Mannheim RHEINPFALZ Plus Artikel Vollbremsung kurz nach dem Start

Karstadt ist hier gescheitert, das Möbelhaus Mömax ebenfalls: Der Geschäftsführer des K1-Karrees glaubt trotz Corona an den Stan
Karstadt ist hier gescheitert, das Möbelhaus Mömax ebenfalls: Der Geschäftsführer des K1-Karrees glaubt trotz Corona an den Standort.

Es hatte gerade mal ein halbes Jahr geöffnet, dann stoppte die Politik große Teile des wirtschaftlichen und öffentlichen Lebens. Der Geschäftsführer des K1-Karrees in der Breiten Straße in Mannheim glaubt, dass das Virus erst im Frühjahr 2021 kein Thema mehr ist.

Im September 2019 hat das K1-Karree in der Breiten Straße große Eröffnung gefeiert. „Alles lief sehr gut an“, sagt Projektentwickler und Geschäftsführer Ömer Nohut im Rückblick. Doch dann kam Corona. Gastronomie, Fitnessstudio und Kino im Haus mussten schließen, Einnahmen brachen weg. „Wir haben Mietausfälle, die aber gestundet werden. Wir sind solidarisch mit unseren Mietern“, sagt Nohut. Zumindest das Restaurant ist mittlerweile wieder offen.

Der Start im vergangenen Jahr sei sehr positiv gelaufen. Im November habe die Gastronomie, im Dezember das Kino geöffnet. Bis Ende letzten Jahres seien rund 70 Prozent der Flächen in Betrieb gewesen. „Wir waren extrem zufrieden“, sagt der türkisch-deutsche Manager. Im Haus finden sich Einzelhandelsketten und ein Juweliergeschäft, ein umfangreiches Gastronomieangebot mit einem Restaurant auf 1400 Quadratmetern, ein John-Reed-Fitnessstudio und das Kommunale Kino Cinema Quadrat. Dazu kommen Dienstleistungsbetriebe wie ein Blutspende-Zentrum und Büroflächen im Obergeschoss, die als Co-Working-Space vermietet werden. Das K1-Karree bietet damit unter einem Dach einen Branchen-Mix, den es mitten in Mannheims City so noch nicht gegeben hat.

Schlangen vor Restaurant

Das Restaurant habe nach seiner Eröffnung im November einen extremen Zulauf verzeichnet, mit einer Wartezeit vor der Tür von bis zu 45 Minuten am Abend für die Restaurant-Gäste. 800, 900 Essen pro Tag seien ausgegeben worden, erzählt Nohut. Allein die vom Restaurant abgetrennte und separat klimatisierte Shisha-Lounge sei 350 Quadratmeter groß, sagt der Geschäftsführer. Das eigene Parkhaus mit 100 Plätzen, ein Relikt aus Karstadt-Zeiten, ist mittlerweile rund um die Uhr geöffnet. Mit dem Stand der Belegung im Center ist der Center-Manager sehr zufrieden. „Aktuell haben wir noch rund 900 Quadratmeter Bürofläche frei, alles andere ist vermietet“, sagt Nohut.

Über 1000 Quadratmeter belege eine bisher an den Planken angesiedelte Software-Firma. Der einzige Ausfall bisher sei das zehn Quadratmeter große Espresso Lab neben dem Discounter Aldi. Unter neuer Leitung soll es im Sommer wieder öffnen, kündigt der Geschäftsführer an.

Zwei Läden durchgehend offen

Die wegen Corona erzwungene Schließung habe einige der Mieter hart getroffen. Nur Aldi und Rossmann waren durchgehend geöffnet. Wegen der fehlenden Einnahmen hätten einige der Mieter von der Möglichkeit Gebrauch machen müssen, ihre Mietzahlungen zu stunden, sagt Nohut. Die Gastronomie-Kette „HuQQabaz“ habe bereits signalisiert, dass der Standort Mannheim trotz Corona weiterhin gesichert sei, erzählt Nohut. Im Fitnessclub bereite man sich auf eine Öffnung mit Einschränkungen vor. Nur für das Kino sei ein Betrieb noch nicht absehbar.

Wie der Center-Manager informiert, hat es bei den Eigentümern des K1-Karrees eine Änderung gegeben. Der ursprüngliche Mannheimer Ideengeber und Projekt-Investor Akin Erdem und sein Partner Murat Ayhan aus Offenbach hätten ihre Anteile an einen amerikanischen Investmentfonds verkauft, der nun Mehrheitseigentümer sei. Er selbst kümmere sich weiter um die Verwaltung des Zentrums, sei aber bereits mit Marktstudien für weitere Projekte in Mannheim beschäftigt, verriet Nohut. Wie er andeutete, geht es dabei um zwei neue Stadtquartiere in der Größenordnung des K1-Karree. Die Projekte außerhalb der City sollen einen Mix aus Einzelhandel, Wohnen und Gastronomie bieten, die Realisierung in zwei Jahren beginnen. Nohut: „Ich denke, dass sich die Corona-Krise für uns bis zum Jahresende hinzieht. Ab Frühjahr 2021 erwarte ich einen Start in eine coronalose Zeit.“

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