Handball RHEINPFALZ Plus Artikel Das kollektive Versagen der TSG Haßloch

Haßlochs Rückraumspieler Luis Maier traf viermal.
Haßlochs Rückraumspieler Luis Maier traf viermal.

Von den relativ wenigen Zuschauern verlassen einige vor Spielende die Pfalzhalle. Die TSG Haßloch ist dem TuS Opladen unterlegen und erfährt einen weiteren Tiefschlag.

Das war der sportliche Offenbarungseid. Schon Minuten vor dem Spielende verließen Handball-Fans frustriert die Pfalzhalle. Sie waren vom Auftritt des Handball-Drittligisten TSG Haßloch maßlos enttäuscht. Im dritten Spiel des „Monats der Wahrheit“, wie Kevin Seelos, der Sportliche Leiter, den Januar ausgerufen hatte, gab es die dritte Niederlage. Mit 23:34 (13:19) mussten sich die Schützlinge von Trainer Philip Rogawski dem TuS 82 Opladen geschlagen geben.

Das dürfte der Abstieg in die Regionalliga sein. Der Abstand beträgt nach dem knappen Sieg des HLZ Friesenheim-Hochdorf gegen den Tabellenletzten TV Homburg (25:24) inzwischen elf Punkte vor den verbleibenden zwölf Partien. Ein Ausweg könnte eine mögliche Relegation der drittletzten Mannschaften in der Liga sein. Dafür muss Haßloch zunächst den drittletzten Platz, zu dem es aktuell vier Zähler sind, erreichen.

Ratlosigkeit

Groß war nach dem Abpfiff die Ratlosigkeit im Team. „Es war ein Spiel zum Vergessen“, so Rogawski. Es war ein kollektives Versagen. Vom Abstieg will Cheftrainer Philip Rogawski (noch) nicht sprechen. „So lange es rechnerisch möglich, müssen wir den Kampf annehmen“. Allerdings räumt der 30-jährige ein, dass er nach dieser Partie nicht bei der nächsten Trainingseinheit zur Tagesordnung übergehen kann. „Wir müssen schon einige Dinge ansprechen“, so Rogawski. Es sind die Grundeigenschaften des Handballs: Leidenschaft, Ehrgeiz, Kampf und Wille. Davon war am Samstag wenig zu sehen.

„Man kann nicht mit fünf bis acht Minuten Kampf solch ein Spiel gewinnen“, so Rogawski. Die Mannschaft schaffte zum 6:6 (7., Yannik Treiber) und 8:8 (11., Niklas Klein) den Ausgleich. Florian Kern hatte nach einem Ballgewinn im Gegenstoß die Führung auf der Hand, scheiterte am gegnerischen Torwart. Danach riss der Faden im Spielaufbau. Haarsträubende Pässe zum Kreis, dann unplatzierte Würfe aus der zweiten Reihe, die in der gegnerischen Deckung hängenblieben, kein Spiel mit den Flügeln. So zog Opladen locker mit fünf Toren in Folge zum 8:13 (17.) davon. Haßloch verlor immer mehr seine spielerische Linie, Rogawski wechselte auf allen Positionen. Manche Akteure wollten zu viel, scheiterten am Übereifer, andere ließen ihre Klasse verblassen.

Eingebrochen

„Mir ist das auch ein Rätsel, dass wir solch einen Abend erlebten“, sagte Rogawski. Bitter auch das Rückzugsverhalten zu Beginn der zweiten Spielhälfte. Im Gegenstoß der Gäste fand Haßloch kein Mittel, da geriet Florian Pfaffmann zur Schießbude der Gäste aus dem Vorort von Leverkusen. Dreimal in Folge trafen die Gäste auf diese Art und Weise und zogen so mit 14:22 (35.) davon. Rogawski ließ den gegnerischen Angriff offensiv decken, aber das brachte nicht allzu viel. Auch weil der letzte Biss in der Abwehr fehlte und in den letzten 15 Minuten die Mannschaft jeglichen Willen vermissen ließ. Es war ein Spiel, das nur im Rückraum stattfand und sich maßgeblich auf die Akteure Luis Maier (4 Tore), Niklas Glindemann (4) und Yannik Treiber (4/1) beschränke.

„Da fehlen mir die Worte. Nach dem wir gemeinsam den Monat der Wahrheit ausgerufen hatten, war das sehr ernüchternd. Mit solch einer Leistung hat man es nicht verdient, in der Liga zu bleiben“, grollte Kevin Seelos. „Wir müssen uns als Mannschaft nach dieser desolaten Leistung bei unseren Zuschauern entschuldigen, gerade vor eigenem Publikum ist solch eine Leistung indiskutabel.“

Am Samstag in Homburg

Es war der Abend zum Vergessen: So auch die Szene in der 52. Minute. Nils Chrust musste mit einer Zwei-Minuten Strafe vom Feld, Tino Gläßgen, im Glauben, es handele sich um eine Auswechslung, bekam ebenfalls eine Zwei-Minute-Strafe „aufgebrummt“. Da lagen die „Bären“ bereits mit zehn Toren zurück.

Am Samstag gastiert die TSG Haßloch beim derzeitigen Tabellenletzten TV Homburg und hofft, die nächsten zwei Punkte holen zu können.

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