Handball
Zweite Liga: Eulen Ludwigshafen vor Hagen-Spiel mit Personalproblemen
Die nächste Heimpartie kommt zu einem ungünstigen Zeitpunkt für die Eulen Ludwigshafen. Außersportlich war es einmal mehr eine Woche der Negativschlagzeilen. Das sind nicht die besten Voraussetzungen für das Heimspiel am Freitagabend, wenn die Mannschaft von Cheftrainer Michael Haaß auf den aktuell Tabellenfünften VfL Eintracht Hagen (19 Uhr, Friedrich-Ebert-Halle) trifft.
Eine knifflige Aufgabe, nachdem die Mannschaft von Trainer Pavel Prokopec in diesem Jahr erst eine Niederlage einstecken musste: Beim HC Elbflorenz setzte es eine 24:27-Niederlage. Aktuell beträgt der Abstand zum ersten Aufstiegsplatz fünf Zähler. „Hagen ist eine Top-Mannschaft“, sagt Eulen-Coach Michael Haaß. „Hagen hat das Siegen gelernt und ist wesentlich stabiler geworden. Die Mannschaft hat jetzt auch ein paar gute Junge drin. Das ist ein guter Mix und macht sie so gefährlich. Das ist eine richtig schwere Aufgabe.“ Die erfolgreichsten Torschützen der Hagener sind Pouya Nourouzi mit 121 Treffern, Pierre Busch (113/18) und Hakun Styrmisson (112/56).
Böse Klatsche im Hinspiel
Anders ist es bei den Gastgebern, deren Differenz zum ersten Abstiegsplatz derzeit sechs Punkte beträgt. Das könnte sich aber schnell ändern, da die HSG Krefeld-Niederrhein weiter punktet. Keine leichte Aufgabe für die Rothemden. Im Hinspiel in Hagen gab es beim 29:39 eine böse Klatsche. Und die nächste Partie steht beim HC Elbflorenz in Dresden bevor. Deshalb sind die Punkte vor heimischer Kulisse umso wichtiger. „Mit Hagen haben wir noch eine kleine Rechnung offen. Wir haben dort ziemlich auf den Sack bekommen. Ich hoffe auch, dass der ein oder andere unserer Verletzten zurückkommen wird“, sagt Linkshänder Alexander Falk und zeigt sich nach dem Auftritt in Balingen zuversichtlich. „Positiv ist, dass wir gesehen haben, dass wir gegen Top-Teams, die auch in den nächsten Wochen auf uns zukommen, auf jeden Fall eine Chance haben“, ergänzt Tim Schaller.
Auch wenn die Niederlage etwas zu hoch ausgefallen sei, nimmt Trainer Haaß etwas Positives mit. „Ich mache meiner Mannschaft keinen Vorwurf. Wir haben super gekämpft. Die erste Halbzeit war sehr ausgeglichen, beide Mannschaften haben sich nichts geschenkt, es war sehr kampfbetont, auch ein bisschen Feuer drin.“ Insgesamt gibt ihm das Auftreten Hoffnung, betont Haaß: „Ich glaube, wir sind auf einem guten Weg. Wir müssen uns noch entwickeln, um irgendwann bei den Top-Mannschaften wirklich für was Zählbares in Frage zu kommen.“ Allerdings erschweren die Verletzungen von Friedrich Schmitt und Mihailo Ilic diese Aufgabe. Ein Fragezeichen steht hinter dem Einsatz von Torhüter Mats Grupe. „Vince kommt immer besser rein“, ergänzt Haaß, mit Blick auf die Fortschritte von Spielmacher Bülow.
Positive Signale
Positive Signale gibt es auch bei der Kaderplanung: Philipp Wenning und Frederik Zepp aus dem Perspektivkader haben Verträge erhalten, hinzu kommt U19-Weltmeister Monty Kleinsteuber. Da Torhüter Mats Grupe von seiner Option Gebrauch macht, im Sommer die Eulen Ludwigshafen zu verlassen, sind der sportliche Leiter Christian Deller und Cheftrainer Michael Haaß auf der Suche nach einem adäquaten Ersatz. „Wir werden in Kürze die neue Personalie bekanntgeben“, sagt Deller. Grupe soll es nach RHEINPFALZ-Informationen zum Bundesligisten ThSV Eisenach ziehen. Weitere Neuzugänge soll es mit Blick auf die aktuelle wirtschaftliche Situation nicht geben.
Stattdessen steht in Kürze das Jubiläum „30 Jahre Profi-Handball in Ludwigshafen“ auf der Agenda. Der Höhepunkt erfolgt am Freitag, 10. April, um 20 Uhr, dann läuft die Mannschaft von Trainer Michael Haaß gegen VfL Lübeck-Schwartau in den Traditionstrikots auf. Die damalige Aufstiegsmannschaft um den früheren Cheftrainer Wilfried Job wird für eine Autogrammstunde in der Ebert-Halle zu Gast sein. Zugesagt haben bisher folgende Spieler aus der Aufstiegsmannschaft und dem Kader aus dem ersten Zweitligajahr: Florian Crasnaru, Frank Gutting, Jürgen Köstler, Helmut Köstler, Thorsten Laubscher, Marcus Muth, Stephan Pfeiffer, Michael Pfeil, Gerald Schalter, Ralf Schmitt, Ulrich Spettmann, Michael Stein, Frank Stolle, Klaus Wetzler und Axel Wilbrandt.
U18-Länderspiel gegen Frankreich
Da werden Erinnerungen an jenen Abend am 30. April 1995 wach, als die TSG Friesenheim den Aufstieg in die damals zweigeteilte 2. Handball-Bundesliga schaffte. Das entscheidende Tor zum 24:23-Sieg gegen den TV Kirchzell beim Krimi in Amorbach warf Michael Pfeil. Der „Held von Amorbach“ wurde an diesem Abend geboren und genießt bis heute Kultstatus.
Das Jubiläumsspiel ist Teil einer Doppelveranstaltung, kündigt Marcel Mayer, Leiter der Geschäftsstelle, an. So steigt ab 17.30 Uhr ein Länderspiel der weiblichen U18-Nationalmannschaft gegen Frankreich. Erstmals hat der Deutsche Handballbund (DHB) nach vielen Jahren Pause wieder den Zuschlag für ein Länderspiel in der Friedrich-Ebert-Halle gegeben. Marcel Mayer: „Ich glaube, das zeigt auch unsere Wertstellung, die wir im professionellen Handball, in der Nachwuchsarbeit und eben im Frauen-Handball haben.“ Die Dauerkarten gelten für beide Spiele. Wer eine Tageskarte kauft, kann beide Spiele genießen und bezahlt nur für ein Spiel, wirbt Mayer für ein „volles Haus“ an diesem Abend.