Neustadt Acht Lebensretter auf den Dächern

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Bei Gefahrensituationen wie zum Beispiel wie der Explosion in der BASF im Oktober 2016 soll die Bevölkerung schnellstmöglich gewarnt werden können. Deshalb wird am Samstag erneut die Funktionalität der Sirenen getestet. Halbjährlich finden diese Probealarme statt, an die sich gegebenenfalls Wartungen anschließen. In Haßloch sind zur Zeit acht Warnsirenen auf Dächern und Mästen angebracht. Standorte neben der Forstgasse, der Kirchgasse, dem Holunderweg und der Pfarrgasse sind das Dach des Hannah-Arendt-Gymnasiums und das der Ernst-Reuter-Schule. Nummer 7 und Nummer 8 sind auf dem Rathaus und bei den Gemeindewerken in der Gottlieb-Duttenhöfer-Straße zu finden. Rund 900 Euro betragen die jährlichen Wartungskosten. Schon in der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg wurden Bürger im Fall eines Großbrandes mit Feuerglocken und ersten Sirenen alarmiert, erläutert Marcel Roßmann, Pressesprecher der Gemeinde, auf Anfrage der RHEINPFALZ. Im Krieg dienten die Signalhörner nicht mehr nur dazu, sondern informierten die Menschen auch über kommende Gefahr. Durch den „Fliegeralarm“ wurde vor Bombardierungen gewarnt. So konnte sich ein Teil der Bevölkerung noch rechtzeitig in Sicherheit bringen. Der auf- und abschwellende Heulton dient heute noch als Zivilschutzsignal. Jedoch wurde die Wartung und das Einsetzen von Sirenen mit dem Ende des Ost-West-Konflikts zunehmend vernachlässigt. Der Gemeindeverwaltung zufolge sind die Warntöne in Haßloch trotzdem immer abspielbar gewesen und auch eingesetzt worden, zum Beispiel bei Großbränden. 2014 wurden die Sirenen dann auf digitale Technik umgestellt und in das allgemeine Warnsystem aufgenommen. Somit werden die Bürger in speziellen Fällen offiziell mit Signalen über Gefahren informiert. Es kann nicht nur der Zivilschutzalarm über die Sirenen ertönen, sondern auch der Feueralarm und letztendlich auch die Entwarnung. Alle drei Signalarten werden am kommenden Samstag getestet. Falls es einmal zur „Warnung der Bevölkerung“ kommt, sollte man auf keinen Fall in Panik geraten, sondern Ruhe bewahren. Die Feuerwehr rät, zügig die Straße zu verlassen und Schutz zu suchen, zum Beispiel in Häusern und Kellern. Nachdem Fenster und Türen geschlossen sind, sollte man sich über die Situation informieren - ausdrücklich über das Radio und nicht über die Feuerwehr oder Polizei. „Bei einer solchen Alarmierung sind die Mitarbeiter in den Leitstellen in der Regel voll ausgelastet“, wird in einem Schreiben der Verwaltung erklärt. Doch während sich einige schon in sicheren Räumlichkeiten verbarrikadiert haben, wissen andere noch gar nichts von der Warnung. Darunter fallen zum Beispiel Schwerhörige, Behinderte oder nichtsahnende Kinder, die im Freien spielen. Deshalb sollten Bürger die Meldungen an das Umfeld weitergeben. Ist die akute Gefahr vorbei, ertönt ein Entwarnungssignal. Eltern wird von der Feuerwehr empfohlen, ihre Schützlinge über die Probealarmierung aufzuklären. Die Verwaltung erinnert in diesem Zusammenhang an die Situation beim Brand am „Duwakschopp“ im November 2016: In sozialen Netzwerken hatte sich die Nachricht verbreitet, dass Kinder Angst hatten, als der Brandschutzalarm ausgelöst wurde. Neben Sirenen dienen auch die Medien und Lautsprecherdurchsagen der Polizei und Feuerwehr zur Gefahrenwarnung. Wer schriftlich darüber informiert werden will, kann sich auf sein Smartphone oder Tablet das kostenlose Katastrophenschutzwarnsystem „Katwarn“ herunterladen und installieren. Das ist eine App, die die Bevölkerung im jeweiligen Bundesland vor kommender Gefahr alarmiert. Bundesweit haben schon über eine Million Menschen den Warndienst auf ihrem mobilen Gerät. Die Feuerwehr hat auf ihrer Website www.feuerwehr-hassloch.de eine Rubrik „Sirene“ eingerichtet. Dort kann ein Kommentar hinterlassen werden, wenn Warntöne am Samstag nicht zu hören sind oder im Zusammenhang mit dem Probealarm ein anderes Problem vorliegt. Rückmeldungen sind ausdrücklich erwünscht. Noch Fragen? Fragen zum Probealarm beantwortet die Ordnungsbehörde. Unter der Telefonnummer 06324/935257 steht Jochen Ohler zur Verfügung. |lbah

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