Handball Zweite Liga: Eulen Ludwigshafen haben einen starken „Notnagel“

Gleich zappelt das Tornetz: Kasper Manfeldt Hansen trifft zum 7:8.
Gleich zappelt das Tornetz: Kasper Manfeldt Hansen trifft zum 7:8.

Die Eulen Ludwigshafen trennen sich in der Zweiten Liga zu Hause mit einem 28:28-Remis von GWD Minden. Mittendrin ein „Notnagel“ und ein Akteur auf Abschiedstour.

Am Ende fühlte sich das 28:28 (13:13)-Unentschieden der Eulen Ludwigshafen gegen GWD Minden für die meisten Spieler und Fans wie eine Niederlage an. Die Gastgeber hatten durch Tim Schaller bis zur Schlusssekunde nämlich noch mit einem Tor geführt.

Auch Simon Schwarz, den die 1716 Zuschauer bis dato in der Friedrich-Ebert-Halle zum Großteil überhaupt nicht als Spieler kannten, wäre lieber mit einem Sieg in das Pfingstwochenende gegangen. Trotzdem durfte der Kreisläufer aus dem Kader des HLZ Friesenheim-Hochdorf mit sich und der Welt zufrieden sein. Nach den Ausfällen der etatmäßigen Kreisläufer Tom Bergner und Max Haider beförderte Chefcoach Johannes Wohlrab den gebürtigen Mosbacher in den Zweitligakader. Premiere feierte der 28-Jährige schon beim Auswärtsspiel in der Hinrunde in Potsdam. Bei der Premiere in der „Eberthölle“ am Freitagabend gab der in Mannheim lebende studierte Informatiker eine klasse Visitenkarte ab. Gleich bei seiner ersten Aktion war der für einen Kreisläufer mit nur 1,82 Meter eher kleine, aber kräftige Schwarz von der Mindener Defensive nicht aufzuhalten. Bei seinem Tor zum 9:10 (23.) zeigte der „Notnagel“ echtes Durchsetzungsvermögen. Neben zwei Toren holte Schwarz noch einen Siebenmeter für das Team heraus. „Ich habe mich riesig auf den Einsatz vor großer Kulisse gefreut. Die Jungs haben mir den Einstieg auch leicht gemacht. Am Ende bringen wir uns selbst um den Sieg“, bilanzierte Schwarz. Den Respekt von seinen Mannschaftskollegen hatte sich der sympathische Badener nicht nur durch seinen engagierten Auftritt die Ostwestfalen erarbeitet. „Der Simon macht seine Sache richtig gut. Nach jedem Spiel wählt die Mannschaft den Spieler des Tages. Das war für mich ganz klar diesmal der sehr engagierte Simon, der überragend gespielt hat“, lobte Tim Schaller.

Eine Alternative mehr

Das freute natürlich den „Neuen“, der gegen Minden mit der Nummer 14 im Trikot des erkrankten Max Haider spielte. „Mein Vertrag beim HLZ in der dritten Liga läuft noch zwei Jahre. Aber immer wenn mich Johannes Wohlrab kurzfristig für das Bundesligateam benötigt, helfe ich gerne aus. Da kann ich immer dazulernen“, sagte Schwarz. Auf jeden Fall haben die Eulen mit Simon Schwarz am Kreis für die nächste Saison eine Alternative mehr.

Das ist gut zu wissen, weil der junge Däne Kasper Manfeldt Hansen die Eulen nach zwei Jahren auf eigenen Wunsch verlassen wird. „Ich bin realistisch und sehe nach der Rückkehr von Freddy Stüber zur nächsten Saison meine Einsatzzeiten schwinden. Ich spiele zu gerne Handball und möchte auch möglichst viele Spielanteile haben“, erklärte Manfeldt Hansen.

Deutsch gelernt

Diese Spielanteile erhielt der 21-Jährige gegen die Mannschaft von Aaron Ziercke. In Abwehr und Angriff gab es von Beginn an die Möglichkeit, sich zu präsentierten. Das Spiel gegen Minden verlief insgesamt nicht nach seinen Vorstellungen: „Ich habe keinen guten Tag erwischt. Beim Spiel eins gegen eins habe ich mich nicht richtig durchsetzen können. Auch vergebe ich eine freie Chance am Kreis zum 26:26. Schade, ich wollte mich insgesamt mehr einbringen“, stellte der Däne ernüchternd fest. Wohin seine sportliche Reise geht, will Manfeldt Hansen öffentlich noch nicht preisgeben – ob er in Deutschland bleibt, oder zukünftig in seiner Heimat Dänemark spielt. Die Eulen Ludwigshafen werden ihm immer in Erinnerung bleiben: „Neben meiner tollen Mannschaft werde ich besonders die Eberthölle und seine Fans vermissen. Sportlich habe ich mir etwas mehr versprochen. Aber so ist es eben im Profihandball.“

Stolz ist der Blondschopf über seine erlernten Deutschkenntnisse. „Ich habe hier mit Englisch begonnen und kann mich in ordentlichem Deutsch verabschieden. Das freut mich besonders.“ Zu seiner Verabschiedung am ersten Juni beim letzten Spiel gegen Coburg werden sich die Fans davon überzeugen können.

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