Über den Kirchturm hinaus Die Sonne geht auf

Andreas Rummel
Andreas Rummel

Wie die Kirche Menschen zur Seite steht

Die Sonne geht auf. Endlich Sommer. Endlich Ferien. Für viele endlich Zeit zur Erholung. Für Leib und Seele. Aber längst nicht für alle. Mit dem Sommer sind nicht einfach alle Sorgen erledigt.

Die Sonne geht auf. Für Jasmin (alle Namen geändert). Viel zu jung ist sie schwanger geworden. Den Namen des Vaters kennt sie nicht. Sie steckt noch mitten in der Ausbildung. Mit 16 Jahren ohne Job allein ein Kind großzuziehen? Das traut sie sich nicht zu. Die Schwangerschaft abbrechen? Das will sie auch nicht.

Die Sonne geht auf. Bei der Schwangerschaftskonfliktberatung in Neustadt findet sie offene Ohren und Herzen und Hände. Jasmin entscheidet sich für das Austragen der Schwangerschaft und ein Leben mit dem Kind. Ein langer gemeinsamer Weg mit der Beratungsstelle beginnt. Sie ist nicht allein. Eine Mitarbeiterin der Diakonie begleitet sie bei allen nun anstehenden Fragen und Herausforderungen.

„Die den Herrn lieb haben, sollen sein, wie die Sonne aufgeht in ihrer Pracht!“, heißt es in der Bibel, im Buch Richter Kapitel 5 Vers 31.

Ausfüllhilfe im Lichtblick

Die Sonne geht auf. Für Bruno. Das Leben hat es nicht gut mit ihm gemeint. Er hat nie Lesen oder Schreiben gelernt. Aber da sind diese vermaledeiten Formulare. Immerzu wollen die von der Verwaltung was von ihm. Was soll er bloß damit anfangen? Er versteht kein Wort. Und mit jedem Brief werden sie fordernder.

Die Sonne geht auf. Bei der Tagesbegegnungsstätte Lichtblick hört er von der Ausfüllhilfe des Diakonischen Werkes. Eine Mitarbeiterin nimmt sich einmal die Woche Zeit. Zusammen gehen sie die Antragsformulare durch. Nun kann er sie beruhigt beim Jobcenter abgeben. Wieder ist eine kleine Hürde geschafft. Das Leben geht weiter.

„Chillen“ für Anfänger

Die Sonne geht auf. Für Kevin und Alina. Sie arbeiten beide hart. Aber das schmale Einkommen reicht gerade so für Miete, Auto, Lebensmittel, Schulsachen und Kleidung. Schon lange konnten sie sich keinen Urlaub mit den Kindern mehr leisten.

Die Sonne geht auf. Freunde machen sie auf das Angebot der Diakonie: „Kinder- und Jugendferienerholung: Chillen für Anfänger“ aufmerksam. Endlich kann ihr Sohn Noah für drei Wochen an die Nordsee. Raus aus der kleinen Wohnung. Im Evangelischen Jugenderholungsdorf in St. Peter-Ording gibt es viel zu erleben. Was den Kindern und Jugendlichen auch zu Hause im Alltag den Rücken stärken wird.

Jesus sagt: „Ihr seid das Licht der Welt. Es kann die Stadt, die auf dem Berge liegt, nicht verborgen sein. So lasst euer Licht leuchten vor den Leuten“ (Matthäus Kapitel 5, Verse 14 und 16).

Christinnen und Christen machen den Unterschied. Sie sind das Licht der Welt. Dazu hat Jesus sie in die Welt geschickt. Die Evangelische Kirche und ihre Diakonie stehen an der Seite der Menschen, die Hilfe brauchen. Der Himmel geht über allen auf … auf alle über, über allen auf. Jeden Tag ein bisschen mehr.

Ich wünsche Ihnen allen eine gesegnete und lichtdurchflutete Sommer- und Ferienzeit.

Der Autor

Andreas Rummel, Dekan des protestantischen Kirchenbezirks Neustadt

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