Neustadt An den Schnittplatz, fertig, los

91-96779157.jpg

Ist die Scheinwerfereinstellung in Ordnung? Welche Themen schaffen es in die Sendung? Um Fragen wie diese dreht sich eine Redaktionskonferenz bei Jan Lemberger und Lukas Hofmann. Seit September 2016 absolvieren die beiden Abiturienten ein „Freiwilliges Soziales Jahr Kultur“ beim Offenen Kanal Weinstraße – genauer gesagt, in den Studios Haßloch und Landau. „Eigenständigkeit und die Bereitschaft, sich technische und redaktionelle Kenntnisse anzueignen, zählen zu den Voraussetzungen“, betont der Geschäftsstellenleiter des Studios Haßloch: Dennoch, so ergänzt Daniel Lindenschmitt, stelle man damit an sich „keine besonderen Ansprüche“. Für das Bedienen der Produktionstechnik seien lediglich „gängige Standards“ wie ein Bezug zum Computer notwendig. Vorherige Praktika müssen nicht sein, aber zählten als „elegante Möglichkeit“, vorab schon einmal Studioluft zu schnuppern. Tatsächlich haben auch Jan Lemberger und Lukas Hofmann erst im Studio den detaillierten Umgang mit der Kamera erlernt. Hofmann hat zwar schon einige Monate vor dem FSJ Kultur ausprobiert, wie man Beiträge produziert. Inzwischen kann der 19-jährige Bellheimer sich aber schon vorstellen, sogar eigene Videoschnittkurse anzubieten. „Wir haben uns selbst hohe Maßstäbe gesetzt“, sagt er, „weil wir unsere Themen immer richtig gut ausarbeiten wollen.“ Das machen die beiden jungen Südpfälzer längst eigenständig in einer Reihe, die jeden letzten Freitagabend im Monat um 18 Uhr neu auf Sendung geht. Mit dem Format „Fokus – Das Weinstraßenmagazin“ haben sie gelernt, geeignete Themen auszuwählen, Gesprächspartner ausfindig zu machen, selbst zu filmen und zu schneiden. Auch von anderen Nutzern angebotene Beiträge nehmen sie auf und machen sie sendefertig. Von der Produktion bis zur Moderation ist also alles dabei, erklärt Lindenschmitt: „Sie sollten einfach ihr eigenes Projekt bei uns haben. Dabei unterstützen wir die beiden natürlich, aber in der Hauptsache machen sie die Arbeit am Magazin selbstständig.“ Dass der OK Weinstraße zuletzt sogar zwei FSJ-Stellen anbieten konnte, verdankt er neben der Landeszentrale für Medien und Kommunikation (LMK) mit Sitz in Ludwigshafen unter anderem dem Gewinn, den das Studio Haßloch – genauer gesagt, der Verein OK Haßloch/Böhl-Iggelheim – 2016 bei der „Google Impact Challenge“ eingestrichen hat: Über 10.000 Euro Siegprämie konnten sich die Lokalmatadoren bei dem mit Preisgeldern von 3,75 Millionen Euro dotierten Programm freuen. Der Google-Konzern fördert Ideen, die durch Technik die Gemeinschaft voranbringen. Eine FSJ-Stelle, die laut Lindenschmitt mit 6500 Euro jährlich zu Buche schlägt, zahlt zu 90 Prozent die LMK, den Rest tragen die Vereine vor Ort. Ein zweiter „FSJler“ sei 2016 möglich gewesen, da sowohl durch den „Google Impact Challenge“-Gewinn als auch von der Sparkassenstiftung Südliche Weinstraße je eine Hälfte der Kosten gedeckt wurde. Damit wollten die teilnehmenden OK-Studios vor allem den Grundstein für „Fokus – Das Weinstraßenmagazin“ legen, das auch künftig Nutzer zur Mitwirkung mit eigenen Beiträgen ermuntern und somit die Zielsetzung aus dem Google-Wettbewerb erfüllen soll. Träger der FSJ-Maßnahme im Offenen Kanal ist das Medienkompetenzforum Südwest (MKFS), eine Tochter der LMK. Mindestens ein Nachfolger für Lukas Hofmann, der später Mediengestalter Bild und Ton werden möchte, und Jan Lemberger, der den Berufswunsch Videoredakteur hegt, soll nun gefunden werden. Wenn die Finanzierung durch weitere Geldgeber und Förderungen möglich ist – denn mit dem Rest der Google-Gewinnprämie sind andere Projekte verbunden – kann laut Lindenschmitt vielleicht sogar erneut eine zweite Stelle dazukommen. „Wir werden unser Wissen jedenfalls gern weitergeben“, versprechen alle. NOCH FRAGEN? —Bewerbungen bis 30. April per E-Mail an Stephan Glöckler (Regionalbeauftragter LMK): gloeckler@lmk-online.de, Telefon 0621/5202160. — www.lmk-online.de/ok-tv/aus-und-weiterbildung.html, www.ok-weinstrasse.de, www.fsjkultur.de.

x