Wasserball
Zweite Liga: WSV Vorwärts Ludwigshafen kann am Ende zulegen
„Es ist jetzt unser Ziel, dass wir zu Hause jeden Gegner schlagen wollen“, sagt Görge selbstbewusst nach der eindrucksvollen Leistung beim 16:14 (2:2, 4:4, 4:4, 6:4)-Erfolg gegen Weiden. Weit lehnt er sich mit dieser Aussage allerdings nicht aus dem Fenster, denn mit Neustadt und Leimen waren bereits zwei Schwergewichte der Liga in Ludwigshafen zu Gast. Und nachdem der WSV dem klaren Titelfavoriten Neustadt bereits einen Punkt nach regulärer Spielzeit abgetrotzt hatte, rangen die Gastgeber nun auch Weiden nieder. Und das keineswegs nur im übertragenen Sinne. „Weiden hat uns einiges abverlangt“, bilanziert Görge.
Der hatte sich zu Beginn noch für eine etwas ungewöhnliche Anfangsformation entschieden, schickte vor allem seine jungen Spieler ins Wasser und behielt die etwas Erfahreneren, unter anderem sich selbst, zunächst in der Hinterhand. „Am Anfang passiert noch nicht so viel. Da wird sich eher abgetastet“, begründet er seinen Schachzug. Tatsächlich war der Beginn von beiden Seiten eher zerfahren, ehe Robert Reichert nach drei Minuten für die Gäste traf. Bis zum Ausgleich von Jens Feddeck sollte es weitere zwei Minuten dauern. Kein Zufall allerdings, dass der Torschütze, der insgesamt dreimal erfolgreich war, dabei in Überzahl getroffen hatte. „Wir haben unsere Überzahl ein wenig umgestellt“, verrät Görge. Am Ende des Abends war die Quote von zehn erfolgreichen Abschlüssen bei 13 Versuchen einer der Gründe für den Heimsieg.
Premiere für den WSV
Ein Zweiter feierte am Samstag seine Zweitliga-Premiere. Ilya Dmytriiev ist im Januar 18 geworden und hat damit ein Zweitspielrecht neben seinem Heimatverein, dem Kaiserslauterer Schwimmsportklub. „Er hat sich in der Trainingswoche empfohlen und seine Sache richtig gut und sehr abgeklärt gemacht“, lobt Görge den 18-jährigen Torhüter, der seiner Mannschaft nicht nur mit Paraden, sondern auch als mitspielender Schlussmann den Weg zum Sieg ebnete.
Und das war ein langer Weg. Wirklich absetzen konnte sich keine der beiden Mannschaften. Der WSV führte im zweiten Viertel mit 4:2, Weiden lag im dritten Viertel mit 9:7 und 10:8 vorne, ehe Feddeck und David Greine im dritten Nachsetzen vor dem Schlussabschnitt wieder auf 10:10 stellten. Und am Ende hatten die Gastgeber den etwas längeren Atem. Aus Sicht von Oliver Görge kein Zufall. „Wir haben jetzt wieder einen Monat richtig trainiert und nicht, wie bei unserer Niederlage in Nürnberg, nur eine Woche“, begründete er die größeren Energiereserven. Bis zum 12:12 vier Minuten vor dem Ende lagen beide Mannschaften trotzdem gleichauf, dann waren es die Überzahltreffer von Feddeck, Jonas Pohle, mit vier Toren erfolgreichster WSV-Schütze, und Oliver Görge selbst, die zur vorentscheidenden 15:12-Führung eine Minute vor dem Ende trafen. Joost Christoffels machte 27 Sekunden vor Schluss dann endgültig alles klar.
Damit zieht Oliver Görge seine Prognose etwas vor. Der hatte angekündigt, erst nach dem Auswärtsspiel in Frankfurt zu wissen, was er mit seiner Mannschaft in dieser Spielzeit erreichen kann. Nach der Schlusssirene übermannt ihn der Optimismus: „Im oberen Mittelfeld können wir schon dabei sein.“ Und natürlich eine Macht im eigenen Becken im Hallenbad Süd.