Handball RHEINPFALZ Plus Artikel Zweite Liga: Eulen Ludwigshafen feiern Auswärtssieg gleich mehrfach

Sprang in Dessau auch in der Offensive ein: Mihailo Ilic (links) gegen Yannick-Marcos Pust.
Sprang in Dessau auch in der Offensive ein: Mihailo Ilic (links) gegen Yannick-Marcos Pust.

Fast ein Dutzend verworfene Bälle, darunter drei Siebenmeter – warum die Eulen Ludwigshafen in Dessau ihre Auswärtsschwäche am Ende doch ablegen.

So ändern sich die Zeiten: Im Hinspiel musste Handball-Zweitligist Eulen Ludwigshafen gegen den Dessau-Roßlauer HV 06 eine Klatsche verkraften. Die Folge: 48 Stunden später war Johannes Wohlrab seinen Job los. Mit Michael Haaß als Nachfolger gab es am Samstagabend in der Bauhaus-Stadt ein Erfolgserlebnis. Mit 30:27 (14:12) entführten die Eulen beide Zähler aus der Partnerstadt Ludwigshafens.

Die Anhalt-Arena in Dessau bleibt ein gutes Pflaster für die Eulen – und das zum Auftakt der englischen Woche mit den Partien am Mittwochabend gegen den TSV Bayer Dormagen und am Sonntag gegen Tabellenführer SG BBM Bietigheim. Auch am 31. Geburtstag von Kapitän Frederic Stüber, der sich über Glückwünsche der Unparteiischen freute. Auf der mitternächtlichen Heimfahrt in die Pfalz feierte „Vize“-Kapitän Kian Schwarzer dann seinen 27. Geburtstag. Entsprechend herrschte gute Laune.

Erfolg des Kollektivs

Vor 1312 Zuschauern war es ein Sieg des Kollektivs. „Das war wieder eine überragende Mannschaftsleistung heute“, sagte Eulen-Coach Michael Haaß nach dem Sieg in „einem brutal schweren und brutal schnellen Spiel“ bei der Pressekonferenz und musste tief durchatmen. „Das war ein guter Fight beider Mannschaften. Für uns war es natürlich etwas härter, weil es das dritte Spiel in sechs Tagen war und wir jetzt ohne Punkte dastehen“, stellte Dessaus Coach Vanja Radic fest. Dagegen war Haaß die Erleichterung deutlich anzumerken. „Das nimmt uns ein wenig den Druck vor den nächsten Spielen.“

Die Eulen tankten enormes Selbstvertrauen für die nächsten Aufgaben. „Das ist immer so bei einem Sieg“, sagte der sichtlich erleichterte Friedrich Schmitt, der in der zweiten Hälfte nicht mehr zum Einsatz kam. „Wir haben zusammengehalten, wir sind bei uns geblieben, haben auch den Willen gezeigt und gekämpft“, so Schmitt, der nach 20 Minuten raus musste. „Ich bin wieder auf den Rücken gefallen. Es war schmerzhaft, und wir wollten dann kein weiteres Risiko eingehen“, ergänzte er.

Ilic springt ein

Für ihn sprang Mihailo Ilic in die Bresche. Das Eigengewächs, das auf seinen früheren Kollegen aus der A-Jugend, Mika Schüler, traf, bewies Nehmerqualitäten. Dazu traf Ilic mit einem „Hammer“ zur 12:11-Führung. Nach dem erneuten Ausgleich der Gastgeber traf Leon Hein ins leere Tor. Tim Schaller erzielte noch vor dem Pausenpfiff die 14:12-Führung der Eulen. Pech für die Gastgeber: Sie kassierten zuvor drei Zeitstrafen innerhalb einer Minute und mussten kurzzeitig nur zu dritt in der Defensive agieren.

„Als Friedrich Schmitt verletzt raus ging, musste Mihailo Ilic im Angriff durchspielen und hat eine gute Leistung gebracht. Als Lenny gebraucht wurde, war Lenny da. Heute hat jeder seinen Job gemacht“, freute sich Cheftrainer Michael Haaß über die beiden Talente. „Lob und Kompliment an meine Mannschaft. Das war wieder eine überragende Leistung“, so Haaß. „Das fühlt sich richtig gut an“, sagte der erst 18 Jahre alte de Hooge, der den wichtigen Treffer zum 25:22 erzielte. „Wir hatten heute die Torhüterleistung, die man braucht, um auswärts Punkte zu holen. Dazu haben wir heute sehr gut gekämpft. Wir konnten das Tempo von Dessau unterbinden und hatten auch einen guten Rückzug“, sagte de Hooge, der schon am nächsten Tag mit dem Drittliga-Team des HLZ Friesenheim-Hochdorf bei den Bergischen Panthern ranmusste.

Rhythmus nicht verloren

Nach dem 19:19 (39.) des Ex-Löwen Valentin Neagu traf Lars Röller zur 20:19-Führung für die Eulen Ludwigshafen. In jener Phase verpassten die Gäste aus Ludwigshafen jedoch, sich direkt abzusetzen. Erst warf Eisel, der immer wieder voranging und mit sieben Treffern erfolgreichster Akteur war, über das Tor, dann vergaben Tim Schaller und Kian Schwarzer hintereinander einen Siebenmeter. Das brachte die Mannschaft trotzdem nicht aus dem Rhythmus. Kian Schwarzer vom linken Flügel und anschließend Frederic Stüber nach einem Abpraller erhöhten auf 22:19 (45.). Diese Führung gaben die Eulen nicht mehr aus der Hand.

Begünstigt wurde dies durch die Paraden von Ziga Urbic, der gleich zweimal von Rechtsaußen den Wurf von Yannick-Marcos Post parierte, sowie durch die beiden gehaltenen Siebenmeter von Mats Grupe. „Das ist schon brutal, so cool zu bleiben. Wir waren im richtigen Moment da, auch wenn angriffstechnisch noch Luft nach oben ist“, freute sich der 22-jährige Grupe, der wohl ebenso wie Urbic zum Saisonende den Verein verlassen wird. Als Stüber vier Minuten vor dem Ende zum 26:22 traf, schien die Partie gelaufen. Dessau stemmte sich gegen die Niederlage und kam 90 Sekunden vor Schluss noch einmal auf 26:28 heran. Dann war erneut Ziga Urbic zur Stelle und vereitelte einen Wurf von Carl-Philip Haake.

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