Hütten im Pfälzerwald
Die Hellerhütte: Knotenpunkt im Pfälzerwald
Vom Parkplatz an der Totenkopfhütte sind es entlang der blau-gelben Markierungen nur rund zwei Kilometer bis zur großen Hellerhütte des Pfälzerwald-Vereins der Ortsgruppe Neustadt. „Man erreicht die Hütte als Gast nicht mit dem Auto, dafür aber über viele andere Wanderwege – sie ist damit eine Art Knotenpunkt in diesem Bereich des Pfälzerwalds“, erklärt Nicolas Farkasch, der die Hütte seit März 2025 gepachtet hat. Denn in der Umgebung der Hütte liegen außerdem die Kaltenbrunner Hütte, die Totenkopfhütte und die Klausenthalhütte.
Mittwochs ist Pfälzer Wandertag
Bereits im Jahr 1900 wurde am heutigen Standort die erste Holzhütte am Hellerplatz gebaut. Seitdem wurde die Anlage immer wieder erweitert. Heute gibt es laut Farkasch im Außenbereich rund 500 Sitzplätze, in der Hütte selbst etwa 150, verteilt auf zwei Stockwerke. Auf der Speisekarte stehen neben typischen Pfälzer Gerichten auch vegetarische Alternativen. „Wir bieten außerdem eine immer wechselnde Tageskarte an. Dabei setzen wir auch auf Abwechslung – mediterrane oder asiatische Gerichte hatten wir auch schon“, erzählt Farkasch, der gelernter Koch ist.
Unter der Woche stehen neben dem 39-Jährigen vier weitere Helfer hinter der Theke, darunter auch seine Partnerin und seine Mutter. „Wir sind schon eine Art Familienbetrieb“, sagt der Pächter. Am Wochenende, besonders sonntags, holt das Team weitere Helfer dazu. „Dann sind wir zu siebt oder zu acht. Wir suchen aber immer wieder Menschen, auch Quereinsteiger, die uns am Wochenende auf der Hütte unterstützen möchten.“
Zu den Gästen zählen laut Farkasch viele ältere Wanderer, aber auch Familien und junge Leute – besonders am Wochenende. „Unter der Woche ist der Mittwoch am stärksten, schließlich ist dann der Pfälzer Wandertag“, erzählt Farkasch. Am vollsten ist es zwischen 12 und 14 Uhr, „im Sommer zieht sich das natürlich länger.“ Einmal im Jahr wird auf der Hütte dann auch ein Sommernachtsfest veranstaltet.
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Mord auf der Hellerhütte im Jahr 1961
Doch die Hellerhütte ist nicht nur wegen ihrer guten Lage bekannt, sondern auch durch einen Mord: An Neujahr 1961 erschoss ein Mitglied der sogenannten „Kimmel-Bande“ den damaligen Hüttenwart Karl Wertz. Die Bande streifte damals durch diesen Teil des Pfälzerwalds und beging Einbruchdiebstähle. Heute erinnert ein Gedenkstein neben der Hellerhütte an den getöteten Hüttenwart. Farkasch wird auch heute noch immer darauf angesprochen. „Manchmal macht jemand an der Theke den Witz: Hoffentlich sind Sie nicht der Nächste“, sagt er lachend.
Info
Geöffnet ist die Hütte von Mittwoch bis Sonntag. Im Winter, von November bis März, von 11 bis 17 Uhr, im Sommer, von April bis Oktober von 11 bis 18 Uhr.
