Elmstein RHEINPFALZ Plus Artikel Alte Bahnen, neue Ideen: Minigolfanlage soll erneuert werden

Trotz sichtbaren Sanierungsbedarfs ist die Minigolfanlage in Elmstein sehr beliebt: Deven, Zoey, Joline und Luca aus Iggelbach b
Trotz sichtbaren Sanierungsbedarfs ist die Minigolfanlage in Elmstein sehr beliebt: Deven, Zoey, Joline und Luca aus Iggelbach beim Spiel

Die Minigolfanlage in Elmstein ist sichtbar in die Jahre gekommen. Eine erste Hürde auf dem Weg zu einer umfassenden Erneuerung ist nun genommen. Was geplant ist.

Für Karin Hook ist die Minigolfanlage in Elmstein mehr als eine Freizeiteinrichtung. Sie ist ein Ort der Begegnung, sagt die Vorsitzende des Vereins für Touristik Elmstein. Ein Treffpunkt, an dem Einheimische wie Touristen gerne verweilen, draußen sitzen, die Sonne genießen und das gastronomische Angebot nutzen. „Es gibt nichts Vergleichbares im Ort.“ Vor mehr als fünf Jahrzehnten wurde die Anlage eingeweiht. Die Zeit hat sichtbare Spuren hinterlassen, die 18 Bahnen sind in einem schlechten Zustand. „Man kann zwar noch darauf spielen, aber es müsste dringend etwas gemacht werden“, sagt Hook.

Dass eine Sanierung überfällig ist, beschäftigt den Gemeinderat sowie den Verein bereits seit Längerem. Gescheitert ist eine Lösung bislang vor allem an der Finanzierung. Das Grundstück gehört der Gemeinde, die Anlage ist dem Verein per Gestattungsvertrag zur kostenlosen Nutzung überlassen. Im Gegenzug ist dieser für Unterhalt, Pflege und Betrieb zuständig. Weil für eine umfassende Sanierung bislang das Geld fehlte, hat der Verein einen neuen Anlauf gestartet, um Fördermöglichkeiten ausfindig zu machen, und nahm dabei früh die Verbandsgemeinde mit ins Boot. Mit Erfolg: Über das Programm Leader Plus Pfälzerwald, sagt Hook, könne die Gemeinde einen Zuschuss von 75 Prozent erhalten. Die restlichen 25 Prozent, bis zu einer Höhe von 25.000 Euro, würde der Verein übernehmen.

Gemeinde als „finanzielle Abwicklungsstelle“

Weil der Verein selbst keine Fördermittel beantragen kann, brachte Hook in der jüngsten Gemeinderatssitzung den Antrag ein, Gemeinde und Verein sollten gemeinsam einen Antrag zur Finanzierung der neuen Bahnen stellen. Der Rat stimmte einhellig zu, wie Ortsbürgermeister Rene Verdaasdonk auf Nachfrage mitteilt. Die Gemeinde übernehme dabei im Wesentlichen die formale Rolle der „finanziellen Abwicklungsstelle“, diene also gewissermaßen als Vehikel für den Förderantrag.

Zugestimmt hat der Rat auch der Einrichtung eines Arbeitskreises, der das weitere Vorgehen vorbereiten und Ideen für die Neugestaltung entwickeln soll. Der Verein werde dafür ein Grundgerüst vorlegen, das bereits mit der Regionalstelle Leader Plus abgestimmt worden sei, sagt Hook. Auf dieser Basis sollen nun Details ausgearbeitet und Angebote eingeholt werden. Die Erneuerung, so die Vorgabe, soll einen Gesamtbetrag von 100.000 Euro nicht überschreiten.

Neue Ideen und Konzepte gefordert

Voraussetzung für eine Förderung in Höhe von 75 Prozent sei allerdings, dass die Anlage nicht einfach nur saniert werde, betont die Vereinsvorsitzende. Stattdessen seien „innovative, nachhaltige und vernetzte Komponenten“ erforderlich. Erste Ideen habe der Verein bereits gesammelt und sich zur Inspiration auch andere Anlagen angesehen, darunter eine Adventure-Minigolfanlage im Schwarzwald. „Wir wollen nichts kopieren, aber man schaut sich um und holt sich Ideen“, sagt Hook.

Konkret schlägt der Verein eine naturnahe Gestaltung durch die Einarbeitung heimischer Hölzer vor, außerdem sollen nachhaltige Elemente durch das Recycling von Materialien integriert werden. Noch intakte Hindernisse sollen aufgearbeitet und neu positioniert werden. Denkbar sei auch die Verwendung von Altholz, alten Rohren oder sogar alten Feuerwehrschläuchen. Inhaltlich soll die Bahn zudem stärker mit regionalen Themen verknüpft und vermarktet werden, etwa durch Hindernisse mit Bezug zur historischen Holztrift, die die Region lange Zeit geprägt hat. Auch eine solarbetriebene Lichtanlage sei vorstellbar, sodass die Anlage künftig auch im Dunkeln bespielt werden könnte. Als Belag schlägt der Verein Kunstrasen ohne Mikroplastik und/oder Biobeton vor.

Verein setzt auch auf Eigenleistung

Eine Sache, die von der Sanierung unberührt bleiben soll, ist die Pit-Pat-Anlage auf dem Gelände. Dabei handelt es sich um eine Mischung aus Minigolf und Billard. „Wir haben eine der wenigen hier im Umkreis“, sagt Hook. Sie sei noch in einem guten Zustand und könne bleiben.

Bei den weiteren Maßnahmen setzt der Verein nicht allein auf Fördermittel, sondern auch auf ein breites gemeinschaftliches Engagement. „Wo es möglich ist, werden wir versuchen, durch Eigenleistung Kosten zu senken und selbst mit anzupacken“, sagt Hook. Wie gut das funktionieren könne, habe bereits der Wiederaufbau des Kiosks gezeigt, der nach einem Brand vor einigen Jahren in zahlreichen Stunden ehrenamtlicher Arbeit saniert und erweitert worden sei. „Damals haben Mitglieder der Parteien und Bürger zusammengearbeitet und alle an einem Strang gezogen“, so Hook. Den zusätzlichen finanziellen Aufwand habe der Verein seinerzeit über einen Kredit gestemmt.

Inzwischen habe der Verein die Investitionen in den Kiosk „finanziell verdaut“ und durch „geschicktes Wirtschaften“ Rücklagen für eine Erneuerung der Bahnen bilden können. „Es geht jetzt erst einmal darum, einen Arbeitskreis zu gründen und die Möglichkeiten auszuloten. Noch ist nichts in trockenen Tüchern“, sagt Hook.

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