Frankeneck Bürgermeisterwahl: Mit Ortspolitik groß geworden

Frankeneck aus der Vogelperspektive.
Frankeneck aus der Vogelperspektive.

Vor der Wahl: Nachdem Rückzug von Ortsbürgermeister Marco Fränzel steht in Frankeneck ein Wechsel an der Ortsspitze bevor. Einziger Kandidat ist Florian Seiberth (SPD). Wo der 51-Jährige Schwerpunkte setzen will.

Florian Seiberth ist seit fünf Jahren Mitglied im Gemeinderat Frankeneck, seit einem Dreivierteljahr ist er Beigeordneter. Doch er war schon als Jugendlicher sehr nahe dran an der Kommunalpolitik seines Heimatortes. Denn sein Vater, Hans Seiberth, war 15 Jahre lang Bürgermeister, von 1989 bis 1994, und 39 Jahre lang Ratsmitglied – von 1984 bis 2023. Zuletzt war er Beigeordneter, als er sich im vergangenen Jahr zurückzog, rückte sein Sohn Florian nach.

Jetzt also steht er vor dem nächsten Schritt. Bevor er den Entschluss fasste, als Bürgermeister zu kandidieren, habe es etliche Gespräche gegeben und ein sehr langes Telefonat, berichtet er. An dessen Ende habe er entschieden: Ja, er wirft seinen Hut in den Ring. Seine Motive sind vielfältig. Seiberth will das Dorfleben stärken, das Außengelände der Kita auf Vordermann bringen und den Straßenausbau voranbringen. Aber es gibt auch zwei Dinge, die er unbedingt verhindern wollte mit seiner Kandidatur: dass ein AfD-Kandidat in die Lücke springt, und dass Frankeneck ganz ohne Bürgermeisterkandidaten da steht.

Weniger Zeit für Hobbys

Inzwischen hat er sich darauf eingestellt, dass er künftig vermutlich weniger Zeit für Hobbys haben wird. Seiberth ist begeisterter Fußballer, er spielte selbst viele Jahre und war dann lange Zeit als Jugendtrainer aktiv. Zuletzt in Lambrecht. „Das habe ich jetzt nach zwölf Jahren abgegeben“, erzählt er. Künftig werde er nur noch als Zuschauer bei den Spielen dabei sein, denn einer seiner beiden Söhne sei in puncto Fußball in Papas Fußstapfen getreten.

Bedenken, dass er zu wenig Erfahrung in der Kommunalpolitik hat, hat er nicht. „Ich kenne in der Verwaltung jeden“, sagt er. Wenn er Rat brauche, werde er fragen. Darüber hinaus habe die SPD ein gut gemischtes Team zusammengestellt, mit neuen Mitgliedern, aber auch mit älteren, erfahrenen Leuten. Für den VG-Rat kandidiert der SPDler auch, allerdings nur auf Platz 28.

Seit 35 Jahren bei der BASF

Beruflich ist Seiberth seit 35 Jahren in der BASF. Er absolvierte dort eine Ausbildung als Anlagenmechaniker und arbeitet inzwischen als Auftragsplaner. Nach verschiedenen Intermezzi in Neustadt und Landau wohnt er seit 2005 wieder in Frankeneck. In seinem Elternhaus hat er den Dachboden ausgebaut und dort eine Wohnung eingerichtet. Als seine eigene Familie größer wurde, haben Sohn und Eltern getauscht. Jetzt wohnt die junge Familie im unteren, größeren Bereich, die Eltern sind nach oben in die Wohnung gezogen.

An Frankeneck schätzt Seiberth besonders die kurzen Wege und das Vereinsleben. „Das hat man so in der Stadt nicht.“ Und sein Interesse an der Barszene habe sich längst gelegt. Seiberth hat in jungen Jahren zusätzlich zu seinem Job bei der BASF in der damaligen Neustadter Diskothek Madison gejobbt und hatte zwei Jahre lang auch die Neustadter Brauchbar gepachtet.

Wie will die CDU Frankeneck fit für die Zukunft machen?

Neben der SPD tritt in Frankeneck die CDU bei der Wahl zum Gemeinderat (zwölf Sitze) an. Wir wollten von ihrem Spitzenkandidaten Sven Roth wissen: Wie soll Frankeneck fit gemacht werden für die Zukunft?

Dies ist einfach. Mehr CDU. Dies führt zu bürgerfreundlichen Beschlüssen ohne Seilschaften zu hofieren. Frankeneck steht sich oft selbst auf den Füßen. Alte Feindschaften verhindern ein Dorfmiteinander.

Unser Fokus liegt in einer Haushaltspolitik ohne weitere Steuererhöhungen. Die Bürger müssen entlastet werden. Kommunale Dachfläche müssen mit Photovoltaik ausgestattet werden. Einnahmen aus dem produzierten Strom führen zur Entlastung der Bürger. Wir wollen den Ausbau des Bürgerbusangebotes und des Mobility on demand. Die von der SPD seit Jahren versprochenen Zugänge zum Wald für einen Rundweg werden wir versuchen umzusetzen. Weiter kämpfen wir für bessere Parksituationen im Dorf. Die Spielplätze in Frankeneck sind in die Jahre gekommen. Hier werden wir uns für einen Bürgerdialog einsetzen, um mit Bürgerideen für unsere Kinder wertvolle Spielräume zu schaffen.

Florian Seiberth
Florian Seiberth
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