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Freitag, 06. April 2018 Drucken

Neustadt: Kultur Regional

Immer den Stift zur Hand

Kulturprofil: Die aus St. Martin stammende Manja Adamson hat ihr erstes Kinderbuch illustriert

Von Heike Klein

„Zeichnen ist immer verbunden mit den Menschen“: Manja Adamson.

„Zeichnen ist immer verbunden mit den Menschen“: Manja Adamson. ( Foto: Adamson/frei)

«Darmstadt/St. Martin». Die gebürtige Neustadterin Manja Adamson hat mit Autorin Sandra Lehmann das Kinderbuch „Matti und Max – Abenteuer auf Kreta“ veröffentlicht. Die 41-jährige lebt mit ihrer Familie in Darmstadt und hat nach dem Abitur am Leibniz-Gymnasium Bildende Kunst und Germanistik in Mainz studiert. Heute unterrichtet sie Kunst an Hochschulen im Rhein-Main-Gebiet und arbeitet als Künstlerin und Illustratorin.

Adamson kommt heute noch häufig in ihren ehemaligen Wohnort St. Martin. Dort ist sie aufgewachsen, ihre Eltern leben hier. Schon in der Schule hat sie gerne gezeichnet, geschrieben und gelesen. Nur mit dem Leistungskurs „Kunst“ hatte es damals am Leibniz nicht geklappt. „Das hat leider nicht zur Fächerkombination gepasst. So entschied ich mich für Deutsch und Französisch. Bei der Zeugnisübergabe wurde ich damals mit dem Scheffel-Preis ausgezeichnet“, erinnert sie sich. Nach der Schule hat sich Adamson bewusst in Praktika zum Bereich Kunst orientiert und eine umfangreiche Bewerbungsmappe für das Studium zusammengestellt. Sie liebe es, mit dem Stift zu arbeiten, damit könne man Emotionen direkt ausdrücken. Dazu komme die Vielseitigkeit von Themen und Gestaltungsmöglichkeiten, so Adamson.

Mit der Autorin des Abenteuerromans Sandra Lehmann verbindet sie nicht nur eine enge Freundschaft, sondern auch die Nähe zur Pfalz. Lehmann ist in Wachenheim aufgewachsen und legte ihr Abitur in Bad Dürkheim am Heisenberg-Gymnasium ab. Sie lebt heute in der Nähe von Frankfurt. Für die Illustratorin war die Umsetzung der Geschichte schließlich gar nicht so schwierig, denn Adamson hat ihre Ratgeber und zugleich aufmerksame Kritiker direkt in der Familie. Ihre Söhne, dreizehn, elf und sieben Jahre alt, dienten sogar als Modell für die Zeichnungen. „Am meisten war mein Siebenjähriger interessiert. Er inspirierte zu Ergänzungen“, erzählt Adamson.

Sie arbeitete rund zwölf Monate an den Zeichnungen, immer unterbrochen von ihrer Dozententätigkeit an Hochschulen. So ist sie Lehrbeauftragte in Darmstadt und unterrichtet „Kunst für Sozialarbeit“. Damit verbindet sie neben der Grafik ihr Interesse an sozialer Interaktion. Schon während des Studiums schuf sie Decken-Wandmalereien für Schmerzpatienten in Krankenhäusern. Mit einer positiv gestalteten Umgebung sollen die Patienten entsprechend abgelenkt und ihnen Ängste genommen werden. Eine Arbeit befasste sich mit einem Wandgemälde, das mittels eines Spiegels in einem Kernspintomographen sichtbar gemacht wurde, um den Patienten so die Prozedur erträglicher zu machen. „Zeichnen ist immer verbunden mit den Menschen. Eine Linie kann schon eine Straße sein. Mit Bildern sind viele Menschen zu erreichen“, sagt sie.

Das jetzt vorliegende Buch ist mehr als nur ein Leseabenteuer, sondern verrät viel über die Urlaubsinsel Kreta. Dort können es die Feriengäste in einigen Buchhandlungen erwerben, eine englische Ausgabe soll ebenfalls erscheinen. „In griechischen Buchhandlungen besetzen wir damit eine Nische“, erklärt Adamson. Sie hat sich bei dem Buch auch eng an ihr Motto gehalten „Illustration ist ein Mittel, um Literatur in ein Bild umzusetzen“.

Eine Fortsetzung der Geschichte um Matti und Max ist bereits in Arbeit und soll Ende des Jahres erscheinen. Denkbar sei eine Vorstellung etwa in der Stadtbücherei Neustadt. Dort sei Adamsons Mutter Gabriele Münch als Lesesommer-Patin engagiert.

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