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Mittwoch, 05. September 2018 Drucken

Neustadt: Kultur Regional

Neustadt: Leibniz-Gymnasium bei „Querfälltein“

Jugend in die Stadt: Das Leibniz-Gymnasium präsentiert bei „Querfälltein“ Episoden zur Demokratiegeschichte

Von Holger Pöschl

Die Demokratie, in Frage gestellt von Populisten und Fake-News-Verbreitern: Joanna Dietz (Mitte) vom DS-Grundkurs MSS 13 hat sichtlich keinen leichten Stand. Aber sie weiß sich zu wehren.

Die Demokratie, in Frage gestellt von Populisten und Fake-News-Verbreitern: Joanna Dietz (Mitte) vom DS-Grundkurs MSS 13 hat sichtlich keinen leichten Stand. Aber sie weiß sich zu wehren. ( Foto: Linzmeier-Mehn)

Freiheit und Demokratie sind die großen Themen beim „Querfälltein“-Festival, das von nächsten Montag an der Jugend in Neustadt eine Stimme geben soll. Das Leibniz-Gymnasium plant dazu ein mehrsprachiges Episodenstück zur Demokratie-Geschichte, das aufzeigen soll, dass Freiheit und Selbstbestimmung keine Selbstverständlichkeit sind, sondern harte Opfer erforderten und auch wieder verloren gehen können.

„Many soldiers died, their lifes ended fast / But their dreams and their spirits are free at last“ – mit einem selbst verfassten Gedicht, das auch Bezug nimmt auf Martin Luthers Kings berühmte „I have a dream“-Rede, würdigt Hannah Steiger, Schülerin im Englisch-Leistungskurs von Cornelia Plage, die Opferbereitschaft, die die Kämpfer für die amerikanische Unabhängigkeit im 18. Jahrhundert aufbrachten. Es ist ein Teil des etwa dreiminütigen Einzelbeitrags, den die zwölf Schülerinnen und Schüler selbst zu diesem Thema entwickelt haben. Die Grundidee des Theaterstücks, das Cornelia Plage in Kooperation mit anderen Lehrern auf den Weg gebracht hat, sieht eine Reise durch Zeit und Raum vor – mit einer Einleitung, die die Gefahren aufgreift, die der Demokratie heute weltweit durch Populisten drohen, und verschiedenen Stationen, die die historische Entwicklung des Freiheits- und Demokratiegedankens aufgreifen.

Johanna März erscheint als Facebook-Seite

 

Nach dem Gedicht, das auch noch so einen schönen Satz wie „Freedom is a strong seed“, „Freiheit ist ein starker Samen“, bietet, gibt es als nächstes eine Spielszene, bei der Johanna März als Facebook-Seite der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung von 1776 erscheint, umgeben von anderen Schülern oder „Friends“, die sich von deren Vorbild inspirieren ließen: Unter anderem treten hier bei der Probe Finnland, Ägypten, Neuseeland und – nicht ohne Zündstoff – Katalonien auf, das Motto lautet: „Together we fight for independence“.

 

Insgesamt soll das Episodenstück, wenn es fertig ist, etwa 20 Minuten dauern. 50 Schüler und acht selbstständig agierende Gruppen mit ihren Lehrern in so kurzer Zeit – angefangen wurde erst so richtig nach den Sommerferien – unter einen Hut zu bringen, ist aber gar nicht so einfach. So war als erste historische Station eine Szene mit griechischen Schülerinnen zur Geburt der Demokratie im Athen des fünften vorchristlichen Jahrhunderts geplant. Ob und, falls ja, in welcher Form die zustande kommt, steht aber immer noch nicht fest, weil ständig wichtige Beteiligte fehlten. So beginnt der historische Parcours nun also bis auf weiteres mit dem Latein-Grundkurs von Boris Rosentreter im antiken Rom, wo die Gracchen als Vorkämpfer für soziale Gerechtigkeit auftraten (und scheiterten), und führt dann über die US-Unabhängigkeitserklärung und den Sturm auf die Bastille zur friedlichen Revolution gegen das Pinochet-Regime in Chile, dem Kampf gegen Korruption im heutigen Italien und dem Streben der syrischen Kurden für Freiheit. Diese letzte Szene steuert der syrische Regisseur Ali Mousa mit seiner Theatergruppe bei, die sich in das Projekt eingeklinkt hat.

Alle Beiträge in Originalsprachen aufgeführt

 

Alle Beiträge werden in Originalsprachen aufgeführt, aber jeweils zuvor kurz erläutert. Für die Einleitung und die Rahmenhandlungen sorgen die Darstellendes-Spiel-Grundkurse von Cornelia Plage und Lena Siener. Wie sagte doch Jens, einer der Englisch-Leistungskursler, am Rand der Probe: „Jugendliche sollten sich mehr politisch engagieren!“ Hier tun sie’s.

 

  Termine

Die Theatergruppe des Leibniz-Gymnasiums führt ihr Stück am Donnerstag, 13. September, ab 14.30 Uhr auf der Werkstatt-Bühne im „Querfälltein“-Zelt auf dem Juliusplatz auf. Eine öffentliche Probe gibt es dort schon am Montag, 10. September, ab 9 Uhr. Das Leibniz-Gymnasium ist außerdem auch noch mit einem Kurzkonzert beteiligt, das eine Französisch-Klasse gemeinsam mit dem deutsch-französischen Hip-Hop-Duo „Zweierpasch“ am Donnerstag, 13. September, ab 18 Uhr beim „Come together“ in dem Zelt am Juliusplatz gibt. Zudem ist man auch am Samstag, 15. September, beim „Demokratiefestival“ auf dem Hambacher Schloss präsent: um 14 Uhr auf der Bühne im Außenbereich zusammen mit der Partnerschule aus Mâcon mit Beiträgen zum Poetry-Slam-Wettbewerb „Poésie dans ma ville“. Der Eintritt zu allen Veranstaltungen ist frei.

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