Handball RHEINPFALZ Plus Artikel Dritte Liga: Für TSG Haßloch geht Abstiegskampf gegen HSG Rodgau Nieder-Roden weiter

Torleute unter sich und beste Freunde: Marco Bitz (links) und Loic Modzinski von der TSG Haßloch.
Torleute unter sich und beste Freunde: Marco Bitz (links) und Loic Modzinski von der TSG Haßloch.

Die Stimmung passt bei der TSG Haßloch, nur der Tabellenplatz nicht. Einer bekommt nun mehr Spielanteile. Wie ihm sein Arbeitsplatz auf der Platte hilft.

Nach nur zwölf Tagen Pause ist der Handball-Drittligist TSG Haßloch wieder in den Trainingsbetrieb zurückgekehrt. Selten war die Auszeit so kurz wie diesmal um den Jahreswechsel. Das hatte Gründe. Cheftrainer Philip Rogawski hatte seinen Akteuren diesmal einen „Laufplan“ mit in die Pause gegeben und darüber hinaus hatte jeder die Pflicht, sich „fit zu halten“.

Eine Aufforderung, die sich auch Torhüter Loic Modzinski zu Herzen nahm. „Ich glaube, dass jeder sich daran gehalten hat, um wieder voll in den Spielbetrieb zu starten. Auch ich bin wieder im Fitness-Studio gewesen“, sagte Modzinski. Denn schon am morgigen Samstag geht es wieder weiter, wenn die „Bären“ die HSG Rodgau Nieder-Roden (19.30 Uhr, TSG Sportzentrum) zu Gast haben.

Keine leichte Aufgabe für die Rogawski-Sieben. Mit 25:7 Zählern befindet sich die Mannschaft von Cheftrainer Christian Sommer auch nach der Derby-Niederlage beim TV Gelnhausen zum Ende des vergangenen Jahres auf dem dritten Tabellenplatz. Dazu ist die Mannschaft um Kapitän und Kreisläufer Florian Stenger sowie dem US-Amerikaner Sam Hodderson glänzend personell besetzt.

Eigengewächs Modzinski

Aber davon lässt sich Modzinski, das Eigengewächs der TSG, der nach dem Weggang von Marco Bitz deutlich mehr Spielanteile als bisher erhält, nicht beirren. „Alle Mannschaften hatten zwei Wochen Pause, es geht wieder von vorne los. Es ist wie am ersten Spieltag, es ist eine Wundertüte“, so der 26 Jahre alte Torhüter.

Dabei setzt er auf zwei wesentliche Erkenntnisse: Auf die mannschaftliche Geschlossenheit und den starken Zusammenhalt, aber auch auf die „spürbare“ Aufwärtsentwicklung der Mannschaft. „Man kann es eigentlich nicht glauben, wir sind Tabellenvorletzter, trotzdem ist die Stimmung unter uns richtig gut. Das macht mir schon ein bisschen Angst, denn im Abstiegskampf schlägt man sonst andere Töne an.“

Modzinski kennt solche Szenerien aus den letzten drei Spielzeiten. Es ist seine achte Saison nach der Rückkehr aus der A-Jugend-Bundesliga bei der TSG Friesenheim. Und der sympathische Torhüter hat bereits ein Signal gesetzt. Er hat vorzeitig seinen Vertrag um eine weitere Spielzeit verlängert. Auch ligaunabhängig.

Motto von Seelos

Modzinski, der nach seinen beiden Ausbildungen zum Kfz-Mechaniker und zum Versicherungsfachwirt, inzwischen als Lagerist bei Sponsor Ernst Weber KG arbeitet: „Zuletzt hat mir das körperliche Arbeiten gefehlt“, erzählt Modzinski. „Ich brauche schon meine 9000 bis 10.000 Schritte pro Tag.“ Büro war eben nicht seine Welt.

Seit er mehr Bewegung im beruflichen Alltag hat, läuft es bei ihm auch sportlich besser. Denn er ist überzeugt, dass die Mannschaft den Ligaverbleib schaffen wird. „Wir müssen jetzt aber Spiele gewinnen“, sagt Modzinski. Dabei soll es diesmal anders laufen.

Während in der vorletzten Saison die Mannschaft eine sensationelle Hinrunde hingelegt hatte und in der Rückrunde kaum noch einen Punkt holte, heißt diesmal die Devise: In der Rückrunde müssen die Punkte her. Ganz besonders im Monat Januar, den Kevin Seelos, der Sportliche Leiter als Monat der Wahrheit ausgerufen hat.

Maier vor Comeback

„Ich habe solche Situationen schon erlebt. Wir dürfen die Hoffnung und den Glauben nicht verlieren, denn die Emotionen und der Wille sind noch da“, erzählt Modzinski, der der Mannschaft auch eine gute Trainingswoche bescheinigt. Dazu zählen auch seine beiden Kollegen zwischen dem Pfosten, Florian Pfaffmann und Riku Horikawa.

„Dass nach dem Weggang von Marco Bitz wieder jemand von außen kommt, war mir schon bewusst. Mit Flo hatte ich schon einmal zusammengespielt. Aber entscheidend ist, dass Philip keine klare Nummer eins benannt hat, so dass wir uns im Training gegenseitig pushen“, erzählt Modzinski. Dabei bezieht er auch den Japaner Riku Horikawa mit ein.

„Die Entscheidung, wer vor dem nächsten Spiel von Beginn anfangen wird, erfahren wir erst kurz vor dem Spiel“, so Modzinski. Dabei könnte es diesmal noch eine andere personelle Entscheidung geben. Nach über einem Jahr verletzungsbedingter Pause dürfte Luis Maier jetzt sein Comeback geben. „Luis wird uns helfen können, er hat zuletzt sehr gut trainiert und ich habe schon von seinen Würfen, die ersten blauen Flecken bekommen“, meinte Modzinski grinsend. Die „Bären“ sind in guter Stimmung und in Vorfreude auf das nächste Spiel. Nicht nur das: Sie wollen endlich Spiele gewinnen.

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