Handball
Zweite Liga: Eulen Ludwigshafen wollen die Eberthalle rot leuchten sehen
Michael Haaß war beim Gang aus den Katakomben der Anhalt-Arena in Dessau sichtlich erleichtert. Zwei Punkte holte seine Mannschaft in der Partnerstadt Ludwigshafens – ein Ergebnis, mit dem nicht zu rechnen war.
Erneut fehlten fünf Akteure, doch das Team rückte in der Stadt zwischen Elbe und Mulde spürbar enger zusammen. Moral und Mentalität machten den Unterschied aus. „Das ist das, was ich von den Jungs erwarte, und das haben sie heute sehr gut gemacht“, sagte Haaß. Diesen Trend möchte der Ex-Weltmeister im zweiten Spiel der „englischen Woche“ fortsetzen.
Nachwuchs eingebaut
Weiterhin dürfte es einige Fragezeichen beim Personal geben. Damit beschäftigt sich der Trainer nicht allzu sehr – er kann es nicht beeinflussen. Seine Handschrift wird immer deutlicher: Haaß wird von den jungen Spielern aufgrund seiner Persönlichkeit und seines Charismas geschätzt. Zudem versteht er es, den Nachwuchs zu entwickeln. Er zeigt Mut, den Jungen die Einsatzzeiten zu geben, die sie brauchen. Zugleich setzt er ein Zeichen des Vertrauens und lebt die Philosophie der Eulen vor, „den Nachwuchs für die Bundesliga auszubilden“. Das war lange nicht mehr so sichtbar wie aktuell. Haaß passt zu den Eulen; er könnte der nächste erfolgreiche Schachzug des sportlichen Leiters Christian Deller sein, der damals auch Ben Matschke beim TV Hochdorf die Chance gab, sich für höhere Aufgaben zu empfehlen. Deller verfügt zudem über ein Netzwerk, das Verpflichtungen von Talenten erleichtert. Und die Eulen-Fans dürfen sich bald auf eine weitere Nachwuchshoffnung im deutschen Handball freuen. Noch ist die Kaderplanung nicht abgeschlossen.
Zunächst gilt die Konzentration dem Spiel gegen die junge Mannschaft aus Dormagen mit ihrem jungen Trainer Julian Bauer, die sich im letzten Spiel mit einem Sieg gegen TUSEM Essen ebenfalls etwas Luft im Abstiegskampf verschafft hat. Um sich weiter von der Abstiegszone und vor der aufstrebenden HSG Krefeld abzusetzen, brauchen die Eulen am Abend einen weiteren Sieg. Derzeit stehen die Eulen mit 16:26 Punkten auf Platz 13, die Gäste aus Dormagen mit einem Punkt weniger auf Rang 15.
„Ein-Euro-Spiel“
Damit ist vor den noch verbleibenden 15 Spielen der Ligaverbleib keinesfalls abgesichert. Dass es so weit nicht kommt, soll die „rote Wand“ mitbewirken. Mindestens einmal in der Spielzeit heißt die Devise „Alle in Rot“. Genau dieser Moment steht wieder bevor, wenn die Eulen Ludwigshafen zum „Ein-Euro-Spiel“ aufrufen. Eine von der damaligen Geschäftsführerin Lisa Heßler initiierte Aktion, die sie aus ihrem Praktikum beim schwedischen Spitzenclub IFK Skövde HK mit nach Ludwigshafen brachte und umsetzte. Auf das Bewährte vertraut ihr Nachfolger Domenico Marinese, der diesmal wieder kräftig die Werbetrommel bei den Fans und den zahlreichen Partnern rührte, die diese Aktion ermöglichten. Wer im roten Trikot (auch FCK-Trikots zählen), rotem Pulli, roter Jacke, Hose oder mit rotem Schuhwerk kommt, darf für einen Euro Zweitliga-Handball erleben. „Alle in Rot – alle für unsere Eulen, wollen wir die Halle in eine rote Wand aus Farbe und Leidenschaft verwandeln“, sage Marinese, der zu der Partie „Euro-Eddy“ Edgar Schmitt, den Ex-Fußball-Profi, den Teammanager der legendären „Lotto-Elf“, willkommen heißen wird. Dieser begleitet eine Gruppe der Tom-Mutters-Schule aus Frankenthal, einer Förderschule mit besonderem Unterstützungsbedarf, die auf Einladung von Lotto Rheinland-Pfalz erstmals Eulen-Feeling erleben soll.