Sparen mit der Rheinpfalz
Billig kochen: „Mit Fantasie und Experimentierfreudigkeit“
Günstig kochen – ist das überhaupt möglich, Frau Metz?
Ja, es ist möglich. Kochen ist sehr individuell. Was bedeutet für mich günstig? Was habe ich monatlich zur Verfügung? Und was bin ich bereit davon für Essen auszugeben? Aber wenn man darauf achtet, was gekocht wird, wie eingekauft und Lebensmittel verwertet werden, kann man sparen.
Das bedeutet es ist sinnvoll, sich vorab Gedanken zu machen?
Auf jeden Fall. Empfehlenswert ist, sich einen Essensplan für die Woche zu erstellen. Dabei kann man aktuelle Angebote berücksichtigen und prüfen, welche Lebensmittel gerade reduziert sind. Wie sieht das saisonale Angebot aus? Ein weiterer Vorteil ist, dass ich nicht immer spontan los muss, um Dinge einzukaufen. So kann ich einen Wocheneinkauf tätigen und spare Zeit und Benzin.
Sie bauen selbst Obst und Gemüse im Garten an. So sparen Sie natürlich beim Einkauf. Haben Sie Tipps zum Selbstanbau?
Man braucht dazu nicht unbedingt einen großen Garten. Auch auf dem Balkon lassen sich Obst und Gemüse ziehen. In Balkonkästen kann man Kräuter wie Schnittlauch, Petersilie, Basilikum oder Rosmarin pflanzen. Tomaten, Paprika, Aubergine und Zucchini sind pflegeleichte Sorten, die auch in Töpfen gedeihen. Sogenannte Nascherdbeeren können ebenfalls im Topf wachsen. Natürlich erntet man nur geringe Mengen. Man weiß aber, woher es kommt.
Nicht alle haben diese Möglichkeit. Wo kann man günstig einkaufen?
In den Supermärkten gibt es immer wieder verschiedene Angebote. Einige Märkte haben auch eine regionale Ecke mit Lebensmitteln aus der Umgebung. Ich versuche, so oft es geht auf den Wochenmärkten oder direkt in den Hofläden einzukaufen. Auch bei den regionalen Anbietern kann man Schnäppchen machen.
Was meinen Sie mit Schnäppchen?
Wenn Bauern eine besonders üppige Ernte einer Gemüse- oder Obstsorte haben, gibt es bei ihnen gute Angebote. Eine andere preisgünstige Alternative zum Supermarkt ist das Selbstpflückangebot. Man kann verschiedene Obstsorten auf den Feldern selbst ernten.
Wie kocht man preisgünstig?
Es ist ratsam, weniger Fleisch und Fisch zu verwenden. Die sind, obwohl Obst und Gemüse auch im Preis gestiegen sind, dennoch die teureren Lebensmittel. Mit Sattmachern wie Nudeln oder Kartoffeln zu kochen, stillt schneller und effektiver den Hunger. Eine gute Resteverwertung ist auch im Geldbeutel spürbar.
Was verstehen Sie unter „gute Resteverwertung“?
Anstatt Lebensmittelreste wegzuwerfen, kann man sie vielfach verwerten. Altes Brot und alte Brötchen lassen sich zu Paniermehl verarbeiten. Aus Gemüseresten kann man einfach in Kombination mit Kartoffeln oder Nudeln einen Auflauf zaubern. Suppen sind schnell aus Resten gekocht. Dazu eignet sich nicht nur Gemüse. Auch Fleischreste können als Suppeneinlage verwertet werden. Man braucht nur etwas Fantasie und Experimentierfreudigkeit, um Gerichte selbst zu kreieren. Wer lieber mit Anleitung kocht, findet im Internet jede Menge Rezepte zur Resteverwertung.
Inwiefern spielt Vorkochen ein Rolle?
Vorkochen ist immer möglich. Wenn ich große Portionen eines Gerichts koche, die ich nicht auf einmal essen kann, ist portioniertes Einfrieren eine gute Option. Das geht übrigens auch mit Gemüse. Aktuell läuft die Kohlsaison. In der Regel ist das Gemüse sehr groß und kann nicht auf einmal verzehrt werden. Es lohnt sich, den ganzen Kohl zu kochen und portionsweise einzufrieren. Bei nächsten Abendessen habe ich schnell ein fertiges Gemüse. Auch das Einkochen kommt mehr und mehr zurück. Ob Chutneys aus Zucchini und Paprika, Soßen auf Vorrat oder Klassiker wie Marmelade und Apfelmus – einkochen kann man so einiges. Außerdem spart man Energie, denn man braucht zur Aufbewahrung keine Gefriertruhe. Man kann die Gläschen problemlos mitnehmen zur Arbeit. Richtig eingekocht sind die Esswaren mindestens ein Jahr, wenn nicht länger haltbar.
Haltbarkeit und Mindesthaltbarkeitsdatum – häufig werden Lebensmittel mit einem abgelaufen Mindesthaltbarkeitsdatum weggeworfen. Dann wandern noch gute Esswaren in den Mülleimer?
Ja, das passiert. Ich empfehle, sich mehr auf die eigenen Sinne zu verlassen. Wie das Wort schon sagt, handelt es sich um ein Datum, bis zu dem die Ware mindestens haltbar ist. Einfach mal zum Beispiel den Joghurt aufmachen und daran riechen. Unsere Nase merkt schnell, wenn etwas nicht mehr genießbar ist. Häufig sind Lebensmittel auch noch einige Tage nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums gut. Im Supermarkt kann man stark reduzierte Lebensmittel kaufen, die kurz vor Ablauf dieses Datums stehen. Auch damit kann man Geld sparen.
Zur Sache: Leserinnen-Spartipp
Wolle statt Kunstfaser empfiehlt Leserin Alexandra Oehlert aus Maikammer. Denn: Wollsachen wärmten anders und unvergleichlich besser. Zudem seien sie leicht in kaltem Wasser durch Einweichen und ein wenig Drücken auszuwaschen und trockneten schnell wieder von selbst. Außerdem müssten die heimischen Schäfer dann nicht mehr um ihre Existenz bangen, weil sie ihre Wolle wieder verkaufen könnten. Umgekehrt würden weniger Kunstfasern auf Kosten der Umwelt und der Menschen in Entwicklungsländern produziert. Oehlert hat auch kein Problem damit, einen wollenen Hüftwärmer zu tragen und damit zu Hause Heizkosten zu sparen.
Haben Sie auch Tipps, wie gespart werden kann – oder kennen Sie pfiffige Menschen? Dann melden Sie sich per E-Mail: redneu@rheinpfalz.de, Stichwort Sparfuchs.