Nils erklärt RHEINPFALZ Plus Artikel Die Triebe der Korbweide sind äußerst nützlich

Die Triebe der Korbweide sind elastisch.
Die Triebe der Korbweide sind elastisch.

Nils Nager erfährt, wozu man die Triebe der Korbweide alles benutzen kann.

„Die elastischen Triebe der Korbweide lassen sich binden wie Schnürsenkel“, schwärmt Ewald Marschall, bevor er mit einem dicken Bündel Weidenruten wieder auf seine Holzleiter steigt. Zusammen mit meiner Schwester Nessy schaue ich zu, wie er auf der Meckenheimer Obstwiese Jungbäume schneidet. Ab und zu entnimmt er dem Bündel eine lange Korbweiden-Rute, um damit einen flachen Obstbaumast etwas höher zu binden. „Das tut dem Baum nicht weh, hält länger als ein Jahr und sorgt dafür, dass der Ast in die richtige Richtung wächst“, erklärt uns der Obstbaumwart aus Schallodenbach im Kreis Kaiserslautern, während er die Rute zurechtschneidet.

Im Frühjahr hat der Westpfälzer nicht nur Arbeit mit seinen eigenen 300 Obstbäumen, er hilft auch noch bei vielen Streuobstwiesen überall in der Pfalz mit. Sein natürliches Bindematerial aus dem eigenen Garten hat er immer dabei.

„Die Vermehrung von Korbweiden ist kinderleicht“, erzählt er uns. „Der Trieb wird mit dem unteren Teil in ein mit Wasser gefülltes Schoppenglas gestellt. Wenn sich nach ein paar Wochen Wurzeln gebildet haben, kann die Pflanze im Garten in die Erde gesetzt werden. Mit der Zeit wird das ein großer Strauch. Er sollte immer gut gegossen werden. Weiden lieben Wasser!“, sagt Marschall.

„Normalerweise haben wir Biber Weiden ja zum Fressen gern“, meint Nessy nachdenklich. „Aber das probier' ich jetzt mal aus!“, sagt sie und lacht. „Und dann kann mir Oma Nagute zeigen, wie Körbe aus Korbweide-Ruten geflochten werden.“

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