Handball
Dieser Auftritt der TSG Haßloch hat Folgen
Handball-Drittligist TSG Haßloch kommt nicht zur Ruhe: Nach der hohen Niederlage gegen Spitzenreiter HG Saarlouis hat Cheftrainer Philip Rogawski nach 13 Spielen sein Amt zur Verfügung gestellt. „Nach dem es sich jetzt schon eine größere Personalrotation zum Saisonende abzeichnet, ist es vernünftig und richtig, jetzt den Weg freizumachen“, sagte Rogawski. Christian Job, der als Sportlicher Leiter Kevin Seelos unterstützen sollte, übernimmt bis zum Ende der Saison 2026/27 die Mannschaft. Er ist der vierte Trainer in der laufenden Saison.
Nach einer völlig desolaten ersten Hälfte mussten sich die „Bären“ den Saarländern, die Kurs Rückkehr in die Zweite Liga nehmen, mit 18:40 (6:21) geschlagen geben. Es war die höchste Niederlage vor eigener Kulisse, was den jungen Trainer dazu brachte, sich beim Publikum zu entschuldigen. „Wir sind nicht in den Modus gekommen, um Zweikämpfe zu führen“, kritisierte Rogawski seine Mannschaft.
Seelos kann sich nicht erinnern
„Ich kann mich nicht erinnern, dass wir jemals mit 22 Toren Unterschied verloren haben, Saarlouis ist ja nicht der THW Kiel“, sagte Seelos, dem wie Christian Job Rat- und Sprachlosigkeit anzusehen war. Am Sonntag gab der Verein bekannt, dass Job ab sofort die Mannschaft als Trainer übernehmen wird.
Enttäuschte Gesichter auch bei einigen Spielern. Jakob Chrust, einer der stärksten Akteure im blau-weißen Trikot, war fassungslos und hatte Schmerzen am ganzen Körper. Er ging immer wieder voran, suchte die Durchbrüche und auch die Würfe zum gegnerischen Tor. „So ein Gesamtauftritt geht gar nicht, wir haben uns ohne Gegenwehr abschlachten lassen“, so Chrust. Mit fünf Toren war der 21-jährige Lehramtsstudent hinter Luis Maier (6) der erfolgreichste Torschütze der „Bären“. „Über die Qualität von Saarlouis muss man nicht reden, wir müssen bei uns bleiben. Wir sind gegen die offensive Abwehr nicht angekommen und hatten auch kein Konzept. Dazu haben wir es Saarlouis mit unseren vielen technischen Fehlern leicht gemacht“, so Maier.
Saarlouis mit zwei Neuzugängen aus Schweden
Nach sechs Minuten lagen die Gastgeber vor 250 Zuschauern 1:6 hinten, ehe Florian Pfaffmann die erste Parade gelang. Im Anschluss zeichnete sich der Torhüter nochmals gegen Ex-Bundesliga-Spieler Yves Kunkel vom Siebenmeterstrich aus. Es waren die wenigen Haßlocher Lichtblicke. Saarlouis, das mit Zeb Bjerneld und Olle Österhall noch zwei Top-Spieler vom schwedischen Erstligisten Eskilstuna Guif verpflichten konnte, setzte durchgängig auf Tempohandball und ließ den Gastgebern keine Chance. Nach 25 Minuten stand es 4:17. Kapitän Florian Kern: „Da war kein Rückzug, kein Kampf und keine Einstellung da.“
In der zweiten Hälfte war Schadensbegrenzung angesagt. Und das gelang stellenweise. Rogawski setzte auf die jüngeren Spieler, allen voran Jakob und Nils Chrust, Luis Maier und Sebastian Wieland, während Saarlouis mit der Sieben-gegen-Sechs-Variante versuchte, sich noch weiter abzusetzen. Das misslang zunächst, Luis Maier traf zum 12:25 (39.) ins leere Tor.
Mannschaft nicht beim Trainergespräch
Die Ergebniskosmetik kam nicht voran, denn Niklas Glindemann und Julius Herbert erwiesen sich diesmal im Spiel als Fremdkörper, die meilenweit von ihrem Leistungsvermögen entfernt sind. So hatte die Saarlouiser Mannschaft von Trainer Jörg Lützelberger, der die Partie zum Testen verschiedener Abwehr- und Angriffvarianten nutzte, keine große Mühe, ihren Vorsprung in der Schlussphase auf 22 Tore auszubauen. Beim Gast war der Jubel groß, als Zeb Bjerneld bei seiner Premiere den 40. Treffer erzielte. Da ließ das Siegerfoto mit den Fans nicht lange warten. Beim Trainergespräch danach war die Haßlocher Mannschaft nicht zugegen.