Neustadt RHEINPFALZ Plus Artikel DLB.Studio: Marketing mit pfälzischem Einschlag

Kannten sich aus Kindertagen, vor zwei Jahren kreuzten sich ihre Wege wieder.
Kannten sich aus Kindertagen, vor zwei Jahren kreuzten sich ihre Wege wieder.

Zwei Neustadter helfen jungen Unternehmern, auf dem Markt Fuß zu fassen. Mit ihrem Marketingunternehmen wollen Sören Jess und Lucas Schauer die Region stärken.

Sören Jess (30) und Lucas Schauer (31) kennen sich schon aus Kindertagen. Vor etwa zwei Jahren, nachdem beide die ersten Schritte in die Berufswelt gewagt, mal eine Zeit lang in einer anderen Stadt gelebt hatten und zurück nach Neustadt gezogen waren, kreuzten sich ihre Wege wieder. Sie stellten fest, dass viele ihrer Bekannten und Freunde einen vergleichbaren Lebensweg hatten. Ein wenig verändert hat sich ihr Blick auf Neustadt und die Region.

Für junge Leute ist das Angebot in der Innenstadt und in der Gastronomie gering, sagen sie. In den wirtschaftlichen und städtischen Gremien seien Jugendliche und junge Erwachsene unterrepräsentiert. Junge Ideen würden zwar gesucht, aber gleichzeitig kritisch beäugt. Doch die Jungen wollten an der Zukunft der Stadt und der Region beteiligt werden, denn es ist ihre Zukunft, um die es geht.

Erfolg gibt es nicht nur in großen Städten

Jess und Schauer bezeichnen sich als „Pfalzpatrioten“, die gerne in der Region leben und das Pfälzer Lebensgefühl zu schätzen wissen. Damit sich die Pfalz auch weiter im Wettbewerb mit den Metropolen und Mittelzentren behaupten kann, wollen sie sich auf ihre Weise einbringen. Sie sind überzeugt, dass man nicht in große Städte wechseln muss, um ein erfolgreiches Geschäft aufzubauen. Lucas Schauer hat ein Sozialarbeitsstudium absolviert und es mit kreativem Web- und Printdesign für andere finanziert. Schon lange arbeitete er als Freiberufler neben seinem Beruf beim Neustadter Jugendamt. Sören Jess studierte nach einer Ausbildung zum Bankkaufmann Betriebswirtschaft.

Sie kombinierten ihr Wissen, Fähigkeiten und Talente, berichten sie. Zunächst nahmen sie kleine Aufträge von Bekannten an, die sich selbstständig machen oder den elterlichen Betrieb übernehmen wollten. Sie halfen beim Aufbau der Homepage und beim Auftritt in den sozialen Medien und Printprodukten. Die Aufträge wurden zahlreicher, und die beiden Jungunternehmer stellten fest: „Wir können mehr bewegen.“ Nach kurzer Zeit entwickelte sich 2025 aus der losen Zusammenarbeit eine feste, der schließlich die Gründung eines Unternehmens folgte: DLB.Studio. Die Agentur zog aus der Wohnung von Schauer aus in eigene Geschäftsräume in der Quellenstraße. Schauer fand im gleichen Gebäude eine Wohnung. Er wohnt jetzt zwar nicht mehr in der Agentur, aber nebenan.

Vernetzung von Gleichgesinnten in der Region

„Unsere Kernzielgruppe ist jung und will etwas bewegen – oder ist jung geblieben. Sie haben das Gefühl, sich Gehör verschaffen zu müssen bei den Etablierten der Branche. Was unsere Kunden eint: Sie sind mit den sozialen Medien aufgewachsen und bewegen sich ganz anders in diesem Raum“, sagt Jess. Soziale Medien ebenso wie die Pflege einer Website seien langfristige und durchaus zeitintensive Arbeiten, die selten auf Dauer von Neu-Unternehmern selbst bewältigt werden könnten. Es bedürfe kreativer Ideen, Fotos, Videografie, Text und Webdesign mit allen dazugehörigen Fertigkeiten, erklärt Schauer. Dies im operativen Geschäft zusätzlich zu erledigen, sei kaum machbar. So kommt DLB.Studio ins Spiel. Der Anspruch von Jess und Schauer: Stärkung der Marke und Vernetzung im Markt. Die Vernetzung von Gleichgesinnten sei der Grundstein für die Entwicklung der Region. Synergien würden genutzt.

„Wir teilen die pfälzische Kultur, sprechen die gleiche Sprache und die Liebe zur Region. Das hilft, Gemeinsamkeiten zu finden und als nicht zu übersehende Einheit wahrgenommen zu werden“, sagt Jess.

Mit kontinuierlichen Fortbildungen beobachten sie Trends in der Gestaltung und eignen sich die fortlaufend erneuerten Tools der Programme an. Ein gewaltiges Thema sind die Möglichkeiten durch Künstliche Intelligenz, um Kunden umfassend beraten zu können, aber auch, um den eigenen Weg zu bestimmen. „Wie stellen wir uns weiterhin auf und wohin entwickeln wir unser Unternehmen“, seien Fragen, die auch im internen Prozess immer wieder beantwortet werden müssten.

Langfristig die Marke ausbauen

Die beiden Jungunternehmer haben begonnen, eigene Produkte zu entwickeln wie das Ajoo-Poster. Das gibt es in diesem Design nur in limitierter Auflage, individualisiert für Unternehmen. Jess sagt: „Jedes Jahr werden wir ein Produkt – entweder physisch oder virtuell – auf den Markt bringen, jenseits von Beratung und Service für Kunden, um langfristig unsere Marke auszubauen.“

Die Kunden der Agentur sind mit Social Media aufgewachsen.
Die Kunden der Agentur sind mit Social Media aufgewachsen.
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