Neustadt BASF-Unglück: Ermittlungen dauern Monate

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LUDWIGSHAFEN. Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Frankenthal zum Explosionsunglück im BASF-Nordhafen werden noch einige Monate dauern. Die Ermittler gehen bisher weiterhin davon aus, dass das Unglück durch das individuelle Fehlverhalten des Mitarbeiters einer Fremdfirma ausgelöst wurde. Er soll am 17. Oktober mit einem Winkelschleifer bei Wartungsarbeiten versehentlich eine gefüllte Pipeline angeschnitten haben.

„Es gibt nach wie vor nur einen Beschuldigten in dem Ermittlungsverfahren. Es geht um ein individuelles Versagen“, sagte Leitender Oberstaatsanwalt Hubert Ströber jetzt auf Anfrage. Der Beschuldigte habe noch keine Aussage gemacht. Damit sei erst nach Abschluss der Ermittlungen zu rechnen. Die Ermittler sind sich sicher, dass der 15 Zentimeter lange Schnitt am falschen Rohr einen Brand verursachte, der dann die Explosion einer mit Raffinat gefüllten Pipeline auslöste. Doch vorsorglich wurden große Teile der Rohrleitungstrassen sichergestellt, die nun von unabhängigen Experten untersucht werden. Damit solle vorsorglich geprüft werden, ob der Rest der Anlagen zum Unglückszeitpunkt in Ordnung war. „Wir warten derzeit auf die Gutachten“, sagte Ströber. Einen genauen Zeitpunkt, wann mit den Ergebnissen zu rechnen sei, wollte der Leitende Oberstaatsanwalt nicht nennen. Dies werde wohl noch einige Monate dauern. Nach bisherigem Ermittlungsstand ist der BASF laut Ströber kein Vorwurf zu machen. Er spricht von einem „Augenblicksversagen“ des Mannes mit dem Winkelschleifer. Zum Unfallzeitpunkt sei der Arbeiter nüchtern gewesen. „Wir wissen nicht, was ihm durch den Kopf gegangen ist, als er den fatalen Fehler machte“, sagte Ströber. Ermittelt wird gegen den Mann wegen fahrlässigen Herbeiführens einer Explosion und wegen fahrlässiger Tötung und Körperverletzung, weil vier Menschen bei dem Unglück getötet und rund 30 Menschen verletzt worden sind. Beobachter gehen davon aus, dass es zu einer Anklage kommen wird und der Arbeiter sich einem Strafprozess verantworten muss. Neben der Staatsanwaltschaft hat auch die BASF mehrere Gutachten zur Unglücksursache in Auftrag gegeben. Mit Ergebnissen wird im Frühjahr gerechnet. Nachdem die Staatsanwaltschaft den Unglücksort im Februar wieder vollständig freigegeben hat, laufen im Nordhafen die Aufräumarbeiten auf Hochtouren. BASF-Chef Kurt Bock hat Ende Februar angekündigt, dass der Konzern erst dann Lehren aus dem Unfall ziehen könne, wenn die Ergebnisse der Ermittlungen vorliegen. „Wenn wir etwas besser machen können, sind wir natürlich daran interessiert, das auch zu tun“, sagte Bock bei der Bilanzpressekonferenz des Chemieunternehmens am 24. Februar. Info Das nächste Bürgerforum findet am Dienstag, 4. April, 18.30 Uhr, bei der BASF im Konferenzraum des Gebäudes D 105 (am Tor 2) statt. Es geht um den aktuellen Stand der Untersuchungen sowie Pläne für neue Sicherheitsstandards. Werksleiter Uwe Liebelt und Margret Suckale aus dem Vorstand vertreten die BASF. Für die Stadt werden Oberbürgermeisterin Eva Lohse, Bau- und Umweltdezernent Klaus Dillinger (beide CDU) sowie Feuerwehrdezernent Dieter Feid (SPD) Rede und Antwort stehen. |mix/ier

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