Handball
Die Frau mit der Medizintasche im Team der TSG Haßloch
„Es gibt Ämter, die sind gesetzt“, erzählt Leonie Kripp, die in Maikammer wohnt und seit 2016 zur TSG Haßloch gehört. So sei Katharina Gerdon stets für die Posts in den sozialen Medien zuständig und Lucie Krein die Kassenwartin. Auch Kripps Aufgabe wird nie neu vergeben. „Mein Amt ist es, den Eiskoffer und die Medizintasche dabei zu haben“, verrät die 27-Jährige. Sie ist Physiotherapeutin, arbeitet in Maikammer. Und ist stets etwa zehn bis 15 Minuten früher in der Halle, damit sie ihre Teamkolleginnen behandeln kann. Kripp überlässt nichts dem Zufall: „Sie sollten mir eigentlich vorher schreiben, wenn sie etwas brauchen, damit ich es besser planen kann. “ Ihr Job sei es, dafür zu sorgen, „dass alles da ist – Magnesium, Tape, Traubenzucker, Schmerz- und Wärmesalbe, Pflaster“, zählt sie auf, was in der Medizintasche so steckt. „Alles, was man im Handball gebrauchen könnte.“
Auf Krücken
Zuletzt war Kripp eine ganze Weile auf Krücken unterwegs, nachdem sie sich einen Innenmeniskusriss zugezogen hatte. Doch war die Handballerin nicht selbst ihre eigene Patientin. „Ich war in Behandlung, ich habe mich nicht selbst behandelt“, sagt sie. Sie wisse zwar, was zu tun sei. „Aber ich war eine entspannte Patientin und kenne meine Physiotherapeutin Pauline Bellmann schon sehr lange.“
Leonie Kripp ist bei jedem Spiel der Haßlocherinnen dabei, selbst zuletzt mit Krücken. Während dieser Zeit allerdings war es Trainer Benedikt Hettich, ebenfalls ein Physiotherapeut, der bei Verletzungen von TSG-Spielerinnen aufs Feld geeilt ist. „Ich bilde mit ihm ein Team“, sagt Kripp. „Wenn er nicht aufs Spielfeld rennen kann, renne ich. Oder umgekehrt.“ Ihre Konzentration gilt in erster Linie dem Handballspiel. „Ich fiebere mit, achte aufs Spiel“. Kripp: „Nur wenn’s unschöne Szene sind, achte ich auf die Spielerinnen.“
Hilfe bei Videoanalyse
Leonie Kripp gehört dem Torhüter-Team an. Früher sei sie Links- oder Rechtsaußen gewesen „oder auch mal am Kreis“. Jetzt unterstütze sie Torwart-Trainer Bruno Spieß bei der Videoanalyse. „Auf der Hinfahrt zu einem Auswärtsspiel sitzen die Torleute und Bruno zusammen. Wir schauen uns Videos vom nächsten Gegner an und suchen nach Auffälligkeiten.“ Die meisten Spielerinnen hätten eine Lieblingsecke. Kripps Erfahrung: „Meistens trifft’s auch zu.“
In der Regionalliga Südwest waren der TSG-Meistermannschaft alle Gegner gut bekannt. Jetzt in der Aufstiegsrunde ist das anders. Am Samstag, 18.30 Uhr, empfängt die TSG den großen Favoriten Frisch Auf Göppingen II. „Wir gucken, dass wir an Videos von diesen Mannschaften drankommen“, sagt die 27-Jährige. „Ich kenne die anderen Mannschaften nicht, bin gespannt, was die Videos aussagen.“
Wo ist das Babyöl?
Der Inhalt von Kripps Medizintasche ändert sich übrigens kaum. „Abgesehen von der Geschmacksrichtung des Traubenzuckers“, sagt sie schmunzelnd. Manche Spielerinnen nähmen mehr davon, manche gar nichts. Was aber alle nach einem Training oder Spiel brauchen, ist aus Kripps Tasche verschwunden: Babyöl, mit dem die Handballerinnen ihre Finger von Harz befreien. Der Klebstoff sorgt für eine bessere Ballführung. „Ich hatte die ganze Zeit Babyöl in der Tasche, dann war ich weg, als ich operiert worden bin.“ Und als die Physiotherapeutin zurück in der Halle war, war das Öl weg. Jemand habe es wohl in der Halle stehen gelassen, überlegt die Maikammererin.
Etwas ist neu in besagter Tasche: eine Zahnrettungsbox. „Falls jemandem ein Zahn ausgeschlagen wird – hoffentlich brauchen wir die Box nicht.“
Massage nach einem Spiel
In dieser Saison ist es bislang nur einmal vorgekommen, dass Leonie Kripp gemeinsam mit Benedikt Hettich die Beine der Spielerinnen hat massieren müssen. Das war im November, als die TSG zuerst gegen Verfolger HSG DJK Marpingen-SC Alsweiler gewonnen hatte und am Tag danach noch gegen die HSG Hunsrück angetreten war. Ebenfalls erfolgreich. Benedikt Hettich habe seinerzeit Recoveryboots mitgebracht. Die Beine steckten dann wie in einer Art Stiefel. Mit wechselndem Druckaufbau würden Flüssigkeiten und Stoffwechselprodukte aus der Muskulatur abtransportiert. „Das ist wie eine Lymphdrainage, so dass die müden Beine sich besser erholen“, erklärt Kripp. Es gebe ein gutes Gefühl.
Ein gutes Gefühl habe die Mannschaft auch, was die Aufstiegsrunde zur Dritten Liga betreffe. „Wir hoffen schon, dass wir es schaffen“, sagt Leonie Kripp.
Termine
Aufstiegsrunde zur Dritten Liga der Handballerinnen:
25. April, 18.30 Uhr, TSG Haßloch - FA Göppingen II
3. Mai, 16 Uhr, HC Schmiden/Oeffingen - TSG Haßloch
9. Mai, 18 Uhr, TV Forst - TSG Haßloch
17. Mai, 13 Uhr, FA Göppingen II - TSG Haßloch
25. Mai, 16 Uhr, TSG Haßloch - TV Forst
30. Mai, 18.30 Uhr TSG Haßloch - Schmiden