Neustadt Aus der Luft über den Speyerbach
Am Grünzug Böbig zwischen Aldi und Kurfürst-Ruprecht-Gymnasium wurde gestern Morgen gezogen, gedrückt, gestemmt und geschraubt – per Hand und Fuß, aber auch mit Hilfe eines Krans. Im Mittelpunkt standen die beiden neuen Fußgängerbrücken, die möglichst exakt in ihre elastischen Träger passen sollten – nachgerade eine Millimeterarbeit. Bis zum Mittag war das meiste erledigt, jetzt wird noch nachjustiert.
Im Februar war der Startschuss für die Verlängerung des Grünzugs Wallgasse um weitere rund 600 Meter gefallen. Seitdem wird unter dem Titel Grünzug Böbig an der Renaturierung des Speyerbachs zwischen Festwiese und Landwehrstraße einschließlich Geh- und Rad- weg gearbeitet. Die Gesamtkosten liegen bei rund 2,2 Millionen Euro, gut eine Million davon schießt das Land Rheinland-Pfalz zu. Hauptauftragnehmer ist die Baufirma Zehe aus Burkardroth in Unterfranken. Diese wiederum hat die Holzbau Consult Hilderink aus dem niedersächsischen Nordhorn in Sachen Brückenbau ins Boot geholt. Als Brückenspezialist hatte sich Hermann Hilderink 1988 selbstständig gemacht, wie er gestern auf der Baustelle berichtete. Gebaut werden die Brücken dabei von einem niederländischen Unternehmen. Daher hatten die beiden Neustadter Fußgängerbrücken auch gute 600 Kilometer als überbreiter Schwertransport hinter sich, als sie am Mittwochmorgen am Speyerbach ankamen. Jede von ihnen wiegt etwa 20 Tonnen, ist 16 Meter lang und fünf Meter breit. Gebaut wurden sie aus Holz, die Geländer sind aus Stahl. Am Kurfürst-Ruprecht-Gymnasium und nahe Aldi und Lidl in der Martin-Luther-Straße ermöglichen sie künftig den Übergang über den Speyerbach. Projektleiter Christian Blarr von der Stadtplanung ist zufrieden mit dem bisherigen Verlauf. Nächste Woche sollen zwischen den Brücken die abschließenden Wegebauarbeiten beginnen, im November dann die Pflanzarbeiten folgen. Bis Ende des Jahres sei alles definitiv abgeschlossen, dann starte beim Grün die zweijährige Anwuchsphase.