Schließen x

Anmelden

»Registrieren     »Passwort vergessen

Montag, 28. April 2014 Drucken

Haßloch

„RS Combo“ und „Puschkin-Bar“

Schon beim RHEINPFALZ-Gespräch beginnen die Augen zu leuchten, als Gerhard Postel, Dorle Dorsch, Gerold Mehrmann und Horst Völkel von „damals“ erzählen. Mit dem Saal Löwer verbinden viele Haßlocher persönliche Erinnerungen. Und die will die Bürgerstiftung im Film festhalten. Dazu suchen sie Zeitzeugen.

Die Bürgerstiftung hat sich zum Ziel gesetzt, den um 1900 errichteten und seit 1966 im Dornröschenschlaf liegenden Saal Löwer wieder zum Leben zu erwecken (wir berichteten mehrfach). Zum 1. Januar 2013 hatte die Eigentümerfamilie Heyd den historischen Tanzsaal der Bürgerstiftung per Schenkung übertragen. Ein Konzept mit zwei Ausbaustufen liegt vor, und inzwischen arbeiten viele ehrenamtliche Helfer bei der Sanierung des 700 Quadratmeter großen Saals mit (über den Stand der Arbeiten werden wir in Kürze ausführlich berichten).

Die ersten beiden Veranstaltungswochenenden der Bürgerstiftung im Löwer-Saal im Advent 2013 hatten Erinnerungen bei vielen Besuchern wachgerufen. Schließlich war der Saal der Brauerei Löwer viele Jahre ein „Herzstück“ des Ortes: Hier wurde gefeiert, getanzt, Theater gespielt, es fanden Konzerte und viele andere Veranstaltungen statt, er war Schauplatz unzähliger Tanzkränzchen – und nicht zuletzt soll so manche Liebesbande unter oder vielleicht auch auf den charakteristischen Holzemporen geknüpft worden sein.

Die vielen Begebenheiten aus den Jahren, als der Saal kultureller Mittelpunkt des Dorfes war, will die Bürgerstiftung nun dokumentieren. Die Idee, mithilfe der Erinnerungen von Zeitzeugen einen Film zu erstellen, der im Offenen Kanal laufen soll, war schnell geboren. Dorle Dorsch, die bereits jetzt den Fortschritt der Sanierungsarbeiten im Film festhält, soll bei dem „Zeitzeugen-Film“ federführend sein und wird dabei von Horst Völkel (Moderator), Gerhard Postel und Gerold Mehrmann vom Kuratorium der Bürgerstiftung sowie weiteren Helfern unterstützt.

Eine Menge Material und Themenideen für den Film haben die Aktiven bereits gesammelt. Unter anderem erinnern sich Ältere noch an die Kapelle „RS Combo“, die Ende der 50er/Anfang der 60er Jahre immer wieder sonntags zum Tanz aufspielte. Oder an den spektakulären „Einritt“ in den Keller der Alten Brauerei mit Pferden des Rennvereins bei Prunksitzungen. An die „Rosenkönigin“, die bei Rosenausstellungen gekürt wurde – und deren aufgepolsterten Thron Familie Flott der Bürgerstiftung kürzlich geschenkt hat. An die Auftritte des Harmonikavereins, die Aufführungen des Theatervereins, an Abschlussbälle der Tanzschule Braun, an die „Puschkin-Bar“ ...

Alle Zeitzeugen, die Geschichten und Erzählungen, Fotos, vielleicht sogar Filme oder andere Dokumente aus der reichen Geschichte des Saales Löwer beisteuern können, bittet die Bürgerstiftung um Mithilfe. Zu einem ersten Treffen, bei dem Begebenheiten von früher gesammelt werden, lädt die Bürgerstiftung am Donnerstag, 8. Mai, um 15 Uhr ins „Café“ der Alten Brauerei Löwer (Eingang Langgasse 66) ein. Angedacht ist die Fortsetzung mit einem „Stammtisch“.

Zu einem späteren Zeitpunkt sollen im Saal selbst zu den einzelnen Themenbereichen lockere Gesprächsrunden stattfinden, die von Horst Völkel moderiert und von Dorle Dorsch gefilmt werden. An den jeweils passenden Stellen sollen alte Fotos oder Dokumente eingeblendet werden. Eingespielt werden soll zum Beispiel auch das Lied „Liebe kleine Stadt“, das als Schlusslied der „RS Combo“, so berichtet Gerhard Postel, legendären Ruf besaß. Auch die Nachfahren früherer Wirtsleute der Brauerei Löwer sollen angesprochen werden. Große Hoffnungen setzen die Aktiven der Bürgerstiftung auf die Haßlocher Vereine, die damals Veranstaltungen im Saal abhielten und entweder mit persönlichen Erinnerungen von Mitgliedern oder mit alten Fotografien zum Film beitragen können. Bilder und Dokumente werden eingescannt und wieder zurückgegeben. (guh)

 

 

 

Neustadt-Ticker