Neustadt
„Dreigroschenoper“: Der Klassiker von Brecht und Weill nächste Woche im Saalbau
„Und der Haifisch, der hat Zähne …“ – man muss wirklich hinter den sieben Bergen leben, wenn man diesen suggestiven Song aus der „Dreigroschenoper“ nicht im Ohr hat. Das komplette Stück drumrum, eines der erfolgreichsten des 20. Jahrhunderts überhaupt, gibt’s am kommenden Dienstag, 3. März, ab 19.30 Uhr im Neustadter Saalbau.
Die Handlung des 1928 in Berlin uraufgeführten „Theaterstücks mit Musik“ kreist um den Konkurrenz- und Existenzkampf zwischen zwei ganz besonderen Londoner „Geschäftsleuten“: dem Bettlerkönig Jonathan Peachum, der ein moralfreies Unternehmen leitet, das aus der Not der Armen ein Geschäft mit dem Mitleid der Reichen macht, und dem Obergangster Macheath, genannt Mackie Messer, der ausgerechnet Peachums Tochter Polly das Ja-Wort gibt, aber auch sonst an keinem Bett, das sich bietet, vorbeigeht. Bertolt Brecht adaptierte dabei (unter Mitarbeit von Elisabeth Hauptmann, die lange unterschlagen wurde) die „Beggar’s Opera“ des englischen Barockautors John Gay, veränderte das Setting aber komplett und spitzte die in die viktorianische Epoche verlegte Handlung klug und schwarzhumorig auf Kapitalismus- und Moralkritik zu: Das Zitat „Erst kommt das Fressen, dann kommt die Moral“ wurde ebenso unsterblich wie zahlreiche der von Kurt Weill eingängig vertonten Songs – etwa die Ballade „Die Seeräuber-Jenny“ oder eben die eingangs erwähnte „Moritat von Mackie Messer“ mit dem zahnreichen Haifisch. In Neustadt ist das Stück nun in einer Inszenierung des Landestheaters Detmold (Regie: Jan Steinbach) zu sehen, die im Stammhaus schon 2024 Premiere feierte. Die Truppe reist dafür in großer Besetzung an – mit rund 20 Darstellern und Orchestermusikern. Die musikalische Leitung hat Robert Lillinger, der auch den Klavierpart übernimmt.
Eine Einführung ins Stück mit Rainer Nosbüsch, dem Theater-Berater der Stadt, wird ab 18.45 Uhr geboten. Karten (ab 19 Euro) unter www.ticket-regional.de und bei Ticket-Regional-Vorverkaufsstellen.