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Mittwoch, 16. Januar 2019 Drucken

Neustadt: Lokalsport

Motorsport: Jamie Green bei Testfahrten in Formel E

Von Klaus-Eckhard Jost

Ganz leise kommt Jamie Green daher: Seine ersten Runden im elektrisch angetriebenen Rennwagen hätten sich komisch angefühlt, erzählt der Brite. Mal abgesehen vom fehlenden Motorengeräusch sei das E-Auto nicht so gut ausbalanciert. Es hat nämlich im Heck eine schwere Batterie.

Ganz leise kommt Jamie Green daher: Seine ersten Runden im elektrisch angetriebenen Rennwagen hätten sich komisch angefühlt, erzählt der Brite. Mal abgesehen vom fehlenden Motorengeräusch sei das E-Auto nicht so gut ausbalanciert. Es hat nämlich im Heck eine schwere Batterie. ( Foto: frei/Audi)

Jamie Green (rechts) erfuhr am Testtag viel Neues. Hier ist er im Gespräch mit Allan McNish, dem Audi-Formel-E-Teamchef.

Jamie Green (rechts) erfuhr am Testtag viel Neues. Hier ist er im Gespräch mit Allan McNish, dem Audi-Formel-E-Teamchef. ( Foto: frei/Audi)

Motorsport: Das breite Grinsen von Jamie Green war ein deutliches Zeichen, dass der Rennfahrer einen ereignisreichen Tag erlebt hat. Der 36 Jahre alte Engländer, der in der DTM für das Neustadter Team Rosberg unterwegs ist, durfte wieder einmal Neues entdecken. In Marrakesch hatte ihn sein Arbeitgeber Audi bei Testfahrten in der Formel E eingesetzt.

„Ich saß zum ersten Mal seit 15 Jahren wieder in einem Formelauto“, sagte Green. 2004 hatte er die Formel-3-Euroserie als Meister beendet. In der Meisterschaft hinter ihm sind damals Nico Rosberg auf Platz vier und Lewis Hamilton auf Position fünf gelandet. Beide wurden später Formel-1-Weltmeister. Greens Weg führte ihn hingegen in die Deutschen Tourenwagen-Masters (DTM).

Eigenschaften überraschen Green

„Die ersten Runden fühlten sich komisch an, auch wegen des fehlenden Sounds“, berichtete der Pilot. Im Vergleich zu seinem DTM-Arbeitsgerät sei der rein elektrisch angetriebene Rennwagen nicht einfach. Das ist nicht verwunderlich: Die Formel-E-Monoposti sind nicht so gut ausbalanciert wie andere Rennwagen, weil sie im Heck die schwere Batterie mit sich herumschleppen müssen. Die ist im Vergleich zu den vergangenen Jahren größer, weil mittlerweile die Rennen über 45 Minuten mit nur einem Fahrzeug absolviert werden können.

Noch in einem anderen Punkt wurde Jamie Green von den Eigenschaften des Gen-2-Autos, das futuristisch wie ein Bat-Mobil aussieht, überrascht. „Sie haben viel weniger Downforce als das, was ich gewohnt bin“, verglich er den Anpressdruck der beiden Fahrzeuge FE.05 (Formel E) und RS5 (DTM). „Sie haben aber mehr Power, als ich erwartet hatte. Das ist erstaunlich!“

"Ich habe den Tag auf alle Fälle genossen"

Natürlich war der Einsatz von Green nicht nur dazu gedacht, dass er einen unterhaltsamen Tag auf der Rennstrecke erleben darf. „Wir hatten ein vollgepacktes Programm, denn es gab viel auszuprobieren, damit Audi für den Rest der Saison gut aussortiert ist. Wir konnten viele Dinge abarbeiten.“ Schließlich würden die Ingolstädter gerne ihren Titel als Team-Weltmeister verteidigen. Beim E-Prix am Samstag waren die Audi-Stammpiloten Lucas di Grassi und Daniel Abt allerdings lediglich auf die Plätze sieben und zehn gekommen.

Wie zum Beweis, dass die hecklastigen Formel-1-Renner schwer zu fahren sind, drehte sich Jamie Green fünf Minuten vor dem Ende des Testtages und sorgte für eine unfreiwillige Unterbrechung. „Ich bin etwas über das Limit hinausgeschossen bin“, sagte er. Seiner guten Laune tat dies allerdings keinen Abbruch. „Ich habe den Tag auf alle Fälle genossen“, sagte er und grinste breit.

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