Handball
Dritte Liga: TSG Haßloch als Außenseiter ins Duell mit TV Gelnhausen
Vor Wochenfrist musste er pausieren. Jetzt hofft Yannick Treiber wieder dabei zu sein. Der 28-Jährige Spielmacher von Drittligist TSG Haßloch, der zuletzt wieder über Probleme mit seiner Schulter klagte, möchte aber im Heimspiel gegen den bisher ungeschlagenen Tabellenzweiten TV Gelnhausen (Samstag, 19.30 Uhr, TSG-Sportzentrum) wieder seine Kameraden unterstützen.
„Es ist ein Heimspiel, da wollen wir alles in die Waagschale werfen, um weitere Punkte zu holen und da möchte ich der Mannschaft helfen“, sagt Treiber. Ob es reicht, bleibt abzuwarten. „Ich bin am Dienstag wieder ins Training eingestiegen, es war noch nicht so toll, ich hoffe, es wird die nächsten Tage besser“, erzählt Treiber.
Dass er wieder das Trikot der „Bären“ trägt, begründet er mit seinem „guten Draht“ zu Kevin Seelos. „Wir haben noch vor zwei Jahren zusammen in einer Mannschaft gespielt“. Und Freunde lässt man in der Not nicht im Stich. Als erneut die Anfrage aus dem Großdorf kam, konnte Treiber, der aus der Jugend der VTV Mundenheim kommt, nicht Nein sagen.
Polizist Treiber
„Einerseits wollte ich aus beruflichen und privaten Gründen, aber auch wegen meiner Schulter mir eine Auszeit gönnen, aber es kribbelt bei mir immer noch, Handball spielen zu wollen“, so der Polizeibeamte. Deshalb sagte er für die Saison 2025/26 zu und stieg auch rechtzeitig in die Vorbereitung bei den „Bären“ ein.
Handball ist seine große Leidenschaft. Schließlich kommt er aus einer handballverrückten Familie. Seine beiden Brüder Florian und Benny spielten ebenfalls in der dritten Liga bei der VTV Mundenheim, wo auch sein Vater Thomas viele Jahre, einer der Geschäftsführer der Handball-Spielbetriebs-GmbH war. Dazu gehört auch seine Mutter Annette, die kaum ein Spiel ihrer drei Buben verpasste.
Auch in seinem Beruf kennt Handball keine Grenzen. Mit dem Polizeipräsidium Ludwigshafen schaffte es der 28-Jährige vor zwei Jahren erstmals zum Titel „Rheinland-Pfalz-Meister“ und bei der deutschen Meisterschaft landeten die Jungs um ihren Trainer Marco Sliwa auf dem vierten Platz. „Das hat sehr viel Spaß gemacht“, erzählt Treiber.
Haßloch im Umbruch
Und im kommenden Jahr ist es wieder so weit. Da ist es für ihn von Vorteil, dass er noch im aktiven Spielbetrieb bei der TSG Haßloch ist. Treiber ist der personifizierte Spielmacher, der mit viel Tempo nach vorne geht, ein gutes Auge für seine Mitspieler hat, aber auch selbst die Lücken zum Tor sucht. Seine Routine, aber auch die Erfahrung in der dritten Liga sollen helfen, um nach dem größten personellen Umbruch des Vereins den Ligaverbleib zu schaffen.
Dass dies möglich ist, davon ist Treiber inzwischen überzeugt. Die Betonung liegt auf inzwischen. Das hat Gründe. „Als ich im Sommer von außen gesehen, die Namen des Kaders gelesen habe, dachte ich schon, das wird zum Ligaverbleib nicht reichen. Inzwischen sehe ich das ganz anders. Die Jungs haben Potential und wir machen seit Wochen, als Mannschaft gute Fortschritte“, erklärt Treiber.
Dazu will er auch seinen Beitrag leisten. „Mit Sebastian Bösing haben wir nochmals unsere Qualität deutlich erhöht“, so Treiber, der sich über die eigene Verantwortung gemeinsam mit Florian Kern und Patrick Buschsieper bewusst ist. „Wir ältere und erfahrene Spieler unterstützen Kevin als Trainer, der ja aus eigener und langer Erfahrung weiß, worauf es ankommt“, sagt Treiber zur Interimslösung.
Gelnhausen Favorit
„Wir haben einige Szenarien nach dem Rücktritt von Leo Vuletic besprochen und uns entschieden es bis auf weiteres gemeinsam zu tun.“ So hat ihn das Trainer-Aus von Leo Vuletic nicht überrascht. So sei die Mannschaft nach dem Rücktritt noch mehr zusammengerückt ist. Das soll auch helfen, die nächsten Punkte zu holen.
Ob das gegen den TV Gelnhausen möglich ist, bleibt abzuwarten. „Dass sie jetzt gegen HLZ einen Punkt abgegeben haben, wird sie nicht aus der Bahn werfen, aber wir spielen zu Hause und da wollen wir alles versuchen“, sagt Treiber. „Es ist sicherlich kein Spiel, wo wir die Punkte holen müssen, aber wir wollen keine Gelegenheit auslassen“, trauert er ein wenig den verpassten Zählern gegen TuS 82 Opladen nach.
Die Begegnungen wie gegen die Bergischen Panther, TuS 82 Opladen, TV Homburg, Dragons und Düsseldorf sind dagegen Partien, die gewonnen werden müssen. Aber zunächst richtet sich sein Blick auf den kommenden Gegner. „Gelnhausen ist eine Top-Mannschaft, die einen sehr schnellen Handball spielt, aber zuletzt auf ihre beiden Spielmacher verzichten musste“, sagt Treiber und stellt sich auf eine schwere Aufgabe ein.