Hassloch/Leimen „be free“: Schuhe mit kleinem CO2-Fußabdruck

„Designed in Germany and proudly made in India“: So lautet das Motto der neuen Kollektion. Das Logo der Marke, den gefalteten Pa
»Designed in Germany and proudly made in India«: So lautet das Motto der neuen Kollektion. Das Logo der Marke, den gefalteten Papierflieger, hat Paul Bernsdorf selbst entworfen.

Paul Bernsdorf und Omar Ahmed bringen ihre erste gemeinsame Schuhkollektion heraus: entwickelt in der Pfalz, gefertigt in Indien. Die beiden erzählen davon, wie die Zusammenarbeit zustande kam. Welche Rolle Haßloch dabei spielt.

Die Kartons für die Messe in Italien stehen gepackt im Flur, die ersten Modelle der neuen Kollektion stehen parat: Paul Bernsdorf und Omar Ahmed sind bereit für die erste gemeinsame Saison. Die beiden kennen sich schon seit Jahren, haben früher gemeinsam bei einer Schuhmarke gearbeitet, wie sie erzählen. Beide sind immer noch in der Schuhbranche tätig.

Paul Bernsdorf rief 2015 die Marke „be free“ ins Leben, über die er seither unter anderem T-Shirts, Pullis, Mützen und Schuhe vertreibt. Das Logo, einen gefalteten Papierflieger, habe er selbst gezeichnet, berichtet der 35-jährige Produktmanager und Designer.

Die Produkte werden hauptsächlich online verkauft, einige Läden in Deutschland, darunter in Landau und Neustadt, haben die Artikel im Sortiment. Durch die Zusammenarbeit mit seinem ehemaligen Arbeitskollegen kam Bernsdorf nach Leimen in der Südwestpfalz. Omar Ahmed hat das obere Stockwerk des Leimener Rathauses gemietet und ist dort als Produktentwickler tätig. „Ich fühle mich sehr wohl in der Pfalz“, sagt Ahmed, der mit seiner Familie in Leimen lebt.

Start in einem Keller in Haßloch

Angefangen hat alles aber in Haßloch. Genau genommen, sagt Bernsdorf, sind die Schuhe „ein Haßlocher Produkt“. Er selbst wohnt seit acht Jahren im Großdorf, wo heute noch nicht nur der Sitz des Unternehmens ist, sondern sich auch noch das Lager befindet. In einem Kellerraum hat er ganz am Anfang sogar selbst die Schuhe verpackt, und dreimal pro Woche ist er selbst zur Post gegangen, um die Ware zu verschicken.

Haßloch taucht sogar auf den Schuhen der aktuellen Kollektion auf. Erkennbar ist das freilich nur für Menschen, die sich mit Koordinaten auskennen. Denn die Zahlenfolge, die auf die Schuhzungen geprägt wird, entspricht exakt dem geographischen Längen- und Breitengrad von Haßloch. Genauer gesagt, erklärt Bernsdorf, gelangt man mit diesen Koordinaten in die Rennbahnstraße 39, die Heimatadresse von „be free“.

Bringen ihre erste gemeinsame Schuhkollektion auf den Markt: Paul Bernsdorf (links) und Omar Ahmed.
Bringen ihre erste gemeinsame Schuhkollektion auf den Markt: Paul Bernsdorf (links) und Omar Ahmed.

Nun gehen Paul Bernsdorf und Omar Ahmed mit ihrer ersten gemeinsamen Schuhkollektion an den Start. Ihr Ziel: Die Schuhe sollen bequem und schön sein sowie hohen Qualitätsstandards genügen. Gefertigt werden sie in Indien, in der Schuhfabrik seines Vaters, erzählt Omar. Das biete sehr viele Vorteile, durch den engen Kontakt zu seiner Familie sei es möglich, zu experimentieren und Dinge unkompliziert auszuprobieren. „Ich bin stolz, dass die Schuhe aus unserer Fabrik kommen“, sagt Omar. Alle Komponenten, die Sohlen, das Leder, die Fußbetten – alles stamme aus einer Region, erzählt der 36-Jährige. Das sorge für kurze und schnelle Transportwege und verbessere den CO2-Fußabdruck.

Um einen Schuh herzustellen, sei immer noch viel Handarbeit notwendig. Dafür brauche es Gefühl, Erfahrung und Können. Etwa, beim Zuschnitt von Leder und dem Steppen. All das gebe es in der Fabrik seines Vaters.

Produziert wird im „Pirmasens von Indien“

Das Motto der neuen Kollektion sei daher: „Designed in Germany and proudly made in India“. Genau das findet sich auch im Katalog wieder, in dem die Schuhe vorgestellt werden. Dort sind deutsche und indische Koordinaten angegeben – das Design der Schuhe stammt aus Deutschland, produziert wird in Indien. Gefertigt wird in Agra – die Stadt, in der das Taj Mahal steht. „Was die Schuhindustrie angeht, ist Agra das Pirmasens von Indien“, sagt Bernsdorf.

Zur Wahl stehen vegane Modelle oder solche mit Leder, die Unisex-Modelle werden in den Größen 37 bis 46 gefertigt, der Preis liegt zwischen 99 und 119 Euro.

Mehrere Zertifikate zeigen, dass bei der Herstellung gute Arbeitsbedingungen und Nachhaltigkeit eine wichtige Rolle spielen, wie Bernsdorf betont. Er selbst war vor wenigen Wochen in Indien, um sich vor Ort davon zu überzeugen, dass die Produktionsbedingungen in Ordnung sind. Ein Teil der erzielten Einnahmen soll an einen Verein in Indien fließen, der Elefanten rettet und ihnen ein neues Zuhause gibt. Das Ziel der beiden ist nun, die Schuhkollektion in den Handel zu bekommen.

Ab September im „Weltherz“-Laden

Ab September sind die „be free“-Schuhe auch im „Weltherz“-Laden in der Neustadter Hauptstraße 118 vertreten. Dort besteht nach den Worten von Bernsdorf die Möglichkeit, die Schuhe in einem eigenen „Shop in shop“ präsentieren zu können.

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