Neustadt Batik-Shirt und Traumfänger

Aus weiß wird bunt: Auch Batiken gehört zum Programm im Indianercamp im Altenschemel.
Aus weiß wird bunt: Auch Batiken gehört zum Programm im Indianercamp im Altenschemel.

Das Indianercamp der Engagierten Jugend Neustadt (EJN) macht nicht nur den Kindern einen Riesenspaß, sondern auch den zwölf Betreuern. Im Ferienhit-Programm haben die jungen Mitglieder der EJN ein Angebot für Kinder zwischen zehn und zwölf Jahren ausgearbeitet.

„Wir sind so viele Betreuer, weil wir in Schichten arbeiten. Da wir von 8 Uhr bis 16 Uhr vor Ort sind, können wir uns abwechseln. Außerdem gibt es an den letzten beiden Tagen eine Übernachtung für die sieben Kinder“, erklärt Leon Weller. Er ist noch bis 31. August im Dienst des Jugendamtes im Freiwilligen Sozialen Jahr das Verbindungsglied zwischen EJN und Jugendamt. Weil er bereits im Vorjahr die Vorbereitungen zu den Ferienhits kennengelernt hatte, überlegte er mit den EJN-Mitgliedern, diesmal selbst ein Angebot zu machen. Die Jugendlichen arbeiteten in drei verschiedenen Teams das Projekt aus. Neben dem Programm-Team gibt es Zuständige für die Verpflegung und ein drittes Team für die Gesamtorganisation. Verteilt auf mehrere Schultern kam damit ein abwechslungsreiches Programm zusammen, das sich um das Thema Indianer rankt. Martin und Marlena Lüneburg, zwei Mitglieder der EJN, nutzten ihre familiären Verbindungen zur Spedition Abendland im Altenschemel. Dort gibt es neben der Gewerbeeinheit ein großes Freizeitgelände mit Hütte, Bauwagen, Zeltplatz, Trampolin und einen Pool. Ein großes Tipi stand dort ebenfalls bereit, und somit war den Betreuern klar: „Wir machen hier zwei Übernachtungen mit den Kindern.“ Auch die Betreuer selbst nutzten das Gelände für ihre einwöchige Vorbereitung mit Seminaren, in denen sie das Basiswissen erörterten, um die Kinder rundum gut versorgen zu können. „Wir kochen zum Beispiel sehr viel mit Gemüse. Die Kinder sind begeistert, die Nachfrage nach Rohkost ist sehr hoch“, erzählt Farina Becker. Wichtig sei auch gewesen, den Kindern zunächst die Werte der EJN zu vermitteln. So gehe es vor allem um Wertschätzung, einen respektvollen Umgang und um Mitbestimmung. „Wir ziehen unser Programm aber nicht gnadenlos durch, wenn die Kinder etwas ganz anderes machen wollen. Wir sind ein Teil der Gruppe, wir sind ja auch nicht viel älter als die Kinder“, erklärt Marlena Lüneburg. Optimal finden die Betreuer die Gruppengröße von sieben Kindern. „Da kann man auf alle Bedürfnisse eingehen. Aber wir sind im nächsten Jahr wieder bereit, so etwas anzubieten, und hoffen dann natürlich auf eine etwas größere Resonanz, wenn sich herumspricht, wie toll es hier ist“, meint Lüneburg. Die Betreuer erhalten keine Vergütung, sie arbeiten ehrenamtlich und „weil es uns total viel Spaß macht.“ Feli Wehner ist mit sieben Jahren die jüngste Teilnehmerin. „Mir gefallen die Spiele so gut, wie zum Beispiel das Pinguin- und Pelikan-Fangen“, erzählt sie. Auch die „Traumfänger“, als Bastelangebot wurden begeistert angenommen. Einer indianischen Legende zufolge bleiben die „guten Träume“ im Netz der filigranen Traumfänger hängen und die „bösen“ Träume fallen durch. Julian Gärtner, Curtis Blüchel und Jonathan Kimmle spritzen sich im großen Planschbecken nass, während Luca Büchler ein weißes Shirt mit Batik-Technik bearbeitet. Es ist zu einem blau-weißen Kunstwerk geworden. Weitere Programmpunkte waren in den ersten Tagen Reiten auf den Ponys, die auf dem Gelände zuhause sind, sowie eine Kräuterwanderung. Die Experten Yonas Scherrer und Karin Haas vom Bund für Umwelt und Naturschutz zeigten den Kindern, welche Kräuter zum Kochen verwendet werden können. Jetzt wird die Übernachtung vorbereitet. Weller: „Es gibt Lagerfeuer, Lieder zur Gitarre, Stockbrot und Indianer-Geschichten.“ Und man merkt dabei, wie sehr sich auch die Betreuer auf den Abend freuen.