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Mittwoch, 22. Juni 2016 Drucken

Haßloch

Erste Erfolge auf den „Eh-da“-Flächen

HASSLOCH: Zwischenbilanz des im Dezember 2015 gestarteten Projekts fällt positiv aus – Maßnahmen auf dem Parkfriedhof

Der Schutz der Wildbiene hat beim „Eh-da“-Projekt Priorität. ( Foto: archiv)

Über den aktuellen Stand des „Eh-da“-Projekts, das im Dezember 2015 gestartet war, informierte Umweltdezernent Dieter Schuhmacher (SPD) die Mitglieder des Feld-, Wald- und Umweltausschusses bei ihrer jüngsten Sitzung. Mit diesem Konzept sollen Flächen, die „eh da“sind, aber keiner besonderen Nutzung unterliegen, aufgewertet werden.

 

Ziel ist der Erhalt beziehungsweise die Entwicklung der biologischen Artenvielfalt von Flora und Fauna durch naturnahe und nachhaltige Maßnahmen. In einem ersten Schritt hatte RPL AgroSciene Neustadt-Mußbach – das Institut ist in diesem Projekt Partner der Gemeinde – geeignete Flächen erfasst und katalogisiert. Diese wurden bereits bei der 2. Projektsitzung am 24. März im Kulturviereck vorgestellt. Danach beträgt das „Eh-da“-Potenzial 183 Hektar, das sind rund 4,6 Prozent der gesamten Gemeindefläche (3995 Hektar). Schon vorhandene Projekte, so Schuhmacher, seien in das Konzept eingebunden werden, so die Fläche zwischen Westrandstraße und Siegfried-Perrey-Straße. Um die Grillhütte wurden vor einigen Monaten Bäume und Sträucher gepflanzt, ein Hochbeet und Steinhaufen angelegt.

Auf dem Parkfriedhof wurden Überhangflächen im Westen aufgewertet. Dazu wurden laut Landespfleger Hans-Jürgen Bub in Zusammenarbeit mit dem BUND der mit Gras bewachsene Geländestreifen „aufgerissen“ und eingesät. Aktuelle Aufnahmen zeigen, dass erste Blüten zu sehen sind. „Wir sind gespannt, ob das Einsäen im Bestand funktioniert“, so Bub. Am Südeingang des Friedhofs wird durch Staffelmahd immer im Wechsel ein Teil der Fläche gemäht. Ludwig Deege (BUND) regte an, nach der Mahd das getrocknete Heu mitsamt der Samenstände auf anderen Flächen aufzubringen, dies sei eine kostengünstige Lösung, um die Pflanzen zu vermehren. Durch den Einsatz der Wildkrautegge könne man auf den Friedhöfen auf den Einsatz von Herbizide verzichten, sagte der Umweltdezernent. Der Arbeitskreis Friedhöfe, der am 30. Mai gegründet wurde, soll ein Gesamtkonzept erstellen, bei dem die Pflege und Flächenentwicklung ein wichtiges Thema darstelle.

Laut Schuhmacher soll in den nächsten Wochen bis September eine Inventarisierung der Wildbienenarten vorgenommen und im Frühjahr ergänzt werden. Das erklärte Ziel Schuhmachers ist – wie er bereits mehrmals betonte – „eine Biene“ mehr als in Bornheim, der rheinland-pfälzischen „Eh-da“-Pilotgemeinde. Beim ersten Projekt dieser Art konnten 156 von 560 Wildbienenarten, die in Deutschland vorkommen, nachgewiesen werden.

Derzeit sei die Verwaltung dabei, die über 700 Einzelflächen, die für „Eh da“ geeignet seien, zu katalogisieren und zusammenzusetzen, um sie so für die Übernahme von Patenschaften vorzubereiten. Ziel sei es, dass möglichst viele Vereine, Gruppen oder Personen sich nachhaltig um Flächen kümmern.

Nicht weiter eingegangen wurde auf den Einwurf von Regina Schmitt, die auf das Problem Jakobskreuzkraut hinwies. Schuhmacher verwies auf die nächste Projektsitzung. Ein Termin wurde nicht genannt. |uhk

Neustadt-Ticker