste zuletzt.