Handball
Zweite Liga: Eulen leisten sich gegen Hagen zu viele Fehler
Trotz einer Aufholjagd in der Schlussphase blieb Handball-Zweitligist Eulen Ludwigshafen auch im dritten Spiel in Folge ohne Punkte. Die Mannschaft von Michael Haaß unterlag zu Hause dem VfL Eintracht Hagen 32:34 (17:19).
Die Personalsituation bleibt unverändert, die erhoffte Rückkehr einiger Leistungsträger blieb aus. Entsprechend war die Bank hinter der Bank erneut gut besetzt – mit Mihailo Ilic, Friedrich Schmitt, Nici Waldvogel und Torhüter Mats Grupe. Spieler, die sonst auf dem Feld wichtige Akzente setzen, fehlten: Die Ausfälle wiegen derzeit schwer. Dazu kommen die Sorgen treuer Fans in Rot. Mit einem Banner und den Worten „Lasst die Eulen nicht sterben! Sie sind unser Herzblut“, machten vier Anhängerinnen auf die Lage aufmerksam, nachdem Eulen-Steuerberater Florian Fischer bei der Verhandlung am Landgericht Frankenthal die bedrohliche wirtschaftliche Situation andeutete.
Entwicklung geht weiter
Trotz der Niederlage gab es eine wichtige Erkenntnis: Die Entwicklung der Mannschaft ist erkennbar. „Wir haben Lösungen, wir haben Abwehrsysteme, die Entwicklung geht weiter. Ich bin zufrieden, wie die Mannschaft heute aufgetreten ist. Die Emotionalität, die Leidenschaft und die Aufopferung, das ist die Grundvoraussetzung. Nur das Ergebnis gefällt mir nicht“, sagte Cheftrainer Michael Haaß.
Dabei kamen seine Spieler nicht gut in die Partie. Die Gäste überraschten direkt nach dem Anpfiff mit einer offensiven 3:3-Deckung. Erst nach zehn Minuten nahm die Begegnung an Dynamik zu, Marc Robin Eisel verkürzte 3:4. In dieser Phase brachte Eulen-Coach Haaß Vincent Bülow. Hagen reagierte und stellte auf eine 5:1-Deckung um – mit nur bedingtem Erfolg. Dennoch zog die Mannschaft um ihren überragenden Spielmacher Puya Norouzinezhad nach dem 4:5 Bülows mit fünf Treffern in Serie, darunter drei Würfe ins leere Tor, auf 4:9 (14.) davon – und das in eigener Unterzahl nach der Hinausstellung von Benedikt Israel. Daran änderte auch nichts, dass Tim Schaller mit zwei Siebenmetern auf 6:9 (15.) verkürzte. Die Eulen taten sich gegen die robust verteidigenden Westfalen schwer, die im Angriffsspiel, fast an das Zeitspiel grenzend, geduldig ihre Chancen suchten.
Einfache Fehler
Vor 1774 Zuschauern bemühten sich die Hausherren um Anschluss und suchten Lücken in der hochstehenden Defensive der Gäste. In der eigenen Abwehr fehlte oft der letzte Schritt in der Gegenwehr. Dann kam die Phase von Marc Robin Eisel: Mit vier Toren in den letzten zehn Minuten der ersten Hälfte hatte der 26 Jahre alte Rückraumspieler wesentlichen Anteil daran, dass die Eulen bis zur Pause auf 17:19 verkürzten.
Nach Wiederanpfiff waren die Gastgeber nicht richtig auf Betriebstemperatur. Einfache Fehler und mangelnde Aggressivität in der Abwehr brachten Hagen erneut 19:24 (36.) in Front. Zudem musste Ziga Urbic nach einem Kopftreffer vom Feld. Zu allem Überfluss schickten die Unparteiischen noch Marc Robin Eisel für zwei Minuten herunter – eine höchst umstrittene Entscheidung.
Halle kocht, Gäste bleiben cool
Die Eulen steigerten sich, die Halle kochte. Mit zunehmender Spieldauer schmolz der Rückstand. Eisel traf zum 25:26 (46.), kurz darauf netzte Lars Röller frei am Kreis ein (49.). Beim nächsten Angriff verloren die Eulen den Ball, doch Rene Zobel erkämpfte den 28:28-Ausgleich. Da hielt es die Zuschauer nicht mehr auf den Sitzen.
Der emotionale Höhepunkt währte nur kurz. Eigene Fehler nutzten die Westfalen eiskalt zur 28:31-Führung (56.). „Ich hatte das Gefühl, es geht noch was, aber das doch nicht so“, sagte Eisel, mit acht Toren bester Werfer der Eulen. Es folgten vier individuelle Fehler nacheinander . „Die 34 Tore tun schon weh, wir hätten gerne die Punkte mitgenommen“, so Eisel.
Die Eulen gaben aber nicht auf. Tim Schaller verkürzte mit seinem vierten Siebenmeter auf 32:33, Hoffnung auf einen Zähler keimte auf. 24 Sekunden vor dem Ende traf Jan von Boenigk für Hagen – bitter. Wieder waren es Kleinigkeiten, die die Eulen Punkte kosteten. „Das ist heute ganz einfach, wir sind fünfmal bis auf ein Tor herangekommen und machen dann zu viele individuelle Fehler. Das ist ärgerlich“, brachte Kapitän Frederik Stüber es auf den Punkt. Es sind die Kleinigkeiten.