Faustball
Zweitligist TB Oppau nach perfektem Heimspieltag ganz vorn
Sind die Faustballer des TB Oppau ein Meisterschaftsaspirant? Zumindest die Tabelle der Westgruppe in der zweiten Bundesliga legt diese Vermutung nah. Immerhin stehen die Oppauer nach dem Heimspieltag nach Punkten und Sätzen gemeinsam mit dem TSV Karlsdorf an der Tabellenspitze. Eine echte Überraschung – auch für Trainer Matthias Bog.
Hin und wieder zahlt sich gute Arbeit eben aus. „In unserem Kader ist die Leistungsdichte sehr hoch“, erklärte Bog nach dem Heimspieltag, der mit zwei 3:0-Siegen gegen den TV Völklingen und den TV Wünschmichelbach endete. Ein erwarteter Erfolg gegen Völklingen, zumal das Tabellenschlusslicht ohne den stärksten Schlagmann antreten musste. Mit 11:1, 11:8, 11:8 brachten die Gastgeber ein Niveau auf überschaubarem Niveau einigermaßen souverän nach Hause.
Wünschmichelbach entzaubert
Im Spitzenspiel gegen den bisherigen Tabellenzweiten Wünschmichelbach fiel der Erfolg hingegen sogar für den Trainer überraschend deutlich aus, zumal die Odenwälder mit ihrem Welt- und Europameister Jonas Schröter, also in Bestbesetzung angetreten waren. Mit 11:9, 11:6, 12:10. Gingen alle drei Sätze an die Oppauer, die damit drei Spieltage vor dem Saisonende ein echter Meisterschaftskandidat sind.
Ganz soweit will Matthias Bog aber noch gar nicht vorausdenken. „Drei Spieltage sind sechs Spiele. Da kann noch viel passieren.“ Zumal noch einige echte Brocken auf die Oppauer warten. Aber lieber als in die Zukunft schaut der Trainer auf die Gegenwart. „Wir genießen den Augenblick.“ Und sollte es tatsächlich für die Aufstiegsspiele reichen, dann nehme man die gerne mit. „Ein bisschen träumen ist schließlich erlaubt.“
Abwehrstärke ist Basis des Erfolgs
Zumal der Traum in erster Linie auf harter Arbeit basiert. „Die Leistungsdichte in unserem Kader ist hoch.“ Mit zwölf bis 14 Spielern haben die Oppauer eine deutlich komfortablere Ausgangslage als etwa Schlusslicht Völklingen. „Das erhöht den Leistungsdruck.“ Immerhin können die Oppauer praktisch in Zweitligaqualität mit Fünf gegen Fünf trainieren und dabei will sich jeder Spieler präsentieren. Und ganz austauschbar sei der Kader ohnehin nicht. „Wir spielen im Angriff relativ sicher, spielen die Lücken an und machen wenig Fehler“, lobte der Trainer. „Aber in der Abwehr spielen wir zum Teil wirklich überragend.“ Eigentlich eine gute Ausgangslage, denn immerhin ist es in einem geflügelten Wort der Angriff, der Spiele gewinnt, aber die Verteidigung gewinne Meisterschaften. „Wir würden die Aufstiegsspiele auf alle Fälle mitnehmen – auch wenn die für uns eine Nummer zu groß sind.“
Tatsächlich gelang den Herren des TBO noch nie der Sprung in Liga eins. In den beiden bisherigen Aufstiegsspielen war man chancenlos. Und das nicht ohne Grund. „Eigentlich sind es in die erste Bundesliga nämlich zwei Schritte“, philosophierte der Oppauer Trainer. „Das sieht man an Waibstadt, die seit mindestens zehn Jahren entweder auf- oder wieder absteigen.“ Aber mitnehmen würde man die Erfahrung natürlich trotzdem gerne. Zumal der TB Oppau bereits jetzt die Überraschungsmannschaft der Liga ist. „Es war unser Ziel, dass wir so früh wie möglich nichts mit dem Abstieg zu tun haben.“ Das ist bereits erreicht. „Es ist schon ein bisschen überraschend, wie gut wir in dieser Saison stehen“, räumte Bog nach dem perfekten Heimspieltag ein.