Neustadt
Bundespräsident Steinmeier und Neustadt feiern die Demokratie (mit Bildergalerie)
Zum dritten Mal feiert Neustadt das Fest der Demokratie. Dass dieses Mal sogar Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und der neue rheinland-pfälzische Ministerpräsident Gordon Schnieder sowohl zum Festakt bei der Preisverleihung am Freitagabend aufs Hambacher Schloss gekommen waren und am Samstag auch noch die Neustadter Innenstadt und die hier vertretenen engagierten Bürger besuchen, sei „eine große Ehre“, betonte Oberbürgermeister Marc Weigel.
Die Neustadter waren neugierig aufs Staatsoberhaupt. Auf dem Marktplatz war kurz vor der Eröffnung kaum noch ein Platz frei. Als die ersten dann kurz vor 11.30 Uhr Steinmeier und seine Frau Elke Büdenbender erblickten, brandete Applaus auf. Steinmeier freute sich und winkte in die Menge. Damit war der Ton gesetzt. Denn Steinmeier, Schnieder und Weigel sprachen danach nicht nur auf der großen Festbühne. Sie statteten auch noch einer Reihe von Gruppen einen Besuch ab. Diese Tour durch die Innenstadt fiel mit 90 Minuten deutlich länger aus als geplant. Aber insbesondere Steinmeier und Büdenbender wurden immer wieder von begeisterten Menschen angesprochen, in kurze Dialoge verwickelt und um Fotos gebeten. Der Bundespräsident nahm sich für jede und jeden Zeit, lachte viel, war neugierig und lernte ganz viel über die Pfalz und Neustadt – vom Schlossberg-Gewürztraminer über den Winzerkittel bis zu den Elwetritsche.
Die Stationen bei den Ehrenamtlichen dauerten sogar so lange, dass Steinmeier und Büdenbender am Ende direkt abreisen mussten – und somit auf das eigentlich vorgesehene Mittagessen verzichteten. Das ließen sich dann aber Weigel und Schnieder mit weiteren Ehrengästen schmecken. Der Ministerpräsident blieb auch noch etwas länger in Neustadt, ehe der nächste Termin rief.
„Bekenntnis zur Demokratie“
Zuvor erinnerte Weigel in seiner Begrüßung an die Tausenden Menschen, die 1832 beim Hambacher Fest hinauf aufs Schloss zogen, um für Freiheit und Bürgerrechte zu kämpfen. An diesen Mut gelte es anzuknüpfen: „Fortschritt entsteht nicht durch Resignation, sondern durch Menschen, die Verantwortung übernehmen. Diese Kraft brauchen wir mehr denn je.“
Bundespräsident Steinmeier betonte in seiner Rede, dass man in Neustadt allen Grund zu feiern habe, denn mit dem Hambacher Fest sei hier Demokratiegeschichte geschrieben worden. Mit Blick auf das große Publikum auf dem Marktplatz meinte er: „Ihre Anwesenheit ist ein Bekenntnis zur Demokratie.“ Denn diese sei nicht nur Aufgabe der Politik, sondern „unser aller Angelegenheit“. Er dankte mehrfach allen, die sich in Vereinen und Gruppen engagieren: „Das Ehrenamt bleibt das Rückgrat unserer Gesellschaft. Lassen Sie uns unsere Demokratie feiern.“ Ministerpräsident Schnieder knüpfte an diese Gedanken an: Die vielen Menschen auf dem Marktplatz, die ja von einem Fest der Demokratie angelockt worden seien, seien „ein unglaublich schöner Anblick“. Er bekräftigte: „Ohne Menschen, die anpacken, wäre Demokratie nur ein leeres Wort.“ Schnieder lobte zudem und ausdrücklich die Vertreter der Neustadter Stadtgesellschaft, denn diese „verteidigen das Hambacher Schloss gegen rechtsnationale Vereinnahmungsversuche“.
Nach dem Abschied der Politik-Prominenz wurde in der Innenstadt bis zum späten Abend noch gefeiert. Es gab Informations- und Mitmachangebote, viel Musik sowie Möglichkeiten, gemütlich etwas zu essen und zu trinken. Die Neustadter Innenstadt war durchgehend sehr gut besucht und bot ein buntes, fröhliches Bild. Am Sonntag wird das Fest fortgesetzt: Dann gibt es vor allem auf dem Hambacher Schloss ein vielseitiges Programm.