Landtagswahl
Dirk Herber setzt auf den Wahlsieg
Bei Dirk Herber fällt rasch die Heimatverbundenheit auf. „Ich bin Pälzer durch und durch“, sagt der CDU-Direktkandidat im Wahlkreis Neustadt für die Landtagswahl. Mit seiner Frau und den drei Kindern wohnt er in dem Haus in Mußbach, in dem er einst aufgewachsen ist. Es gehörte früher seinen Großeltern, bei denen er wegen der Schichtdienste des Vaters lebte. Der Vater war Polizist, ein Beruf, in dem ihm der Sohn nach der Schule folgte. Vom Großvater, der Schäferhunde züchtete, hat er die Affinität zu den Tieren. Denn bevor der Christdemokrat 2016 in den Landtag einzog, war er über mehrere Jahre bei der Diensthundestaffel des Polizeipräsidiums Rheinpfalz und führte einen Rauschgiftspürhund. Auch heute hat die Familie drei Hunde. Herber erzählt, dass sich um die Vierbeiner überwiegend seine Frau kümmere. Mit ihr saß der heute 46-Jährige einst gemeinsam im Biologie-Leistungskurs am Kurfürst-Ruprecht-Gymnasium in Neustadt.
Der Landtagsabgeordnete, der auch Kreisvorsitzender der CDU und Mitglied des Stadtrats ist, geht gleichwohl gerne mit den Hunden Gassi. Dabei könne er sehr gut abschalten, sagt er. Für aufwendigere Hobbys habe er keine Zeit. In den vergangenen Jahren war er in der Fastnachtskampagne im Männerballett der Mußbacher Ausles zu sehen. In diesem Jahr setzt er allerdings aus, zu viel Zeit kostet der Wahlkampf. Eine Rückkehr auf die Fastnachtsbühne schließt Herber indes nicht aus.
Letztes Kita-Jahr soll Pflicht werden
Zunächst einmal steht aber die politische Bühne im Vordergrund. Wie schon 2016 und 2021 will er den Wahlkreis direkt gewinnen, wobei der Zuschnitt dieses Mal ein etwas anderer ist. Und dann hofft die CDU, in die Staatskanzlei einzuziehen. Dass die CDU das trotz teils guter Umfragewerte zuletzt immer verpasst hat, begründet Herber mit äußeren Einflüssen wie der Reaktorkatastrophe von Fukushima oder der Migrationskrise. Seine Partei habe darauf aber auch nicht immer richtig reagiert, ergänzt er. Diese Gefahr sieht er bei CDU-Spitzenkandidat Gordon Schnieder nicht. „Er ist keiner, der die Nerven verliert, sondern seine Linie hält.“
Handlungsbedarf sieht Herber etwa in der Bildungspolitik. Wie viele Probleme es in den Schulen gebe, sei zuletzt deutlich geworden. So wirbt er etwa für ein verpflichtendes letztes Kita-Jahr, damit die Kinder die für die Schule notwendigen Grundfertigkeiten wie die deutsche Sprache und die richtige Stifthaltung lernen. Außerdem soll das Abitur nicht mehr nach achteinhalb, sondern generell nach neun Jahren Gymnasium gemacht werden. Die bestehenden G8-Gymnasien würden aber erhalten bleiben.
Das Leib- und Magenthema Herbers ist indes die innere Sicherheit. „Deswegen bin ich in die Politik gegangen“, sagt der frühere Polizist. Hier müsse innovativ gedacht werden. Etwa indem der Kommunale Vollzugsdienst (KVD) zum echten Ausbildungsberuf werde. Bisher brauche es dafür einen zehnwöchigen Lehrgang. Da stelle sich die Frage, ob die Kräfte ausreichend darauf vorbereitet seien, um mit ihrem Handeln rechtssicher die Bürger in ihren Rechten einzuschränken. Aber auch für die Eigensicherung oder den Umgang mit psychisch auffälligen Menschen müssten sie besser ausgebildet sein. Herber sagt, als echter Ausbildungsberuf könne der KVD die Polizei entlasten, indem er etwa Umweltstraftaten übernehme. Es könne dann für viele Leute ohne (Fach)-Abitur ein attraktiver Job sein, da es bei der Polizei die mittlere Laufbahn nicht mehr gebe.
Chance aufs Innenministerium?
Die CDU spricht sich zudem laut Herber für Videoüberwachung mit Unterstützung von Künstlicher Intelligenz sowie einen Sicherheitsrat des Landes aus. In dem sollten neben Vertretern der Landesregierung die Spitzen der Sicherheitsbehörden, der Zivilschutz, das Landeskommando der Bundeswehr sowie Vertreter der Kommunen sitzen.
Die innere Sicherheit hat Herber in den vergangenen Jahren auch als Oppositionspolitiker beschäftigt, schließlich ist er Vorsitzender des Innenausschusses. Als solcher dürfte er naturgemäß gehandelt werden, falls die CDU nach der Wahl den Posten des Innenministers besetzen kann. Herber lächelt dazu und sagt, entscheidend sei, dass die CDU ihre Ideen umsetzen könne. Wer das dann tue, sei jetzt nicht so wichtig. „Über das Personal haben wir noch nicht gesprochen.“