Neustadt RHEINPFALZ Plus Artikel Aneurysma an der Bauchschlagader: Chefarzt spricht über Gefahren und Therapien

Thomas Ziegler
Thomas Ziegler

Die Bauchschlagader transportiert Blut. Manchmal entsteht dort ein Aneurysma. Ein Neustadter Mediziner warnt vor den drastischen Folgen und will aufklären, was zu tun ist.

Seit Sommer 2025 ist Thomas Ziegler der Leiter der Sektion Gefäßchirurgie am Neustadter Marienhaus Klinikum Hetzelstift. Eines seiner großen Themen ist das sogenannte Bauchaorta-Aneurysma. Über dieses Krankheitsbild will Ziegler daher am Mittwoch, 22. April, ab 16 Uhr in der vom Hetzelstift-Förderverein organisierten Vortragsreihe sprechen. Die Veranstaltung findet im GDA Wohnstift in der Haardter Straße statt und ist kostenfrei, allerdings freut sich der Verein über Spenden für seine Arbeit.

Ein Aneurysma ist eine krankhafte Erweiterung eines Blutgefäßes. Bei der Bauchschlagader bestehe die Gefahr darin, dass sie irgendwann reißt. Dies führt bei den meisten Betroffenen innerhalb kurzer Zeit zum Tod, verdeutlicht Ziegler. Tückisch sei die Erkrankung deshalb, da das Aneurysma keine Schmerzen verursache. Es wachse einfach weiter, bis die Bauchschlagader eben platzt.

Zwei OP-Möglichkeiten

Pro Jahr gebe es in Deutschland rund 40.000 bis 100.000 Diagnosen bei einem Bauchaorta-Aneurysma. Betroffen seien vor allem ältere Männer. Da die Erkrankung zunächst nicht spürbar sei, aber dramatische Folgen habe, wirbt Ziegler eindringlich für die Teilnahme am Präventionsangebot. Männer ab 65 Jahren bekommen von den Krankenkassen eine entsprechende Untersuchung bezahlt. Diese erfolge per Ultraschall, sei unkompliziert und schmerzfrei. „Das Positive daran: Wenn dabei alles in Ordnung ist, muss man sich keine Sorgen mehr machen wegen eines Aneurysmas.“ Werde jedoch festgestellt, dass die Bauchschlagader zu dick ist, müsse man entscheiden, ob der Betroffene regelmäßig untersucht und die Entwicklung beobachtet werde oder ob umgehend eine Therapie/Operation angebracht ist.

Im Vortrag will Ziegler auf diese einzelnen Schritte eingehen und auch erklären, welche Eingriffe möglich sind: entweder eine offene Operation, bei der der Bauch aufgeschnitten und das betroffene Aorta-Teil durch eine Prothese ersetzt wird, oder das schonendere minimalinvasive Stentverfahren. Dabei werden über Stiche in der Leiste schützende Prothesen von innen in der Aorta angebracht. Auch wenn vor allem Männer von der Erkrankung betroffen sind, so wirbt er trotzdem dafür, dass auch Frauen eine Vorsorgeuntersuchung machen. „Die wird zwar leider nicht von den Kassen bezahlt, aber man kann damit Risiken ausschließen, denn auch Frauen können betroffen sein“, so Ziegler. Als Risikofaktoren für ein Bauchaorta-Aneurysma gelten unter anderem das Rauchen und Bluthochdruck. „Als Prävention hilft, gesund zu leben, nicht zu rauchen und zu hohen Bluthochdruck richtig einzustellen“, sagt Ziegler.

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