Neustadt Der Ratgeber

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Neustadt. Er ist zwar der aktuellste Neuzugang des Wasserball-Erstligisten SC Neustadt, aber längst nicht der jüngste. Aber Ivo Brzica ist der erfahrenste und erfolgreichste Spieler, den der SC Neustadt je in seinem Kader aufgeführt hat. Der 36-jährige Torhüter aus Kroatien stand 60-Mal in der Nationalmannschaft Kroatiens. Nach seinem Wechsel in die Türkei wurde er dort eingebürgert und bestritt rund 60 Länderspiele für die Türkei.

Jetzt kümmert er sich zusammen mit seinem Landsmann, dem etatmäßigen SCN-Coach Davorin Golubic, um das Nachwuchstraining in Neustadt. „Ich wollte neue berufliche Perspektiven, deshalb bin ich nach Deutschland gekommen“, sagt der Kesselbau-Techniker nach vier Jahren Wasserball in der Türkei. Doch vor dem Job stand zunächst das mehrwöchige Sprachtraining. Die Schulbank drückte er mit den weiteren SCN-Neuzugängen Domagoj Mijatovic, Ivan Pisk und Leon Avdic aus Kroatien. Jetzt, seit Januar, geht es für Brzica in den Beruf zu einer Arbeitsstelle in der BASF. Als er 2009 bei der Weltmeisterschaft in Rom mit dem kroatischen Team die Bronzemedaille geholt hatte, gab es „eine große Party“. Wie auch bei weiteren internationalen Medaillen im Weltcup oder bei Europameisterschaften. Doch sein Ehrgeiz, selbst noch zwischen den Pfosten zu stehen, ist gering. Er möchte seine Erfahrung an den jungen kroatischen SCN-Keeper Ivan Pisk weitergeben. Deshalb kümmert er sich im Training des Bundesligateams vorwiegend um den 24-jährigen Pisk. „Er ist im richtigen Torwart-Alter. Aber die meisten Dinge im Wasserballtor kann man nicht im Training lernen, die kommen mit der Matchpraxis und den Situationen im echten Spiel“, erklärt Brzica. Und lacht. Schließlich bestehe so das Training überwiegend aus „reden, aus Kommunikation. Ich gebe ihm die meiste Zeit Ratschläge“. Deshalb möchte er Pisk auch nicht in den Spielen aus dessen Revier verdrängen. Pisk, der bei dem Gespräch dabei sitzt, schmunzelt. Schließlich kassierte er im Auswärtsspiel im November in Cannstatt zwei Wasserverweise, als er beim Kampf um den Ball außerhalb seiner Zwei-Meter-Zone zu energisch zu Werke gegangen war. „Ich wollte ihm Einsatzzeit geben, aber es hat nicht ganz gereicht“, sagt Pisk. Denn erst bei einer dritten Hinausstellung hätte Pisk für den Rest des Spiels aus dem Becken gemusst und so Platz für den Routinier gemacht. Trainer Golubic erklärt auch, wieso Brzica nicht für die kurze Dauer der Zeitstrafe zwischen die Pfosten ging. „Das Spiel geht nach der Hinausstellung sofort weiter, da ist keine Zeit, den Ersatztormann ins Wasser zu schicken. Nach 20 Sekunden ist die Hinausstellung beendet.“ Und noch eine kleine Regelkunde gibt es vom Trainer: „Meist geht in diesen Situationen Kapitän Matthias Held ins Tor. Aber er hat dann nicht die gleichen Rechte wie ein echter Keeper. So darf er den Ball nur mit einer Hand abwehren und nicht wie ein Torwart, der zur Parade beide Arme und Hände einsetzen darf.“ Routinier Ivo Brzica indes fühlt sich in seiner Rolle als „alter Hase“ und Tippgeber beim SCN wohl. Nur die Sprachhürde, die ist noch hoch. „Das ändert sich, wenn ich im Beruf viel Deutsch reden muss“, erwartet Brzica. |kle

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