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Donnerstag, 25. April 2019 Drucken

Neustadt

Futter für die Bienen

Der Rückgang der Anzahl von Bienen beunruhigt die Menschen überall. In Neustadt will auch der Blumenhändler Ralf Schupp einen Beitrag dazu leisten, dem entgegenzuwirken. Im Gespräch erklärt er, was das mit einem Kunstprojekt aus Nürnberg zu tun hat.

Von Kathrin Keller

Einer der 50 Beedabei-Blumenkästen der Gärtnerei Schupp.

Einer der 50 Beedabei-Blumenkästen der Gärtnerei Schupp. ( Foto: Linzmeier-Mehn)

Das Ganze ist groß angelegt. Es beginnt im Mai mit 227 gelben Blumenkästen, die mit „Bienenfutterpflanzen“ gefüllt sind und in Nürnberg aufgestellt werden. Von dort soll die Projektidee in möglichst viele Städte in ganz Europa gebracht werden. In Nürnberg ist der Start deshalb, weil die Initiatoren sich bei einem Wettbewerb der fränkischen Metropole beworben haben, bei dem es um Ideen zur Kulturhauptstadt 2025 geht.

Ralf Schupp aus Gimmeldingen hat durch einen Blumenerde-Lieferanten davon erfahren und war sofort Feuer und Flamme. „Es geht darum, die Menschen für das Problem des Insektenrückgangs zu sensibilisieren und gleichzeitig etwas dagegen zu unternehmen“, sagt er. Also hat er 50 solcher gelben Blumenkästen geordert und außerdem bereits mit verschiedenen Stellen Kontakt aufgenommen, um Unterstützung zu erhalten. Beispielsweise mit den VR-Banken Südpfalz und Mittelhaardt und mit den Städten Neustadt und Deidesheim. Er selbst will zehn der Blumenkästen spenden. Sie könnten beispielsweise an öffentlichen Gebäuden aufgehängt werden.

Für Schupp ist das Bienensterben nichts Neues: „Wir haben uns bei Messen und bei Vorträgen damit beschäftigt, damit wir unsere Kunden beraten können.“ Jeder, der ein Gärtchen oder einen Balkon habe, könne dazu beitragen, den Bienen Gutes zu tun.

„Bienen mögen breite, offene Blüten“, erklärt Schupp. Beispielsweise Löwenzahn. Auch Gewürze oder Efeu ziehen sie an. Rosmarin beispielsweise habe sehr süßen Nektar: „Das mögen die Bienen.“

Was Schupp noch nie gemocht hat, sind Kieselstein-Beete, die nach unten mit Plastikfolie abgedichtet sind. „Ich hoffe, dass der Trend wieder zurückgeht“, sagt er. So ein Beet sei auch keineswegs so pflegeleicht, wie manche glaubten – „spätestens nach drei Jahren ist da auch das Unkraut drin.“ Außerdem sammele sich Staub, und im Herbst lasse sich das Laub schlecht entfernen.

Und wie geht es jetzt weiter mit den Bienenfutterkästen? „Wir stellen das Projekt in dieser Woche in unserer Gärtnerei vor“, sagt Schupp. Er hoffe, dass dann auch hier in der Region Bienenfutterkästen an Schulen, Kindergärten oder Privathäusern aufgehängt werden.

In Nürnberg startet die Aktion am 20. Mai. Über 200 signierte Blumenkästen werden inmitten der Stadt, auf dem Hauptmarkt, unter anderem in Form der zwölf Europasterne aufgebaut. Auch das Nürnberger Rathaus wird mit den Kästen dekoriert.

„Was Bienen als Erstes aufrichtet, ist eine vernünftige Ernährung“, heißt es auf der Internet-Seite des Kunstprojekts. Danach löse sich das Kunstwerk auf, und die Kästen sollen an die Bürger weitergegeben werden.

Neustadt-Ticker