Stadtleben Dank pfiffiger Idee: Wanderer genießen Pause mit Aussicht

Christiane Neumann auf der Klappbank.
Christiane Neumann auf der Klappbank.

Rechts das Hambacher Schloss in der Ferne, geradeaus breiten sich die Haardter Reben und das Panorama der Rheinebene aus: Einen schöneren Platz hätte Familie Neumann für ihre neue Klapp-Bank nicht finden können.

Ein Wingertsweg, der auch Teil des Pfälzer Mandelpfades ist, führt vorbei an der Buntsandsteinmauer, die den Neumannschen Garten begrenzt. Seit etwa drei Wochen hängt an ebendieser Mauer auf der Haardt eine Bank, die im Normalfall hochgeklappt an den Steinen anliegt. Mit „Bischd müd?“ laden die Neumanns mit einer humorigen Bedienungsanleitung auf Pfälzisch zur Rast ein. Dahinter steht eine längere Geschichte.

Hinweise für Ruhesuchende.
Hinweise für Ruhesuchende.

„Irgendwann in den 90er-Jahren stand da unterhalb unseres Gartens eine weiße Plastikbank, die irgendjemand dort hingestellt hatte“, erzählt Ursula Neumann. Die Bank wurde wohl rege genutzt, mal von Wanderern, mal von älteren Spaziergängern oder auch von Herbstleuten, denen eine Pause bei der Handlese ganz gelegen kam. „Doch irgendwann bekam die Bank sozusagen Beine und wanderte quer durch die Haardter Flur. Eine ganze Zeit lang sahen wir sie immer wieder und zwar immer an Plätzen, von denen man eine schöne Aussicht hat“, erinnert sich Ursula Neumann. Als dann jemand fragte, ob er wieder eine Bank an dem Plätzchen unterhalb ihres Grundstückes aufstellen dürfe, hatte sie nichts dagegen.

Raum muss frei bleiben

„Ende 2019 bekamen wir dann ein Schreiben der Stadt, mit dem wir aufgefordert wurden, diese Bank zu entfernen, weil sie das Lichtraumprofil des Weges einschränken würde“, erzählt Tochter Christiane Neumann. Sie versuchte, die Angelegenheit zu klären, erfuhr aber nur, dass der gesamte Raum freigehalten werden müsse, um beispielsweise Vollerntern das Rangieren zu ermöglichen. Von vielen Seiten wurden die Neumanns auf die fehlende Bank angesprochen. „Wir haben hin und her überlegt, wie wir das Problem lösen könnten und sind schließlich auf die Idee gekommen, eine Bank zum Wegklappen zu installieren, die niemanden stören kann.“

Die Neumanns waren sich einig: Die neue Bank sollte ansprechend und bequem sein, aber auch haltbar, so dass sich die Leute lange daran freuen können. Daher beauftragten sie die Schlosserei Wiedemann, die schon die offiziellen Haardter Bänke gestaltet hatte, entsprechend dieses Designs eine Bank zum Klappen zu entwerfen und anzubringen. Seit Mitte Juli hängt die Klapp-Bank, und die Rückmeldungen von Spaziergängern seien positiv.

Fördergemeinschaft macht Angebot

„Wir freuen uns einfach, wenn wir von unserem Garten aus mitkriegen, dass jemand drauf sitzt und sich darüber freut, dass sie da ist“, sind sich die Neumanns einig. Dass von der Fördergemeinschaft Haardt das Angebot kam, eine Spendenquittung auszustellen, um die Kosten zumindest steuerlich geltend zu machen, hat sie sehr gefreut.

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