Handball RHEINPFALZ Plus Artikel Christian Job übernimmt TSG Haßloch – Jetzt gegen TV Gelnhausen

Der Sportliche Leiter Christian Job ist jetzt auch (wieder) Trainer.
Der Sportliche Leiter Christian Job ist jetzt auch (wieder) Trainer.

Der Abstieg vor den Augen, der vierte Trainer in der laufenden Saison. Der Klassenerhalt ist für die TSG Haßloch weit weg. Gelingt Christian Job doch noch das Wunder?

Es gab schon deutlich bessere Zeiten. Selten war eine Spielzeit von zahlreichen Turbulenzen geprägt, wie in den vergangenen Monaten und Wochen. Die jüngste Einschlag war der vorzeitige Rücktritt von Philip Rogawski, der nur zwei Stunden nach der 18:40 (7:21)-Schlappe gegen den Spitzenreiter HG Saarlouis seinen Posten aufgab. Und seit Dienstagabend hat wieder der zuletzt als Sportlicher Leiter verpflichtete Christian Job an der Seitenlinie das Sagen. Seine erste Partie führt den gebürtigen Südpfälzer, der zum zweiten Mal bei den „Bären“ einspringt, nach Gelnhausen, wo die Blau-Weißen auf den Tabellenzweiten (Samstag, 19.30 Uhr, Großsporthalle Gelnhausen) treffen.

Job ist der vierte Trainer in der laufenden Spielzeit. So eine Situation gab es in Haßloch noch nie. „Dass das so kam, war nicht geplant. Ich konnte die Gründe von Philip nachvollziehen, weshalb er jetzt schon den Weg für einen Neuanfang frei machen wollte“, sagte TSG-Urgestein Kevin Seelos, der sich künftig wieder alleine um die sportliche Planung kümmern muss. Und da hat er alle Hände voll zu tun. Wieder einmal ist mit einem heftigen personellen Aderlass zu rechnen, da fast zehn Akteure den Verein verlassen wollen und werden.

Job ruft Neuanfang aus

Christian Job hat bei seinem Dienstantritt den Neuanfang ausgerufen. „Der Handball ist ein geiler Sport, der in Haßloch eine große Tradition. Unsere Aufgabe ist es, dass die TSG wieder attraktiver wird und wir wieder Euphorie entfachen können. Die Zuschauer müssen wieder Lust bekommen, uns zu sehen“, sagt Job. Aber die Aufgabe ist nicht leicht. Der studierte Bankbetriebswirt weiß, wovon er spricht. „Wir werden einen Schritt nach dem anderen tun, es ist ein langer Weg, aber wir müssen anfangen“, sagte Job nach seinen ersten Gesprächen mit der Mannschaft.

Dabei war sein erster Eindruck nach der Übernahme von Rogawski eher durchwachsen. „Nur acht Feldspieler aufgrund von Krankheit, Urlaub und beruflichen Gründen im Training, das ist schwierig. Dafür haben diejenigen, die da waren, voll mitgezogen“, so Job. Dabei ist ihm die schlechte Trainingsteilnahme ohnehin ein Dorn im Auge. „Wer dritte Liga spielen will, der sollte drei Mal in der Woche trainieren und das ist nur das Minimum“, macht Job klar, dass er hier schon an der Stellschraube drehen werde. „Wer nicht ausreichend trainiert, bei dem macht sich das bei der Fitness und der individuellen Qualität bemerkbar. Und das ist aktuell die größte Herausforderung. Wir reden aktuell nur über grundlegende Dinge, wie die Jungs die Mentalität und Teamspirit wieder auf die Platte bringen.“

Hoffen auf kompletten Kader

Vom Abstieg oder Klassenerhalt spricht er nicht. Stattdessen vielmehr von der Basis, um erfolgreich Handball spielen zu können. Die Vergangenheit interessiert Job ebenso wenig. „Ab sofort möchte ich sehen, wer Lust am Handball hat“, erklärte Job mit Blick auf die nächste Partie am kommenden Samstagabend beim Tabellenzweiten TV Gelnhausen. „Dass Gelnhausen der klare Favorit ist, ist klar, aber wir gehen in diese Partie, um einiges zu probieren und den Gegner so lange als möglich, zu ärgern“, sagt Job. Dabei hofft er, dass der Kader bis zum Spieltag wieder komplett sein wird. Ein Fragezeichen gibt es noch wegen des Einsatzes von Niklas Klein, der an einer hartnäckigen Knieprellung leidet.

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