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Samstag, 20. April 2019 Drucken

Haßloch

„Nicht in dieser Höhe und Masse“

HASSLOCH: Für den hinteren Bereich des Anwesens Langgasse 51 soll ein Bebauungsplan aufgestellt werden. Das hat der Bauausschuss beschlossen. Wie am 17. April berichtet, will die Reisch-Gruppe (Ludwigshafen) in Zusammenarbeit mit dem Grundstücksbesitzer dort drei Einfamilien- und zwei Mehrfamilienhäuser bauen.

Von Annegret Ries

Bauvorhaben in gewachsenem Ortskern: der Rückbereich der Langgasse 51 (rot) neben dem Friedhof.

Bauvorhaben in gewachsenem Ortskern: der Rückbereich der Langgasse 51 (rot) neben dem Friedhof. ( Foto: GEMEINDE)

Die Mitglieder des Bau-, Verkehrs- und Entwicklungsausschusses lehnen eine Bebauung des Grundstücks im hinteren Bereich der Langgasse 51 nicht grundsätzlich ab, wollen aber keine Bebauung „in dieser Höhe und dieser Masse“, sagte Jürgen Scheweiler-Würzburger (CDU), der dafür Beifall der zahlreichen anwesenden Anwohner des Gebiets bekam. „Eine Entwicklung dieser Art brauchen wir in Haßloch nicht“, meinte Jürgen Schneider (Grüne).

 

Architekt: Grünes Quartier

in einem sensiblen Bereich

Geplant sei „ein grünes offenes Quartier“, das von der Umgebung gut „vertragen“ werde, warb Gerald King-Anetzberger, Architekt und Stadtplaner der Reisch-Gruppe, für die Pläne. Auf dem rund 4200 Quadratmeter großen Grundstück sind zwei Mehrfamilienhäuser mit drei Vollgeschossen und einem Dachgeschoss sowie zwei Einfamilienhäuser mit einem Vollgeschoss und einem Dachgeschoss vorgesehen. In jedem der Mehrfamilienhäuser sind höchstens zehn Wohnungen geplant. Man sei sich bewusst, dass es sich um „ein Grundstück in einem gewachsenen Ortskern“ handle, mit dem man „sensibel“ umgehen wolle, betonte King-Anetzberger. Man plane „ökologisch- nachhaltig“ und nutze nicht die gesamte Fläche aus.

Bewusst sei darauf verzichtet worden, nur Einzel-, Doppel- und Reihenhäuser zu planen. Mit den Mehrfamilienhäusern entstehe eine größere soziale Durchmischung des Gebiets. Man müsse bedenken, dass es nicht nur Familien gebe, die in einem Haus wohnen wollen, sondern auch andere Personengruppen, die Wohnungen in Mehrfamilienhäusern suchen.

Unterhalb der beiden Mehrfamilienhäuser ist eine Tiefgarage mit 38 Stellplätzen geplant, weitere fünf Parkplätze sollen auf dem Gelände der Mehrfamilienhäuser entstehen. Bei 20 Wohnungen wären lediglich 30 Stellplätze vorgeschrieben. Bei jedem der Einfamilienhäuser sind zwei Stellplätze vorgesehen.

Zwei Varianten für die Erschließung hat die Reisch-Gruppe vorgelegt. Bei der ersten Variante soll die Zu- und Abfahrt zu den Mehrfamilienhäusern weitgehend über die Friedhofstraße und ansonsten über die Emil-Schneider-Straße erfolgen. Über die Kurt-Flockert-Straße sollen die Bewohner der Einfamilienhäuser die Zu- und Abfahrt bekommen. Bei der Variante 2 ist für die Erschließung der Mehrfamilienhäuser eine Verbindungsstraße zwischen Friedhof- und Emil-Schneider-Straße vorgesehen. Man knüpfe damit an frühere Pläne für den Bau einer Verbindungsstraße an, so King-Anetzberger.

Ausschuss plädiert für

„vernünftige Bebauung“

Einer Verbindungsstraße werde man auf keinen Fall zustimmen, betonte Scheweiler-Würzburger. Die Gebäude seien zu hoch und zu groß, und in der unmittelbaren Umgebung gebe es keine Häuser in dieser Größe. Auf Nachfrage von Thomas Barth (HLL) sagte Jan Strömer (Bauabteilung), dass die Gebäude in der Umgebung ein bis zwei Vollgeschosse haben. King-Anetzberger bezeichnete die Höhe als „moderat“.

Es müsse geprüft werden, ob unmittelbar bei der denkmalgeschützten Friedhofsmauer Gebäude in dieser Höhe errichtet werden dürfen, so Bernd Dahlke (Grüne). Hans Bendel (SPD) kritisierte, dass ein Bauträger möglichst viel Gewinn machen wolle. Er plädierte für „eine vernünftige Bebauung“ und lobte die Vorschläge der Anwohner-Initiative. Wie berichtet, haben sich vor einigen Tagen Bürger aus mehreren Straßen der Umgebung zur Initiative „Pro Wohngebiet Emil-Schneider- und Kurt-Flockert-Straße“ zusammengeschlossen.

Lorch: Über Bebauungsplan kann

Gemeinde Vorgaben machen

Bürgermeister Lothar Lorch (CDU) erinnerte daran, dass es schon 1989 Entwürfe für einen Bebauungsplan für das jetzt zur Diskussion stehende Gelände gegeben habe. Er plädierte dafür, einen Bebauungsplan aufzustellen. Danach könnten Anträge für eine den Richtlinien dieses Bebauungsplans entsprechende Bebauung gestellt werden. Über den B-Plan könne die Gemeinde Vorgaben machen und damit den verschiedenen Interessen gerecht werden.

Neustadt-Ticker