Mannheim RHEINPFALZ Plus Artikel Schlachthof meldet Insolvenz an

Kämpft gegen das Aus: die Regio Schlachthof GmbH im Mannheimer Fahrlachgebiet.
Kämpft gegen das Aus: die Regio Schlachthof GmbH im Mannheimer Fahrlachgebiet.

Ein Gemeinschaftsunternehmen von vier fleischverarbeitenden Firmen kämpft ums Überleben. 27 Mitarbeiter bangen um ihre Arbeitsplätze. Für die finanzielle Schieflage gibt es in erster Linie zwei Ursachen.

Rote Zahlen beim Schlachthof Mannheim: Gerade einmal vier Jahre nach Gründung hat das Gemeinschaftsunternehmen von vier fleischverarbeitenden Firmen Insolvenz beantragt. Dem Unternehmen droht die Zahlungsunfähigkeit. Schon der Vorgänger, das kommunale Fleischversorgungszentrum Mannheim, hatte aus finanziellen Gründen schließen müssen.

Die Ursachen für die Probleme klingen wie damals. „Der allgemeine Preisdruck und die Belastungen aus hohen laufenden Kosten setzten der Regio Schlachthof GmbH zu“, begründet der mit der Insolvenz beauftragte Generalbevollmächtigte Martin Wiedemann den Schritt zum Amtsgericht. Die Insolvenz mit Eigenverwaltung bringt zunächst Vorteile mit sich: Die Geschäftsführung behält während der nächsten drei Monaten die Kontrolle über das Unternehmen. Die Geschäftsführer Michael Hocker und Willi Schneider können den Schlachtbetrieb bei der notwendigen Unternehmenssanierung weiterhin nach außen vertreten und am Ende einen Sanierungsplan vorlegen.

Die Hoffnung lebt

Parallel dazu werden die Verhandlungen mit den Hauptgläubigern fortgesetzt, um die bestmöglichen Chancen für einen Erhalt des Unternehmens, der Arbeitsplätze und der Gläubigerrechte zu gewährleisten. Die Fortführung des Geschäftsbetriebes sei während dieser Zeit gesichert, so der Anwalt weiter. Zurzeit arbeiten bei der Regio Schlachthof GmbH 27 Beschäftigte.

„Wir bedauern sehr, diesen schweren Schritt gehen zu müssen. Wir waren mit unserem Leistungsspektrum erfolgreich unterwegs, aber wir sehen heute bessere Chancen für eine Sanierung als zuzuwarten“, erklärt Geschäftsführer Michael Hocker auf Anfrage. „Ich sehe eine Daseinsberechtigung für das Unternehmen und halte es für realistisch, die Regio Schlachthof durch einen Insolvenzplan zu sanieren“, ergänzt Rechtsbeistand Wiedemann. Hierzu bedürfe es nun eines konstruktiven Zusammenwirkens der wesentlichen Beteiligten. Die Löhne und Gehälter der Mitarbeiter seien für drei Monate durch das Insolvenzgeld gesichert. Die Bundesagentur für Arbeit habe dem Antrag zugestimmt. Dies gebe den notwendigen zeitlichen Spielraum, um die Sanierungspläne erfolgreich umzusetzen.

„Zum tierschonenden und möglichst stressarmen Schlachtvorgang“ setzt der Schlachthof laut eigener Homepage auf eine CO2-Betäubung der Schweine. Diese Methode stößt bei der Tierrechtsorganisation Peta auf Kritik. Sie und die Albert-Schweitzer-Stiftung protestieren regelmäßig vor den Schlachthoftoren dagegen. Sie halten die Kohlendioxidbetäubung nach dem Tierschutzgesetz für eine Straftat.

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