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Donnerstag, 06. Dezember 2018 Drucken

Neustadt

Sprachrohr für Kita-Kinder und Eltern

Stadtelternausschuss startet in zweite Amtszeit – Top-Themen sind Gesetzesnovelle und Platzvergabe

Von Kerstin Pingel

Protagonisten des neu gewählten Stadtelternbeirats (von links): Cornelia Koscher, Jana Riemann, Benjamin Stihler, Daniela Hoffmann und Asif Stöckel-Karim.

Protagonisten des neu gewählten Stadtelternbeirats (von links): Cornelia Koscher, Jana Riemann, Benjamin Stihler, Daniela Hoffmann und Asif Stöckel-Karim. ( Foto: Mehn)

Der 2016 ins Leben gerufene Stadtelternausschuss (StEA) hat sich Mitte November neu wählen lassen. Die zwölf Mitglieder – erstmals sind drei Väter dabei – wollen sich weiterhin für die Interessen der Kinder und deren Eltern in den Kindertagesstätten einsetzen. Gestern hat er erstmals getagt. Doch schon zuvor konnte er sich im Landeselternausschuss und im städtischen Jugendhilfeausschuss zu Wort melden.

„Als sich der Stadtelternausschuss 2016 formierte, unkten einige, dass die Initiative sicher bald wieder einschlafen würde“, erinnert sich Daniela Hoffmann, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit: „Der aktuelle Ausschuss beweist das Gegenteil.“ Zwölf Mütter und Väter sind darin vertreten, sodass die Aufgaben auf mehrere Schultern verteilt werden können. Benjamin Stihler fasst die Zielsetzung des StEA so zusammen: „Wir verstehen uns als Sprachrohr sowohl von Eltern, deren Kinder bereits in Neustadter Kindertagesstätten betreut werden, als auch von denen, die noch dringend einen Betreuungsplatz suchen.“

Stihler weiß, wovon er spricht, sein Sohn hat erst drei Wochen vor Ablauf der Elternzeit einen Kita-Platz bekommen. Die zweite Vorsitzende Jana Riemann ist sogar noch immer auf der Suche nach einem Betreuungsplatz für ihr Kind. Weil die Kita-Situation in Neustadt angespannt sei, wolle man sich dafür einsetzen, dass die Platzvergabe transparenter gestaltet wird und die Bedarfsplanung die tatsächliche Situation berücksichtigt, so Stihler. „An der Finanzlage können wir nichts ändern“, weiß die erste Vorsitzende Cornelia Koscher. „Aber die gesetzliche Grundlage, nach der jedes Kind ein Recht auf einen Betreuungsplatz hat, ist Fakt. Die Rahmenbedingungen können geändert werden. Und dazu müssen wir gehört werden.“

Natürlich steht auch die geplante Kita-Gesetzesnovelle (wir berichteten mehrfach) ganz oben auf der Agenda. Zwei Ausschussmitglieder haben sich bereits beim Landeselternausschuss in Mainz informiert, und auch im Jugendhilfeausschuss der Stadt war der StEA dabei. „Wir meinen, dass eine durchgehende Betreuung von sieben Stunden mit Mittagessen heute gesellschaftspolitische Realität ist“, so Stihler. „Familienpolitik ist Standortpolitik, schließlich sind Eltern, die arbeiten gehen, Steuerzahler. Wir wollen aber auch die Sorgen der Stadt und der Träger ernst nehmen.“

Mit dem Jugendamt will das Gremium den begonnenen regelmäßigen Austausch fortsetzen und so auf direktem Wege Fragen aus dem Kita-Alltag ansprechen und gemeinsame Lösungen erarbeiten. So könne es bei Konflikten als Mediator fungieren. „Wir fühlen uns bislang überall willkommen“, freut sich Asif Stöckel-Karim und macht zugleich deutlich, wie wichtig der Aufbau eines großen Netzwerkes für die Aufgaben des Stadtelternausschusses sei. Neben den Kita-Leitungen und den Trägern gehörten dazu auch die politischen Akteure und natürlich die Eltern. „Viele Eltern kennen uns noch gar nicht“, bedauert Hoffmann. „Es sickert erst langsam durch, dass wir ein Ansprechpartner für viele Fragen sind.“ Interessierte Eltern können sich auf der Homepage informieren, demnächst soll es auch wieder einen regelmäßigen Stammtisch geben. „Wir appellieren an alle Eltern, uns einfach eine E-Mail zu schreiben, damit wir sie mit aktuellen Informationen versorgen können. Aufgrund des neuen Datenschutzes ist unklar, ob wir die Eltern selbst anschreiben dürfen“, erklärt Hoffmann, die bereits ihre zweite Amtszeit im Stadtelternausschuss absolviert und wieder Vorträge und Infoabende anbieten möchte.

Angesichts der Vielzahl der Aufgaben zeigen sich die StEA-Mitglieder voll motiviert. „Wir sind gleich in der ersten Woche mehrfach kontaktiert worden, da ist eine gute Dynamik entstanden“, berichtet Vorsitzende Koscher, während ihr Kollege Stöckel-Karim die Herausforderungen sportlich nimmt: „Wir sind alles aktive Menschen, wir gehen spielerisch damit um.“

Internet

www.stea-nw.de

Neustadt-Ticker