Mannheim RHEINPFALZ Plus Artikel Umweltaktivisten wollen Bienen retten

Mit Aktionen wie vor wenigen Tagen in Mannheim wollen die Umweltschützer Bienen etwas Gutes tun.
Mit Aktionen wie vor wenigen Tagen in Mannheim wollen die Umweltschützer Bienen etwas Gutes tun.

Vielen Menschen ist nicht klar, wie wichtig Bienen für das ökologische Gleichgewicht auf unserem Planeten sind. Umweltaktivisten wollen für das Thema sensibilisieren und das Massensterben der Insekten verhindern.

„Die Bedrohung der heimischen Wildbienen wird von der Öffentlichkeit bislang nur am Rande wahrgenommen“, sagt Michael Watson von der Initiative „Bee friendly“, die unter anderem mit Aufklärungsarbeit und Workshops auf das Thema aufmerksam machen möchte. Gemeinsam mit seinen alten Schulfreunden Sascha Sychow und Dominik Hümmer hat er die Initiative vor einem Jahr in Wiesloch gegründet.

Die Entwicklung, die sie verdeutlichen wollen, habe mittlerweile eine erschreckende Dimension erreicht. Durch den Einsatz von Pestiziden in der industriellen Landwirtschaft und die Zersiedelung von Landstrichen seien ganze Populationen von Fluginsekten in Deutschland um bis zu 75 Prozent zurückgegangen. Dabei sei deren Bedeutung für Biodiversität und Ernährungssicherheit elementar für die Menschheit. Mit Aktionen wie vor wenigen Tagen am Mannheimer Neckar wollen sie auf diese Probleme hinweisen.

Bienen produzieren nicht nur Honig, sondern bestäuben die Obst- und Gemüsepflanzenwelt, aus denen wiederum die Nahrungsmittel in unsere Kühlschränke gelangen. „Viele von unseren Wildbienen sind auf bestimmte Blumenarten spezialisiert“, erklärt Watson. „Wenn diese als eine der Folgen von Überdüngung auf dem Land nicht mehr vorkommen, sterben auch die Bienen aus.“

Die gute Nachricht: Die für Natur und Mensch gleichermaßen gefährliche Entwicklung könne vergleichsweise einfach zumindest abgemildert werden – zum Beispiel durch das Schaffen von natürlichen Nahrungsquellen in Form von Wildblumenwiesen und durch den Bau von Nisthilfen.

Ärger über Müll

Aktionen wie diese bringen mehrere Initiativen zusammen. „Wir unterstützen uns bei Veranstaltungen schon lange untereinander“, sagt zum Beispiel Uwe Franken von der Regionalgruppe Baden-Pfalz der „Surfrider Foundation Europe“. Die Organisation engagiert sich für den Schutz und die Sauberkeit von Gewässern in der Region. „Wir nutzen jede Gelegenheit, die sich uns bietet, um auf die Bedeutung von Umweltschutz und Abfallvermeidung hinzuweisen“, betont Franken, der mit den Surfridern seine Leidenschaft für Sport und Naturschutz kombiniert. Achtlos entsorgter Abfall sei für den Outdoorsportler ein beinahe tägliches Ärgernis.

Die Gruppe trifft sich bei schönem Wetter regelmäßig auf den Rheinterrassen, um Aktionen zu planen. Aktionstage wie den gerade in Mannheim haben die Umweltaktivisten genutzt, um Abfälle am Neckarufer zu sammeln. Gemeinsam mit Besuchern haben sie außerdem Insektenhotels gebaut.

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